Valencianische Literatur: Nachkriegszeit bis heute

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Poetry Valenciana: Die Nachkriegszeit

Die strenge Nachkriegszeit (1939–1962) umfasst Schriftsteller, die in den 1910er und 1920er Jahren geboren wurden und begannen, unmittelbar nach dem Krieg zu schreiben. Ästhetisch lassen sie sich dem Postsymbolismus oder Realismus zuordnen. Zu dieser Gruppe zählen insbesondere Xavier Casp, Joan Valls, Joan Fuster und Vicent Andrés Estellés.

Vicent Andrés Estellés (1924–1993)

Er gilt als der bedeutendste valencianische Dichter seit dem 15. Jahrhundert. Geboren in Burjassot, sind seine Gedichte von einer ständigen Auseinandersetzung mit dem durch das Franco-Regime verursachten Leid geprägt. Aufgrund der Zensur entsprechen die Veröffentlichungsdaten oft nicht den Entstehungsdaten seiner Werke. Während der fünfziger und sechziger Jahre veröffentlichte er vier Gedichtbände, darunter Ciutat a cau d'orella (Stadt und flüsterndes Mädchen), doch erst mit dem Erscheinen von Llibre de meravelles (1971) wurde er zum Bestsellerautor. Seine zentralen Themen sind:

  • Bürgerschaftliches Engagement: Er fungiert als Interpret seines Volkes. Er übernimmt die Stimme der Menschen und wird zu deren Sprachrohr. Seine soziale Chronik ist sowohl bitter als auch hoffnungsvoll und beschreibt detailliert den Alltag sowie die Charaktere seiner Zeit.
  • Das Thema der Liebe: Die Liebe ist in seinem Werk ein ständiger Blitz. Der Körper der Frau dient als Quelle von Metaphern, und die Sexualität wird oft direkt und unter Verwendung umgangssprachlicher Begriffe ausgedrückt.
  • Die poetische Sprache: Seine Sprache basiert auf drei Säulen: den Klassikern unserer Sprache, der Literatur des 20. Jahrhunderts und der katalanischen Alltagssprache.

Merkmale seiner poetischen Sprache:

  1. Alltagsnähe: Die Sprache ist nah an der Umgangssprache, was den Leser durch Authentizität motiviert. Charakteristisch ist der Bruch des lyrischen Tons durch alltägliche, umgangssprachliche oder ironische Elemente.
  2. Vergleiche: Häufige Verwendung von Vergleichen mit deutlichem Einfluss der Tradition von Ausiàs March.
  3. Adjektivierung: Verwendung von nachgestellten Adjektiven, die ein langsames Tempo erzeugen, sowie abstrakte, kultivierte Adjektive.
  4. Stilmittel: Wiederholungen von Wörtern und exzessiver Gebrauch von Polysyndeton.
  5. Parodie: Ein weiteres charakteristisches Merkmal.
  6. Metrik: Die kompositorischen Formen sind vielfältig.
  7. Beichtstil: Das Gedicht als Chronik der Vergangenheit, oft in der ersten Person verfasst.
  8. Dialog: Das Gedicht als Dialogform.

Enric Valor (1911–2000)

Er ist eine der zentralen Figuren der zeitgenössischen valencianischen Geschichte. Sein Werk manifestiert sich in drei Bereichen: als Rondallista (Märchenerzähler), Romancier und Grammatiker.

Als Rondallista

Er hat 36 valencianische Erzählungen literarisch bearbeitet und gesammelt, die in Märchen, Sagen und Tierfabeln unterteilt sind. Seine Geschichten zeichnen sich aus durch:

  • Die Verortung in valencianischen Räumen.
  • Die Verbindung von Sammlung und eigenem literarischen Schaffen.
  • Die Verwendung einer volkstümlichen, aber äußerst reichen Sprache, die als literarisches Vorbild dient.
  • Eine Auswahl der Erzählungen nach Kriterien des guten Geschmacks.

Romancier-Produktion

In der Nachkriegszeit begann er mit L'ambició d'Aleix, gefolgt von der Trilogie Cicle de Cassana (La idea de l'innocent, Sense la terra promesa und Temps de batuda). Zudem veröffentlichte er Erzählungen wie Narracions de la Foia de Castalla.

Die Arbeit als Grammatiker

Enric Valor ist zudem als Grammatiker bekannt, insbesondere durch Werke wie Millorem el llenguatge und den Curs mitjà de gramàtica catalana, einschließlich der Verbkonjugationen.

Quim Monzó (1952)

Das thematische Material seiner Geschichten ist das tägliche Leben der westlichen Welt, ein Porträt der hedonistischen und konsumorientierten Gesellschaft. Er analysiert die aktuellen Lebensweisen und dominanten Stereotypen. Zu seinen bemerkenswerten Werken zählen: Uf, va dir ell, Benzina, La magnitud de la tragèdia, El perquè de tot plegat, Guadalajara und Mil cretins.

Manuel de Pedrolo (1918–1990)

Bekannt als Romanautor, umfasst sein Werk auch dreizehn Bühnenstücke zum Thema Freiheit. Er orientierte sich am Theater des Absurden (Ionesco, Beckett), um den Kampf des Menschen gegen die Unvernunft darzustellen. Cruma ist ein Beispiel für diese Tendenz. Die formalen Merkmale sind offensichtlich: eine absurde Ausgangssituation, kreisförmige Struktur, zeitlose Räume und anonyme Charaktere. Auch in Homes i no zeigt er Figuren, die sich gegen einen fremdbestimmten Determinismus auflehnen.

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