Valle-Inclán und der spanische Essay des 20. Jahrhunderts

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Das innovative Theater von Valle-Inclán

Im Bereich des innovativen Theaters (das der Öffentlichkeit nicht verborgen blieb) gilt Valle-Inclán als der große Dichter der Generation des Jahrhunderts. Seine umfangreiche Theaterarbeit kann in fünf Zyklen unterteilt werden:

  • Der erste Zyklus: Er umfasst seine ersten dichterischen Schauspiele, Anpassungen konventioneller eigener Geschichten sowie das Theater der Moderne mit Versspielen, in denen bestimmte Funktionen das Groteske und Burleske antizipieren.
  • Der mythische oder galicische Zyklus: Er präsentiert ein mythisches, primitives, gewalttätiges und düsteres (sordida) Galicien.
  • Der Zyklus der Farce: Er besteht aus drei Teilen, die für Puppentheater zusammengestellt wurden. Er bricht mit dem modernistischen Ansatz und nähert die Entmystifizierung der Realität der Vision des Grotesken an.
  • Der groteske Zyklus: Er stellt die groteske Vision des calderonischen Ehrenmythos, den Mythos von Don Juan sowie das Spanien seiner Zeit dar.
  • Der Zyklus von Autos und Melodramen: Zwei „Autos“ für Silhouetten und zwei Marionetten-Melodramen, die trotz typischer Technik der heutigen Gesellschaft fast mythische Themen der Comedias Bárbaras (Kräfte, wilde Leidenschaften, Ursprünglichkeit und Tod) erhalten.


Der spanische Essay im frühen 20. Jahrhundert

Die Intellektuellen der Generation des Endes des Jahrhunderts fanden im Essay das ideale Ausdrucksmittel. Die Verbreitung durch den Journalismus ermöglichte die geistige Auseinandersetzung mit der Politik und der sozialen Wirklichkeit sowie die Reflexion über das Persönliche und Existentielle.

Miguel de Unamuno

Seine Essays sind eine Erweiterung seines gespaltenen Charakters:

  • Das Thema Spanien: Er unterstützte die Notwendigkeit der Europäisierung und des Fortschritts. Doch Spaniens geistige Entwicklung führte ihn dazu, die „Hispanisierung“ Europas zu fordern, um den Kern des spanischen Volkes in der Geschichte zu bewahren.
  • Existenzielle Fragen: Sie konzentrieren sich auf den Konflikt zwischen Vernunft und Glaube (im Ringen darum, Gott zu erschaffen – einen Gott, der einen aus dem Nichts rettet).

Ramiro de Maeztu

Er durchlief zwei Etappen: In seiner ersten, revolutionären Jugendphase beschrieb er leidenschaftlich die Übel Spaniens. In seiner zweiten Etappe pries er die traditionellen Werte Spaniens und seine „Hispanität“ in Amerika.

Azorín

Seine Essays behandeln grundlegende Fragen der Zeit sowie die Landschaften und Menschen Spaniens. Er versucht, das Ewige im flüchtigen Augenblick zu erfassen. Die Landschaft wird mit einem Blick der Seele betrachtet – melancholisch, lyrisch, impressionistisch und mit suggestiver Aufmerksamkeit für Details. Azorín sucht die Essenz der spanischen Wirklichkeit und Seele in der Intrahistorie, in der Vergangenheit, in der Landschaft und bei ihren Menschen.

Antonio Machado

Sein Werk umfasst philosophische, pädagogische und weitere Themen. Geprägt von einem skeptischen, ironischen und humanistischen Geist, stellt er die Menschenwürde in das Zentrum seiner Gewissheiten.

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