Vatikanische Konzilien und Unterschiede der Konfessionen

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Das Zweite Vatikanische Konzil (1962–1965)

Das Zweite Vatikanische Konzil fand von Oktober 1962 bis Dezember 1965 statt. Es wurde von Papst Johannes XXIII. einberufen und nach dessen Tod 1963 durch Papst Paul VI. fortgesetzt. Die Ziele waren:

  • Öffnung der Kirche zur Gesellschaft
  • Überdenken der Verkündigung
  • Liturgiereform
  • Ökumene und interreligiöser Dialog

Die Arbeitsergebnisse sind in 16 Konstitutionen, Erklärungen und Dekreten niedergelegt. Das Konzil bewirkte eine Erneuerung der Kirche, eine stärkere Laienbeteiligung sowie eine ökumenische Öffnung.

Das Erste Vatikanische Konzil (1869–1870)

In den Jahren 1869–1870 tagte das Erste Vatikanische Konzil in Rom. Von den weltweit rund 1050 römisch-katholischen Bischöfen nahmen 774 aus allen Erdteilen daran teil. Sie wollten vor allem neue Sicherheit in Glaubensaussagen schaffen. Auf dem Konzil wurden folgende Lehrsätze als Dogmen beschlossen:

  • Gott ist aus seiner Schöpfung mit Hilfe der Vernunft erkennbar.
  • Der Papst ist der Bischof der ganzen Kirche (Universalepiskopat).
  • Der Papst besitzt Unfehlbarkeit, sofern er »ex cathedra« Entscheidungen bezüglich Glauben und Sitte verkündet.

Weiterhin stellte das Konzil fest: Der Papst sei dann unfehlbar, wenn er als oberster Lehrer aller Christen in Fragen des Glaubens und der Sitten etwas endgültig entscheide. Diese Unfehlbarkeit verdanke die Kirche dem Heiligen Geist, der in ihr lebe und sie vor Irrtum bewahre. In der Folge des Konzils spalteten sich die Altkatholiken von der römisch-katholischen Kirche ab, da sie die päpstliche Unfehlbarkeit als Dogma nicht anerkennen wollten.

Der Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges führte zum vorzeitigen Abbruch des Ersten Vatikanischen Konzils. 90 Jahre später fand das Zweite Vatikanische Konzil statt.

Unterschiede zwischen katholisch und evangelisch

Eins vorweg: Katholische und evangelische Gläubige haben mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Sie alle sind Christen. Das heißt, sie glauben an Gott und daran, dass er uns Jesus Christus als seinen Sohn auf die Erde geschickt hat. Sie sind überzeugt, dass Gott uns liebt. Für alle Christen ist es wichtig, so zu leben, wie Jesus es vorgelebt hat – etwa durch Frieden, Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit.

Die Entstehung der evangelischen Kirche

Früher waren alle Christen katholisch. Vor ungefähr 500 Jahren protestierte der Mönch Martin Luther gegen Missstände in der Kirche, wie die Bevorzugung Reicher oder die lateinische Sprache der Bibel. Viele Menschen schlossen sich ihm an und gründeten die evangelische Kirche. Daher nennt man evangelische Christen auch Protestanten. Katholischer und evangelischer Glaube sind unterschiedliche Konfessionen innerhalb der christlichen Religion.

Wesentliche Unterschiede

Neben den Gemeinsamkeiten gibt es Unterschiede:

  • Papstamt: Evangelische Christen haben keinen Papst.
  • Amt und Ehe: Bei den evangelischen Christen dürfen Frauen Pfarrer werden und Pfarrer dürfen heiraten – beides ist bei den Katholiken nicht möglich.
  • Eucharistie: Katholiken glauben, dass Brot und Wein zum Leib und Blut Christi werden. Für Protestanten sind sie beim Abendmahl eher ein Symbol für Jesu Liebe.

Was ist Ökumene?

Da sie sich in den meisten Glaubensfragen einig sind, versuchen viele Katholiken und Protestanten, ihre Religion gemeinsam zu leben. Wenn Christen verschiedener Konfessionen miteinander glauben, nennt man das Ökumene. Das Wort stammt aus dem Griechischen und bedeutet „die ganze bewohnte Erde“. Damit wollen Christen zeigen: Eigentlich gehören wir alle zusammen.

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