Verdauungssystem: Speichel, Magen, Pankreas und Zähne
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Verdauungssystem: Organe und Funktionen
Das Verdauungssystem ist die Gesamtheit der Organe (Mund, Rachen, Speiseröhre, Magen, Dünndarm und Dickdarm) sowie der akzessorischen Drüsen. Diese Komponenten tragen zur Verdauung bei und können, neben ihrer primären Funktion, auch an anderen Prozessen beteiligt sein; so werden beispielsweise Sekrete und Flüssigkeiten produziert, die auch Seminalplasma beeinflussen können. Jeder Bestandteil ist in seinem jeweiligen Aufgabenbereich entscheidend für Transport, Verarbeitung und Lagerung von Substanzen, unter anderem für den Transport und die Lagerung von Spermien.
Speichel: Zusammensetzung und Funktionen
Der Speichel ist eine klare Flüssigkeit, die rund um die Uhr in die Mundhöhle gelangt. Die salivaren Drüsen produzieren ihn; er besteht hauptsächlich aus Wasser und verschiedenen chemischen Substanzen (químicas). Einige seiner Bestandteile haben unterschiedliche Funktionen in der Mundhöhle:
- Aufrechterhaltung des oralen pH-Werts: Der Speichel hilft, den pH-Wert im Mundhohlraum zu regulieren und beeinflusst die Bildung und Zusammensetzung von Zahnbelag.
- Erhalt der Zahnintegrität: Durch seine reinigende Wirkung auf Kohlenhydrate reguliert er die ionische Umgebung und unterstützt die Remineralisierungsfähigkeit der Zähne.
- Reinigung und Schutz: Speichel spült Nahrungsreste weg, neutralisiert Säuren und trägt zur lokalen Abwehr gegen Mikroorganismen bei.
Beim Kauen wird die Nahrung zwischen den Zähnen zerkleinert und mit Speichel vermischt. Dabei entsteht eine homogene Masse, die als Bolus bezeichnet wird. Die Zähne beteiligen sich unterschiedlich an diesem Prozess: Schneidezähne schneiden, Eckzähne reißen, Backenzähne und Mahlzähne (Prämolaren und Molaren) zerkleinern und mahlen die Nahrung. Die Zunge bewegt und hebt die Nahrung, zerkleinert und knetet sie und mischt sie mit Speichel, sodass der Bolus gebildet wird.
Passage der Nahrung und Magenfunktion
Die Passage der Nahrung in den Magen wird durch ein Ventil, den Cardia (Kardioklappe), reguliert. Dieses Ventil ermöglicht den Durchtritt der Nahrung von der Speiseröhre in den Magen und verhindert in der Regel den Rückfluss.
Im Magen wird die aufgenommene Nahrung mit Magensaft durchmischt. Große Mengen Magensaft enthalten starke Säuren, die Proteine denaturieren und viele Bakterien abtöten. Außerdem wird Pepsin abgesondert, ein Enzym, das für die Spaltung denaturierter Proteine verantwortlich ist und sie in kürzere Aminosäureketten (Peptide) zerlegt.
Dünndarm und Zwölffingerdarm
Der Dünndarm besteht unter anderem aus dem Zwölffingerdarm (Duodenum) und dem Ileon (Ileum). Diese Teile sind bei Wirbeltieren und einigen anderen Tieren vorhanden und bilden zusammen ein voluminöses Organ mit hoher metabolischer Aktivität. Der Zwölffingerdarm ist dabei der erste Abschnitt des Dünndarms und eine zentrale Stelle für die Zugabe von Verdauungssekreten aus anderen Organen.
Bauchspeicheldrüse (Pankreas): Aufbau und Funktionen
Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) ist eine gemischte Drüse mit exokriner und endokriner Funktion. Sie ist eine der wichtigsten Drüsen im Hinblick auf die Verdauungs- und Stoffwechselaktivität des Organismus.
Endokrine Funktion: In den Langerhans-Inseln produziert die Bauchspeicheldrüse wichtige Hormone. Alpha-Zellen produzieren Glukagon, Beta-Zellen produzieren Insulin, und Delta-Zellen produzieren Somatostatin. Diese Hormone regulieren den Blutzuckerspiegel und andere Stoffwechselprozesse.
Exokrine Funktion: Die exokrine Funktion besteht in der Produktion von Pankreassaft, der in den zweiten Teil des Duodenums über zwei Ausführungsgänge gelangt: den Hauptgang (Canalis Wirsung) und einen akzessorischen Gang (Canalis Santorini). Der Pankreassaft beteiligt sich zudem an der Regulation des Fettstoffwechsels. Er besteht aus Wasser, Bicarbonat und mehreren Verdauungsenzymen, darunter:
- Trypsin und Chymotrypsin (verdauen Proteine)
- Amylase (verdaut Polysaccharide/Kohlenhydrate)
- Lipase (verdaut Triglyceride bzw. Lipide)
- Ribonuclease (verdaut RNA)
- Deoxyribonuclease (verdaut DNA)
Schlucken
Schlucken ist der Vorgang des Transportes der Nahrung vom Mund in den Magen. Es handelt sich um eine kontinuierliche, vollständig integrierte Handlung, die sowohl die glatte als auch die quergestreifte Muskulatur einbezieht (estirados / gestreckte Muskelaktionen sind Teil komplexer Bewegungsabläufe).
Zahnarten und ihre Funktionen
Je nach Form der Krone und damit ihrer Funktion unterscheidet man vier Zahntypen:
- Schneidezähne (Incisivi) – 8 Zähne: Vorderzähne mit scharfer Schneidekante; ihre Hauptaufgabe ist das Abtrennen bzw. Abschneiden von Nahrungsstücken. Die oberen Schneidezähne sind meist größer als die unteren.
- Eckzähne (Canini) – 4 Zähne: Eckzähne mit spitzer Spitze; sie werden auch als Fangzähne bezeichnet und dienen dem Festhalten und Reißen der Nahrung. Sie liegen neben den Schneidezähnen.
- Prämolaren – 8 Zähne: Diese haben in der Regel zwei hervorstehende Höcker und erleichtern das Zerkleinern der Nahrung.
- Molare (Backenzähne) – 12 Zähne: Breite Höcker, die ähnlich wie Prämolaren die Nahrung zerkleinern. Die Kronen dieser Zähne können vier oder fünf Höcker besitzen; die Wurzeln können zwei, drei oder vier sehr große Wurzeln aufweisen.
Sie sind wichtig für die mechanische Zerkleinerung und Verarbeitung der Nahrung.