Vergleich großer Religionen, Kirchenlehren und Philosophen
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Hinduismus
Hinduismus — Verbreitung: Südasien (Indien) und Teile Nord-Ozeaniens. Zentrale Begriffe: Brahman, Shiva, Vishnu. Vorstellung von Samsara und Wiedergeburt: Die Welt der Wohung, Materie und des Körpers des Individuums wird oft als Gefängnis verstanden. Ziel ist die Befreiung (Moksha), also das Auflösen der Bindung an das Seiende zugunsten des Absoluten.
Buddhismus
Buddhismus — Entstehung: 6. Jh. v. Chr. (Buddha). Buddha zeigt den Weg zur Befreiung vom Leiden durch Erkenntnis des Vergänglichen. Kerngedanken: die Vier Edlen Wahrheiten, das Ende des Leidens durch das Aufgeben von Verlangen; Glück ist vergänglich. Ephemerie der Existenz führt oft zu Leiden.
Judentum
Judentum — Gott: Jahwe. Religion des Volkes Israel; die Geschichte gilt als Ort, an dem sich Gott dem Menschen offenbart. Ziel ist die Beziehung zwischen Gott und dem Menschen, wie sie in der Heiligen Schrift und Überlieferung dargestellt wird.
Islam
Islam — Verbreitung: Nord- und Ostafrika, Südostasien; Entstehung: 7. Jh. n. Chr. (Prophet Muhammad). Heilige Schrift: Koran. Kerngedanken: der Glaube an Allah und die fünf Säulen des Islam: Glaubensbekenntnis, das tägliche Gebet, Almosen für Arme, die Pilgerfahrt nach Mekka, Fasten im Monat Ramadan.
Katholische Soziallehre — Historische Dokumente
Leo XIII — Rerum Novarum (1891): Begründung moderner kirchlicher Soziallehre; Betonung von Rechten und Pflichten von Arbeitgebern und Arbeitnehmern, Verurteilung des Klassenkampfes, Schutz der Arbeiterrechte und angemessener Löhne; staatliche Intervention zur Wahrung öffentlicher und privater Rechte.
Pius XI — Quadragesimo Anno (1931): Weiterführung der Soziallehre im Kontext der Zwischenkriegszeit (Reaktionen auf Erste Weltkrieg, Weltwirtschaftskrise); sucht ein Gleichgewicht zwischen Sozialismus und Kapitalismus und betont christliche Nächstenliebe und Subsidiarität.
Päpstliche Sozialschriften Johannes XXIII
Johannes XXIII — Mater et Magistra (1961) und Pacem in Terris (1963): Hinweis auf die Verantwortung des Staates in einer industriellen Welt und auf Frieden und Menschenrechte als Grundlage sozialer Ordnung.
Vatikanum II und kirchliche Mission
Gaudium et Spes — Vatikanum II (1963–1965): Studium der Würde des Einzelnen und der Sendung der Kirche in der Welt; Betonung des Dialogs mit der modernen Welt und der Achtung der Menschenwürde.
Feuerbach
Feuerbach: Der Mensch projiziert seine Eigenschaften auf Gott. Der Mensch unterscheidet sich vom Tier durch die Fähigkeit zum Selbstbewusstsein; Eigenschaften des Menschen werden auf Gott übertragen. Gott wird so zu einer Fata Morgana; Religion ist in Feuerbachs Sicht eine Projektion menschlicher Bedürfnisse.
Freud
Freud: Modell der psychischen Struktur mit Instanzen: Es (Triebwesen, Lustprinzip), Ich (Realitätsprinzip) und Über-Ich (Moral, Gewissen, Pflichtprinzip). Unbefriedigung von Trieben, innere Konflikte und moralische Forderungen prägen das psychische Leben; die Unterscheidung von guten und schlechten Elementen ist psychologisch zu erklären.
Nietzsche
Nietzsche: Kritik an Leiden und Schwäche, die das Leben nicht unbedingt bejahen; Aufhebung von Ressentiment und die Verkündung des "Todes Gottes"; Idee des Übermenschen (Überwindung herkömmlicher Werte).
Camus
Camus: Betonung des Absurden in der menschlichen Existenz; Ablehnung einer transzendenten Lösung (religiöse Flucht) für das Problem des Todes. Die Welt ist so beschaffen, dass Unschuldige leiden können, ohne Aussicht auf Belohnung.
Mounier und Personalismus
Mounier: Die Person als geistiges Wesen; Personalismus betont die Einheit, Unabhängigkeit und Einzigartigkeit der Person. Berufung und freie Aktivität sind zentral; die Person vereint und entwickelt sich in Freiheit.
Begriffe: Mysterium, Heiliges, Götzenverehrung
Mysterium: Das Vorhandensein des Göttlichen, das den Menschen übersteigt; die heilige Gegenwart fordert eine Neuordnung des persönlichen Lebens und verweist auf Transzendenz.
Heiliges: Das, was nicht beliebig behandelt werden kann; gehört zur Beziehung zu Gott und ist etwas Ehrfurchtgebietendes.
Götzenverehrung (Idolatrie): Dinge als absolute Realität zu verehren, die nicht übernatürlich sind — eine Fehlordnung des Religiösen.
Magische Handlungen: Praktiken, die auf okkulte Kräfte abzielen; Aberglaube: Glaubensvorstellungen, die auf irrigen Auffassungen beruhen, z. B. dass bestimmte Handlungen Mächte über einem haben, die bestrafen oder belohnen.
Religion, Weltanschauung und Glaube
Religion als Text- und Praxiskomplex: Religiöse Texte und praktische Handlungsweisen, mit denen Menschen Kontakt zum letzten Geheimnis suchen. Eine Weltanschauung bezeichnet die Gesamtheit der Prinzipien, die jemand akzeptiert; sie drückt eine Sicht der Wahrheit aus und erfordert persönliches Engagement.
Glauben ist das Vertrauen in einen Weg des Seins oder in eine Beziehung zu Gott; religiöse Haltung kann sich in Mythen und Manifestationen ausdrücken.
Manifestationen und symbolische Handlungen
Manifestationen ordnen und erklären die grundsätzlichen Glaubensaussagen; symbolische Handlungen haben oft epischen oder gemeinschaftsstiftenden Charakter.
Ritus, Gebet und Moral
Ritus: Symbolische Handlung, die Kontakt mit dem Transzendenten herstellt und eine Person in eine religiöse Gemeinschaft stellt; oft dramatisch und gemeinschaftlich.
Gebet: Wort und Haltung, in denen der religiöse Mensch seinen Geist erhebt; Gebet ist dialogisch und richtet sich an Gott.
Moral: Die Ausdrucksform der Beziehung zwischen Person und Gott in konkreten Verhaltensweisen; Moral manifestiert sich in Entscheidungen und Handlungen.