Vergleich: Schwedisches vs. Deutsches Wirtschaftsmodell – Arbeitsbeziehungen und Tarifverhandlungen

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Das schwedische Modell: Paradigma europäischer Sozialmodelle

Das schwedische Modell prägt die Beziehungen als eines der Paradigmen des europäischen Sozialmodells. Das schwedische Modell, basierend auf einem korporatistischen Ansatz, zeichnete sich aus durch:

  • Einen Kompromiss zwischen den Klassen.
  • Die Hegemonie der Sozialdemokratie.
  • Einen hohen Grad an Verrechtlichung.
  • Eine starke Institutionalisierung der industriellen Tarifverhandlungen.

Das System der Tarifverhandlungen umfasst folgende Ebenen: den privaten Sektor, den öffentlichen Sektor sowie Recht und lokale Verwaltung.

Ein wichtiges Gesetz zur Mitbestimmung besagt, dass Arbeitgeber jede bedeutende Maßnahme, die die Firma betrifft, mit Gewerkschaftsvertretern verhandeln müssen.

Das Modell wird durch die Internationalisierung von Strategien und die flexible Produktion großer Unternehmen beeinflusst. Diese Strategien verhindern die Rekonstruktion des schwedischen Beschäftigungsmodells auf der Basis der Lohnsolidarität. Stattdessen werden dezentrale Verhandlungen zur Einführung leistungsorientierter Vergütungsregelungen gefördert.

Das deutsche Modell: Stabilität durch Pakt zwischen Kapital, Staat und Arbeit

Das deutsche Modell basiert auf einem Pakt zwischen Kapital, Staat und Arbeit, der auf Stabilität und Wachstum des ökonomischen Systems abzielt.

Organisation der Arbeitgeberverbände

Deutsche Arbeitgeber sind stark organisiert:

  • Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI).
  • Die Industrie- und Handelskammern (IHK).
  • Der Bundesverband der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA).

Diese Organisationen repräsentieren die Arbeitgeber bei den Tarifverhandlungen.

Organisation der Gewerkschaften

Die Gewerkschaften sind ihrerseits in der Bundesvereinigung der Deutschen Gewerkschaftsbünde (DGB) organisiert, einer einheitlichen, hegemonialen sozialdemokratischen Konföderation. Zusätzlich zu dieser Konföderation (die etwa ein Drittel der Arbeitnehmer organisiert) existieren weitere Verbände von Angestellten (Corporate), Beamten und einige korporatistische Organisationen.

Tarifverhandlungssystem und Mitbestimmung

Das System der Tarifverhandlungen wird auf sektoraler Ebene dominiert. Auf betrieblicher Ebene existieren zwei Formen der betrieblichen Vertretung:

  • Gewerkschaftliche Vertretung in den Aufsichtsräten von Großunternehmen.
  • Betriebsausschüsse mit weitreichenden Informations- und Mitbestimmungsrechten.

Das deutsche Modell ist durch einen hohen Grad an Verrechtlichung gekennzeichnet, der Fragen wie Kündigungsschutz, Arbeitszeit, Urlaub oder Sicherheitsbestimmungen regelt.

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