Vergleich: Soziotechnisches vs. Soziokommunikatives Modell

Eingeordnet in Ausbildung und Beschäftigung Beratung

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Das soziotechnische Modell

In diesem Modell wird die Macht von oben nach unten ausgeübt. Administratoren geben sie vor und gestalten die Hierarchie durch die Delegation eines Teils ihrer Macht, die in aufeinanderfolgenden Schritten in der gesamten Organisation ausgeübt wird.

Merkmale nach Gómez Dacal

  • Die Verantwortung für die Entscheidungen verbleibt bei dem Gremium, welches die Autorität innehat.
  • Das Gremium hat die Befugnis zur Ernennung der Verantwortlichen für die Entscheidungsfindung, sei es durch Abweisung oder Integration.
  • Beratende Einrichtungen verfügen über keine organisatorische Autorität und sind an die Beschlüsse des „Rats“ oder „Ausschusses“ gebunden.

Merkmale nach Alvarez

  • Es besteht eine Abhängigkeit von der Zentralregierung und ihrer Verwaltung.
  • Das Modell arbeitet mit einer starken organisatorischen Hierarchie.
  • Es herrscht eine bürokratische Einhaltung der Gesetze und deren korrekte Interpretation sowie die Beachtung aller administrativen Referenzen wie Protokolle, Berichte und Regeln.

In diesem Modell ist der Direktor zuständig; seinen Anweisungen muss Folge geleistet werden, da alles durch gesetzliche Vorschriften geregelt ist. Es ist ein Modell, in dem das Management die Rechtsvorschriften kennen muss, um die Einhaltung aller Regeln zu gewährleisten.

Das soziokommunikative Modell

Dieses Modell ist vor allem durch die Verwaltung der Kultur persönlicher Beziehungen als zentrales Instrument des Lernens gekennzeichnet. Hier wird die Macht von unten nach oben ausgeübt, basierend auf Genossenschaftsprinzipien und Selbstmanagement. Verhandlung und Konsens sind grundlegende Elemente. Die Mitglieder der Organisation entscheiden selbst, wer die Spitzenpositionen besetzt. Die Kraft und Autorität sind zwischen den verschiedenen interessierten Bildungsgruppen verteilt. Dieses Modell verfügt über eine starke politische Ausrichtung.

Struktur und Führung im Modell

  • Die höchsten organisatorischen Befugnisse liegen beim Kollegium, in dem die Gemeinschaft der verschiedenen Sektoren integriert ist.
  • Die Verantwortlichen für die technische Leitung und Verwaltung werden durch das Kollegium, als Inhaber der höchsten Autorität, ernannt und entlassen.
  • Die Organisation muss ihre Politik bestimmen, um Entscheidungen zu treffen, die durch einen Prozess der Diskussion und des Konsenses herbeigeführt werden.

Der Manager dient dem Gesamtsystem. Wie in jedem demokratischen System gibt es Vor- und Nachteile, wie etwa die Tatsache, dass Führungskräfte jederzeit abgesetzt werden können, wenn dies gewünscht wird. Daher agiert der Direktor in diesem Modell inklusiv als Verhandlungsführer, der in der Lage ist, Ressourcen zu verwalten und die menschliche Vielfalt der verschiedenen am Schulleben beteiligten Gremien zu harmonisieren.

Aktuelle Entwicklungen und Entscheidungsprozesse

Momentan lässt sich sagen, dass eher ein gemischtes Modell vorherrscht, jedoch mit unterschiedlichen Schwerpunkten bei der Machtverteilung in der Dynamik von Kommunikation und Partizipation.

Fünf Arten des Entscheidungsprozesses

  • Ohne Rücksprache: Es wird niemand konsultiert. Es erfolgen lediglich Berichte über die Entscheidung an die relevanten Beteiligten.
  • Anhörung ohne Berücksichtigung: Betroffene werden zwar angehört, die Entscheidung erfolgt jedoch, ohne deren Meinung zu berücksichtigen.
  • Teilweise Berücksichtigung: Die Entscheidung erfolgt unter zumindest teilweiser Berücksichtigung der Stellungnahmen der Betroffenen.
  • Konsensentscheidung: Die Entscheidung wird nach Rücksprache mit den Betroffenen im Konsens getroffen.
  • Abstimmungssystem: Die Entscheidung wird durch ein System der Stimmabgabe getroffen.

Dynamik der Kommunikation

Die Kommunikation im soziotechnischen Modell verläuft hauptsächlich in Top-down-Richtung (Anweisungen) und Bottom-up-Richtung (Berichte). Der Direktor besitzt die Informationen und leitet sie an den Rest der Gruppe weiter. Dieses Baumschema kann jedoch zu einer Verzerrung von Informationen führen.

Im Gegensatz dazu funktioniert das soziokommunikative Modell im Wesentlichen bottom-up und richtet sich in alle Richtungen aus. Jedes Mitglied empfängt und sendet Nachrichten, was dazu führt, dass alle über die Informationen verfügen. Dies bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass es die beste Lösung ist (ein Modell der vollständigen Vernetzung kann infolgedessen als unwirksam oder durch die Mehrheit manipulierbar wahrgenommen werden).

Formen der Beteiligung

  • Intervention: Beteiligung wird als Intervention der Aufsichtsorgane in Entscheidungen verstanden, wobei bestimmte Ebenen über mehr Verantwortung und Autorität verfügen als andere (soziotechnisches Modell).
  • Aushandlung: Beteiligung wird als ein „Aushandeln“ der Autorität zwischen den Mitgliedern der verschiedenen Sektoren verstanden, die am Betrieb der Organisation beteiligt sind (soziokommunikatives Modell).

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