Verletzungen erkennen und behandeln: Prellungen, Verstauchungen, Frakturen und Wunden

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Die Prellung: Definition und Schweregrade

Eine Prellung ist das Ergebnis einer Gewalteinwirkung auf den Körper durch stumpfe Oberflächen (z. B. eine Faust, die Kante eines Schranks, eine Wand), ohne dass die Haut verletzt wird.

Prellungen sind Läsionen, die zwar die Haut nicht durchdringen, aber das darunterliegende Gewebe betreffen.

Einteilung der Prellungsintensität

  • Erste Klasse: Ein blauer Fleck (Hämatom) und Schmerzen.
  • Zweite Klasse: Stärkere Ausprägung, bei der größere Blutgefäße reißen und sich ein Knoten oder ein größeres Hämatom bilden, was starke Schmerzen verursacht.
  • Dritte Klasse: Sehr starke Schmerzen und ein ausgedehntes Hämatom mit möglicher Gewebenekrose unter der Haut. Dies kann einem Schlag auf eine offene Wunde ähneln.

Häufig gehen Prellungen mit Bandverletzungen, Verstauchungen und Brüchen einher. Verstauchungen und Brüche sind das Ergebnis einer erzwungenen Bewegung des Gelenks.

Unterschiedliche Gelenk- und Knochenverletzungen

Verstauchung und Bänderriss

  • Verstauchung: Eine Lockerung der Bänder eines Gelenks.
  • Bänderriss: Die Bänder werden vollständig getrennt.

Frakturen (Knochenbrüche)

Eine Fraktur ist der Bruch eines Knochens.

  • Offene Fraktur: Die Knochenfragmente haben die Haut durchbrochen und eine Wunde verursacht, durch die die Fragmente sichtbar sind.
  • Geschlossene Fraktur: Die Haut bleibt intakt und es liegt keine offene Verletzung vor.

Wie erkennt man einen Knochenbruch?

Die definitive Diagnose stellt der Arzt, aber es gibt Anzeichen, die auf einen Bruch hindeuten:

  • Vorgeschichte: Informationen über das traumatische Ereignis, die Gewalt des Traumas und die Position des Körpers vor dem Unfall.
  • Symptome (subjektiv): Die betroffene Person klagt über Schmerzen, ein Gefühl des Reißens, kann den Körperteil nicht bewegen.
  • Zeichen (objektiv): Sichtbare Anzeichen, die ohne bildgebende Verfahren festgestellt werden können.
  • Lokale Verformung.
  • Die betroffene Stelle ist heiß, geschwollen und gerötet.
  • Krepitieren: Knirschen zwischen den Knochenfragmenten bei Bewegung.
  • Abnormale Beweglichkeit des betroffenen Bereichs.
  • Lila Verfärbung der Haut (starke Blutergüsse).
  • Austritt von Blut (bei offenen Frakturen).
  • Das Glied kann kalt sein, die Person bemerkt Kribbeln oder Taubheit (kann auch bei Prellungen auftreten).

Die Luxation (Verrenkung)

Eine Luxation tritt auf, wenn die beiden Gelenkflächen ihre normale Berührung verlieren und gegeneinander verschoben werden. Bei einer Luxation reißen meist ein oder mehrere Bänder.

  • Lokale Schmerzen.
  • Funktionelle Unfähigkeit (Bewegungseinschränkung).
  • Schwellungen und Blutergüsse möglich.

Die Unterscheidung zwischen Luxation und Verstauchung wird durch die Deformität und das Tasten einer Lücke im Gelenkspalt ermöglicht.

Wunden: Definition und Klassifizierung

Wunden sind Verletzungen, bei denen die Kontinuität der Haut oder der Schleimhäute eines inneren Organs unterbrochen wird. Alle Wunden verursachen Schmerzen und Blutungen.

Arten von Wunden

  • Abrasion oder Schürfwunde: Eine oberflächliche Wunde mit großer Fläche, aber geringer Tiefe, verursacht durch Reiben des Körpers an einem externen Objekt (z. B. Sand oder Kies).
  • Schnitt- oder Stichwunde: Verursacht durch die scharfe Kante eines Objekts. Schnitte bluten stark.
  • Stichwunde: Verursacht durch ein Objekt mit einer scharfen Kante. Die Oberfläche ist klein im Verhältnis zur Tiefe; innere Organe können verletzt werden.
  • Quetschwunde: Entsteht durch einen heftigen Schlag eines stumpfen Objekts, was zur Trennung des Gewebes unter der Haut führt. Oft unregelmäßig und kann Fremdkörper enthalten.
  • Wunde mit Substanzverlust (Avulsion): Hinterlässt einen Krater mit stark gezackten und getrennten Rändern.
  • Riss- oder Lazerationswunde (Traktionswunde): Durch ein Objekt verursacht, das in ein Körperteil eindringt und dieses beim Herausziehen zerreißt. Das Gewebe wird stark zerstört und die Wunde ist leicht infizierbar.
  • Lappenrisswunde (Flap-Wunde): Ein Haut- oder Gewebeteil wird nur noch an einem Stiel gehalten und hängt herab.
  • Perforierende Wunde: Charakteristisch für Schussverletzungen. Das Projektil verletzt Organe entlang seines gesamten Weges.
  • Bisswunde: Kombiniert Eigenschaften von Schnitt-, Quetsch- und Stichwunden. Ist oft stark infiziert und muss im Krankenhaus behandelt werden.

Mögliche Wundkomplikationen

Wundheilungsstörungen können zu verschiedenen Komplikationen führen:

Lokale Komplikationen:

  • Verletzungen mittlerer oder großer Gefäße.
  • Nervenverletzungen.
  • Sehnenverletzungen.
  • Verzögerte Heilung oder überschüssige Narbenbildung.

Allgemeine Komplikationen:

  • Infektionen, Blutungen.

Im Rahmen der Ersten Hilfe (PA) konzentrieren wir uns hauptsächlich auf das Risiko einer Wundinfektion, welches davon abhängt, ob die Wunde sauber oder schmutzig ist.

Saubere Wunde:

Schädigung durch ein steriles Mittel, die Innenseite der Wunde ist nicht kontaminiert (z. B. Operationswunde).

Schmutzige Wunde:

Wenn das schädigende Agens kontaminiert ist (z. B. Rost), wenn die Ränder gezackt sind, wenn ein Hohlorgan betroffen ist, wenn die Haut beim Aufprall verschmutzt war, wenn Fremdkörper in das Gewebe eingebracht wurden.

Maßnahmen bei Wunden in der Ersten Hilfe (PA)

Ziele der Versorgung:

  1. Blutungen eindämmen.
  2. Infektion verhindern oder reduzieren (Risiko ist bei schmutzigen Wunden höher).

Vorgehen bei leichten Verletzungen:

  1. Entfernen Sie leicht zugängliche Fremdkörper aus der Wunde.
  2. Reinigen Sie die Wunde gründlich unter fließendem Wasser, um Kiesel oder Sand zu entfernen. Gehen Sie dabei sorgfältig vor, um die Wunde so sauber wie möglich zu machen.
  3. Waschen Sie Ihre Hände und desinfizieren Sie die Wunde:
    • Tragen Sie ein Antiseptikum mit einem Tupfer in neutralem Geschmack auf, indem Sie sanft reiben (Wasser und Seife oder Wasserstoffperoxid).
    • Die Reinigung sollte spiralförmig von innen nach außen erfolgen, um die Keimeintragung von außen zu vermeiden. Wechseln Sie den Tupfer/die Gaze häufig.
    • Spülen Sie die Wunde mit feuchter Gaze ab und anschließend mit Wasser. Tupfen Sie sie mit einem sauberen Tuch oder steriler Gaze trocken.
  4. Decken Sie die Wunde mit einem sauberen Tuch oder steriler Gaze ab. Verwenden Sie geeignete hypoallergene Pflaster oder Verbände.
  5. Befestigen Sie das Tuch mit einer Sicherheitsnadel oder indem Sie die Ränder umklappen und die Enden verknoten, oder verwenden Sie Klebeband.
  6. Bringen Sie den Verletzten zur medizinischen Versorgung, um sicherzustellen, dass keine Gefäß-, Nerven- oder Sehnenverletzungen vorliegen und um die Wundränder zu adaptieren sowie den Tetanusschutz zu überprüfen.

Vorgehen bei schweren Verletzungen:

  1. Entfernen Sie große Fremdkörper und reinigen Sie die Wunde mit einem Wasserstrahl.
  2. Decken Sie die Wunde mit einem sauberen Tuch oder steriler Gaze ab und manipulieren Sie sie nicht weiter.
  3. Kontaktieren Sie umgehend ein Krankenhaus und überwachen Sie in der Zwischenzeit die Vitalfunktionen des Verletzten.

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