Verpackungsmaterialien: Metall, Glas und Kunststoff im Fokus
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Metallverpackungen
Pro: Leicht, gute Oxidations- und Schwefelbeständigkeit, sensorische Stabilität des Produkts, recycelbar.
Nachteil: Geringer Widerstand gegen saure Lebensmittel; erfordert Lackierung und Sterilisationskontrolle. Schwierigkeiten beim Schweißen von Seitennaht-Dosen (drei Teile).
Anwendungen: Bier, kohlensäurehaltige Getränke, leicht zu öffnende Deckel, Fisch und Meeresfrüchte.
Glasbehälter
Glas ist eine unterkühlte Flüssigkeit, nicht-kristallin, mit variabler chemischer Zusammensetzung und sehr hoher Viskosität. Es handelt sich um ein komplexes Silikat.
Allgemeine Eigenschaften
Harte, spröde, glänzende und lösliche Substanz. Schmilzt bei ca. 1500 °C und weist eine schlechte Wärmeleitfähigkeit auf.
Chemische Zusammensetzung
- Siliziumdioxid (SiO₂ / Quarz): ca. 80 %
- Natriumoxid (Na₂O): ca. 15 %
- Calciumoxid (CaO): 15 bis 20 %
Physikalische Eigenschaften
Gute Schmelzbarkeit bei angemessener Temperatur, geeignete Viskosität, Entglasungsbeständigkeit und hohe thermisch-mechanische Widerstandsfähigkeit.
Eigenschaften von Glasbehältern
Mechanischer Schutz, physikalische und chemische Trägheit, geeignet für Lebensmittel und Getränke. Transparent, waschbar, leicht zu reinigen und wetterfest gegen Gase, Feuchtigkeit und Mikroorganismen (außer UV-Licht). Nachteilig sind das hohe Gewicht, die Zerbrechlichkeit und die schlechte Wärmeleitfähigkeit.
Brucharten bei Glasbehältern
Impact-Fraktur
Bruch durch aktive Stöße oder eine Reihe kleinerer Einwirkungen.
Faktoren: Schäden an der inneren oder äußeren Oberfläche durch Produktionsfehler oder ungleichmäßige Glasdicke.
Stressfraktur (Intern)
Fehler im Inneren des Behälters durch Kratzer oder Schrammen.
Faktoren: Herstellungsfehler, Gewicht, Druckbelastung und Größe.
Thermoschock-Bruch
Entsteht durch Temperaturunterschiede an verschiedenen Stellen des Glases, was zu mechanischer Spannung führt.
Faktoren: Herstellungsfehler, mangelnde Homogenität der Dicke und thermische Belastung.
Oberflächenbehandlungen
Zur Verbesserung der Stoßfestigkeit werden Oberflächenschmierungen (Stearat, Silikon, Polyethylen-Dispersion, Metalloxide) eingesetzt.
Vakuum-Verschlüsse
- Pry-off: Dampfstrahl im Kopfraum erzeugt beim Kondensieren ein Vakuum.
- Twist-off: Vakuum und Drehverschluss halten den Deckel fest.
- Pres-on-turn-off: Kombiniertes System aus Vakuum und Schraubverschluss.
Kunststoffverpackungen
Kunststoffe basieren auf petrochemischen Rohstoffen. Sie entstehen durch die Polymerisation von Harzpellets oder Pulvern unter hohem Druck und hoher Temperatur.
Familien der Lebensmittelkunststoffe
- Polyolefine: PE (Polyethylen), PP (Polypropylen), PS (Polystyrol), PVC (Polyvinylchlorid), PVDC (Polyvinylidenchlorid).
- Polyester: PEN (Polyethylen-Naphthalat), PET (Polyethylen-Terephthalat).
- Polyamide: PA 6, PA 11, Nylon 12.
- Sonstige: EVOH (Ethylen-Vinylalkohol), ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol).
Hitzebeständige Kunststoffe
- HDPE: Geeignet für Cook-in-Bag-Anwendungen.
- PP: Hochtemperaturbeständig, mikrowellengeeignet, Retortenbeutel.
- PVDC: Fertiggerichte.
- PET: Laminierte Retortenbeutel.
Verarbeitungsformen
- Einfache Folien: Kalandriert oder extrudiert.
- Verbundfolien: Laminate oder co-extrudierte Folien.
Flexible Retortenverpackungen
Retortenbeutel: Empfohlen für das Kochen, Pasteurisieren oder sterile Vakuumverpackungen. Ersetzt Konservendosen und ermöglicht eine Haltbarkeit von bis zu 18 Monaten.