Vicent Andrés Estellés: Analyse bedeutender Gedichte
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Lullaby: Existenzielle und elterliche Liebe
Lullaby (existenzielle / elterliche Liebe): Dieses Gedicht entstand kurz nach dem Tod seiner Tochter. Es spricht vom Tod als einer „Verkörperung“ – ein Tod, der im Leben des Dichters verwurzelt ist, ihn jederzeit begleitet und über seine Existenz herrscht. Trotz des Schmerzes ergibt sich der Dichter diesem Tod, da er das Einzige ist, was ihm von seiner Tochter bleibt. Das Gedicht ist ein Wiegenlied („Nedo“), um sie schlafen zu legen. Die Verse sind in Heptasilben (Siebensilbern) mit Assonanzreimen verfasst.
Also, bitte: Die Unausweichlichkeit des Todes
Also, bitte (existenziell): Dieses Werk ist in Form eines Dialogs geschrieben. Es verwendet einsilbige Wörter sowie zwei repetitive Lautmalereien (Onomatopoetika). Der Tod tritt still und unerwartet ein, zerstört alles und hinterlässt Schweigen. Erst herrscht viel Lärm, dann bleibt ein leerer Raum. Durch die Einfachheit des Gedichts wird der Tod als alltägliche Präsenz spürbar. Die Personifikation des Todes als unversöhnliches Wesen führt zur Unvermeidlichkeit, der sich niemand entziehen kann und die keine Erklärungen liefert.
Lady letzte Nacht: Der Tod als bürgerliche Frau
Lady letzte Nacht, würden Sie nicht böse (existenziell): In diesem Gedicht setzt der Autor das Thema des Todes fort, der hier als eine bürgerliche Frau dargestellt wird – vornehm, elegant, kühl, leidenschaftslos und aufmerksam auf äußere Gesten. Es ist ein bleicher, berechnender und „ehelich treuer“ Tod. Diese „Dame“ ist nüchtern und feiert nicht: „Sie geht zu Bett, weil es an der Zeit ist“.
In St. Vincent Ferrer: Zivilcourage und Alltag
In St. Vincent Ferrer (Zivil / Alltag): Der Schutzpatron von Valencia (14. / 15. Jahrhundert) war für seine moralisierenden Schriften und sein Wirken im öffentlichen Raum bekannt. Er stand dem Papst von Avignon als Berater nahe. Später entschied er sich für ein Leben als Bettler. Seine Fähigkeiten als Anführer zogen viele Anhänger in Europa an, wobei anzumerken ist, dass einige seiner Argumente fremdenfeindliche Ideen enthielten. Das Gedicht ist wie ein Brief verfasst und drückt Rebellion aus. Es ist ein Werk, das mit dem Elend der Gesellschaft unzufrieden ist und die Kirche sowie die Zustände in Europa kritisiert. Worte werden hier als Waffe eingesetzt, um die aktuelle Situation zu kritisieren.
12 – Testament Wand: Raum der Leidenschaft
12 – Testament Wand (existentiell): Dieses Werk zeigt die schriftliche Hinterlassenschaft einer Liebe. Es beschreibt eine räumliche Skala roher Kraft in einem dunklen Stadium der Liebe. Der Dichter zitiert St. Jordi (Georg), der sich an seine Geliebte wendet. Mit fortschreitender Zeit steigert das Gedicht die Leidenschaft. Fünfmal wiederholt sich der Versanfang: „Dein Name und mein Name“. Dies erzeugt eine klimatische Steigerung, die die körperliche Liebe des Dichters ausdrückt. Der geheime, schmutzige Raum wird zum Zeugen einer starken Liebe (Fortius), in dem die Wände durch Worte und Zeichnungen (bis hin zur Pornografie) von Erinnerungen erzählen.
13 – Die Stimme eines Menschen annehmen
13 – Assumirás die Stimme eines Menschen (Zivil): Dieses Gedicht diskutiert die Rolle des Dichters. Er sieht seine Aufgabe darin, ehrlich die Stimme des Volkes und der einfachen Leute zu sein. Er erwartet weder Ehre noch Anerkennung, sondern fühlt sich den Menschen verbunden und riskiert sein Leben. Durch die Verwendung des Futurs blickt das Werk nicht zurück in die Vergangenheit, sondern schreitet sicher von der Gegenwart in die Zukunft voran.
14 – Die Gebäudeplatte von Manises
14 – Ich sah das Gebäude Platte 1 Manises (Zivil): Die Thematik ist einfach und direkt. Es handelt sich im Grunde um eine visuelle Chronik, die die Kunst von Manises (Valencia) preist und das Werk der Menschen feiert.
Keine Eklogen schreiben: Realismus und Krieg
Escriche nicht eglogues (Zivil / Alltag): Dieses Gedicht umfasst zwei thematische Linien. Einerseits bietet es ein realistisches Porträt der urbanen Landschaft des Krieges in Valencia (Fluss, Gefängnis, Bars, Busse). Andererseits konzentriert es sich auf einen Charakter, den der Dichter in seiner Erinnerung sucht. Es besteht eine direkte Verbindung zum Gedicht „Die Liebenden“, markiert durch die Struktur des ersten Verses: „Es gab in Valencia zwei Beine wie du“ im Vergleich zu „Es gab in Valencia zwei Liebende wie wir“. Durch Hyperbeln (Übertreibungen) wird eine einzigartige Leidenschaft erzeugt, die auf klassische valencianische Schriftsteller wie Ausiàs March anspielt. Auch Bezüge zu Joanot Martorell (Tirant lo Blanc) und erotische Begehren werden thematisiert.