Vicent Andrés Estellés und Salvador Espriu: Meister der Katalanischen Literatur
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Vicent Andrés Estellés: Chronist der Wirklichkeit
Estellés galt in den siebziger Jahren als einer der besten valencianischen Dichter des zwanzigsten Jahrhunderts und als Vertreter der Nachkriegszeit.
Seine obsessive Notwendigkeit, die Wirklichkeit mit Worten zu klassifizieren, macht ihn zu einem perfekten Chronisten der Zeit, die er hautnah miterlebte. Estellés' Werk ist geprägt von einem kollektiven Bürgersinn; er präsentiert sich als Verfechter eines Volkes und einer Sprache, die zum Schweigen gebracht wurden (auch festgehalten im Buch der Wunder).
Themen und Stil
Seine Themen (Hunger, Sex, Tod) behandelt er sehr detailliert und alltagsnah. Wenn er vom Tod spricht – einem Thema, das ihn fasziniert –, beschreibt er eine konkrete Leiche, die auf dem Boden liegt, und nicht etwa eine metaphorische Ressource. Die Liebe, sein lyrischer Kern, entfaltet sich in einer reichen Palette von Gefühlen, die direkt vom Geschlecht (von unbekannter Intensität) bis hin zu komplizierteren Formen des Begehrens reichen.
Der Dichter schmiedet eine literarische Sprache, die vom Einfluss der Klassiker, insbesondere Ausiàs March, und der zeitgenössischen Literatur geprägt ist. Er zögert jedoch nicht, die Umgangssprache einzubetten, die er während seiner Kindheit im Garten erlernte. Sein Werk zeichnet sich durch einen Überfluss an Namen und expressiven Mitteln aus.
Wichtige Werke
Estellés war ein unglaublich fruchtbarer Dichter. Er korrigierte und veröffentlichte erste Bücher aus einem Korpus, den er die „Handschriften von Burjassot“ nannte. Zu seinen wichtigsten Werken zählen:
- City in Ihr Ohr (Sein erstes Buch)
- Eine Nacht und Erste Einsamkeit (Geschrieben nach dem Tod seiner Tochter)
- Absinthium Bitter (Ein Gedicht, das Finalist des Cynosure Awards war)
Intensität, Farbigkeit, Kraft und Originalität machen Estellés' Werk innovativ und sichern ihm einen Ehrenplatz in unserer literarischen Szene.
Salvador Espriu: Innovator der katalanischen Prosa
Salvador Espriu war ein Dichter, Dramatiker und Romanautor. Er nutzte Formeln des Noucentisme und gilt als einer der Innovatoren der katalanischen Prosa.
Esprius Werk zeichnet sich durch eine einzigartige Mischung aus Intellektualismus und einem oft ätzenden Deskriptivismus aus. Sein idiomatischer Reichtum, die Komplexität seiner thematischen Quellen und seine Fähigkeit, die transzendente kollektive Geschichte zu beschreiben, machen ihn zu einer der wichtigsten Figuren der katalanischen Literatur des zwanzigsten Jahrhunderts.
Zentrale Gedichtbände
Sein literarisches Schaffen ist umfangreich. Besonders hervorzuheben sind Esprius Gedichtbände:
- Der Friedhof von Sinera
- Der Fuß und die Wand
- Die Haut des Stieres (Wahrscheinlich sein berühmtestes Werk)
In seiner (modernistischen) Poesie entwickelte Espriu seine eigene Welt, die er mit „Sinera“ identifizierte – dem rückwärts gelesenen Namen von Arenys (ein Bezug auf das Meer).
Die Haut des Stieres und Sefarad
In Die Haut des Stieres, einem Werk von großer Resonanz, reflektiert Espriu über Vielfalt und Toleranz. Er verwendete alte Techniken, wie den persönlichen Gebrauch von Symbolen und die Mischung aus Satire, Elegie und Epik. Das Buch erlangte jedoch aufgrund des damaligen Klimas in der katalanischen Gesellschaft den Charakter eines bürgerlichen Diskurses. Die Fokussierung auf den Begriff Sefarad (jüdisches Spanien) wirkte als Katalysator für neue Dichter, sowohl national als auch international.
Im Jahr 1971 veröffentlichte er einen Gedichtband mit dem Titel Ostern, der 1972 den Kritiker-Preis für Poesie in Spanisch gewann, obwohl das Werk in katalanischer Sprache verfasst war.
Seine große Popularität wurde dadurch gefördert, dass seine Gedichte von Raimon vertont wurden. Sein Werk wurde bei seinem Tod am 22. Februar 1985 im Alter von 72 Jahren gewürdigt.