Die Vielfalt der Sprache: Definitionen, Dialekte und soziale Ebenen
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Sprache: Definition und Bedeutung
Was ist Sprache?
Die Fähigkeit, sich durch Zeichen auszudrücken und zu kommunizieren, ist ein universelles Recht, das der menschlichen und tierischen Natur angemessen ist. Sprache ist ein System von Zeichen, das von jeder Gesellschaft entwickelt wurde, um die Kommunikation zu ermöglichen.
Die Vielfalt der Sprachen
Es gibt mehrere tausend Sprachen auf der Welt. Ihre Bedeutung hängt von der geografischen Verbreitung, der Anzahl der Sprecher sowie ihrer literarischen und kulturellen Relevanz ab. Sprache zeichnet sich durch unterschiedliche Aussprachen aus und integriert oft Substrate früherer Sprachen.
Dialekt
Ein Dialekt ist eine Variante einer Sprache, die einer anderen zugrunde liegt, sich aber von ihr unterscheidet.
Die mehrsprachige Realität Spaniens
Die mehrsprachige Realität Spaniens ist durch die Existenz von vier Sprachen mit einer Vielzahl von Dialekten und einer reichen kulturellen Tradition geprägt.
Die Sprachen Spaniens
- Baskisch: Eine Sprache unbekannter, vorrömischer Herkunft, die über die Zeit hinweg in der mündlichen Kultur überlebt hat.
- Kastilisch (Spanisch): Eine romanische Sprache, die ursprünglich ein kastilischer Dialekt war und sich während der Reconquista über die Iberische Halbinsel ausbreitete. Die Expansion nach Süden führte zur Entstehung südlicher Dialekte (Andalusien, Extremadura, Murcia). Auch die Übersee-Expansion trug zur Entwicklung des lateinamerikanischen Spanisch und des Spanisch der Kanarischen Inseln bei.
- Katalanisch: Eine romanische Sprache, die sich früh konsolidierte und mit der ersten literarischen Kultur vermischte. Nach einer Reduktion auf den häuslichen Gebrauch im 16. Jahrhundert erlebte sie im 19. Jahrhundert eine Wiederbelebung. Heute wird Katalanisch in Katalonien, Valencia, auf den Balearen, in Andorra sowie in Teilen des Roussillon und Sardiniens gesprochen. Es weist eine große dialektale Vielfalt auf (z.B. Valencianisch, Alicantinisch) und genießt ein tief verwurzeltes kulturelles und literarisches Ansehen.
- Galizisch: Eine romanische Sprache, die sich ebenfalls früh konsolidierte und eine reiche kulturelle Tradition besitzt, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Galizisch wird in Galizien und in Gebieten von Zamora und León gesprochen.
Sprachliche Schichtung und Varianten
Faktoren der Sprachverwendung
Die Schichtung der Gesellschaft in verschiedene Gruppen führt zu spezifischen Sprachverwendungen, beeinflusst durch Faktoren wie:
- Wohnort
- Zugang zu Bildung und Kultur
- Beruf, Interessen und Hobbys
- Alter und Geschlecht
- Moralisch-religiöse familiäre Faktoren
Die kultivierte Sprachebene
Die wichtigsten Merkmale der kultivierten Sprachebene sind ihre Genauigkeit und Korrektheit.
Merkmale der kultivierten Sprache
- Lexikalischer Reichtum: Ein breiter aktiver und passiver Wortschatz, die Nutzung präziser Fachterminologie, eine große Auswahl an Synonymen, die Vorliebe für Aufzählungen, Parallelismen und Wiederholungen, Vielfalt und Eleganz bei Adjektiven und Adverbien, Präzision und Strenge im Gebrauch von Formulierungen sowie das Fehlen von Füllwörtern und umgangssprachlichen Ausdrücken.
- Morphosyntaktische Merkmale: Konsistenz in der Gedankenführung, grammatische Übereinstimmung, eine Vielzahl von Zeitformen, der korrekte Gebrauch von Konnektoren und das Fehlen unvollständiger Sätze.
Der eingeschränkte Code (Umgangssprache)
Der eingeschränkte Code, auch Umgangssprache oder vertrauter Wortschatz genannt, liegt zwischen der kultivierten und der vulgären Sprachebene.
Merkmale des eingeschränkten Codes
- Lexikon: Armer und begrenzter Wortschatz, Mangel an Synonymen, Verwendung von Allzweck-Adjektiven und -Adverbien (z.B. 'wunderbar', 'toll'), emotionaler Wortschatz (z.B. Schimpfwörter), vulgäre Ausdrücke und familiärer Ton (z.B. 'Onkel', 'Baby', 'Bruder').
- Morphosyntax: Ungezwungen und weniger präzise. Kurze Sätze, Zögern, Unterbrechungen und unvollendete Sätze. Geringe Kohärenz. Armut in der syntaktischen Organisation des Textes (z.B. Füllwörter wie 'und das', 'weil').
Die vulgäre Sprachebene
Die vulgäre Sprachebene ist oft die einzige Ausdrucksform für Menschen mit geringer Bildung.
Merkmale der vulgären Sprache
- Lexikalisch-semantisch: Unangemessener Gebrauch von Wörtern (z.B. 'passen' statt 'dauern'), Archaismen (z.B. 'Mesmer', 'er brachte', 'sah er', 'Agora'), Schimpfwörter und grobe Ausdrücke.
- Morphosyntaktisch: Falsche Genuszuweisung, fehlerhafte Verbkonjugationen (z.B. Infinitive und Imperative falsch verwendet, unpersönliches 'haben', Pluralformen bei 'sie'), Queísmo und Dequeísmo, falsche Reihenfolge von Pronomen, fehlerhafte Übereinstimmungen, falsche Verwendung von Konnektoren, Präpositionen, Konjunktionen und Adverbien.
Jargon und Slang
Sprachliche Besonderheiten sozialer oder beruflicher Gruppen:
- Jargon und Fachsprachen: Bezeichnen die spezifische Sprache einzelner Berufe oder Fachgebiete, von Business-Jargon bis hin zu wissenschaftlich-technischen oder künstlerischen Fachsprachen. Dazu gehören auch der Jargon des Freizeitsports sowie Schüler- und Jugendslang.
- Slang: Ein Geheimcode, der von Randgruppen verwendet wird und sich radikal von der Standardsprache unterscheidet. Er ist oft abgeleitet und hat das Ziel, kryptisch zu sein.