Volleyballregeln: Schiedsrichter, Aufstellung, Rotation & Libero
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Während Timeouts gehen die Spieler, die im Spiel sind, in die Freizone neben den jeweiligen Bänken, wo sie Anweisungen entgegennehmen. Die anderen Spieler können sich in der Freizone hinter der Grundlinie aufwärmen, jedoch ohne Bälle.
Schiedsrichterteam
Das Schiedsrichterteam in einem Volleyballspiel besteht aus mehreren Personen mit klaren Aufgaben:
- Erster Schiedsrichter (Hauptschiedsrichter): Sitzt oder steht auf einem Podest neben einem der Pfosten, gegenüber der Bank, mit Blick hoch über das Netz (ca. 50 cm). Er leitet das Spiel, zeigt den Beginn der einzelnen Punkte an, entscheidet, welches Team einen Punkt erzielt, und beurteilt Regelverstöße. Er ist der einzige, der technische Maßnahmen oder Karten verhängen und das Ende eines Spiels oder eines Satzes anzeigen kann.
- Zweiter Schiedsrichter (Assistent des Hauptschiedsrichters): Steht neben dem Pfosten gegenüber dem ersten Schiedsrichter, zwischen den beiden Bänken und vor dem Sekretariatstisch, auf Höhe des Spielfelds. Er überwacht Zwischenfälle an der Seitenlinie und in den Außenbereichen (z. B. Torschütze, Auswechselbänke, Strafen), Pausen und Material (z. B. Bälle). Während des Spiels kontrolliert er die Position der Spieler nach dem Rotationsprinzip, überwacht Auswechslungen und weist auf Netzdurchdringungen, Rückenblock/Blockfreiheit und Rotationsfehler der empfängenden Mannschaft hin.
- Sekretär/Spielstandsführer: Sitzt am Tisch, direkt gegenüber dem ersten Schiedsrichter, zwischen den beiden Bänken. Er ist für die Spielpunkte, Eintragungen von Auswechslungen und Rotationen beider Teams verantwortlich und informiert den zweiten Schiedsrichter, wenn eine Mannschaft einen Fehler im Aufstellungs- oder Serviceverfahren begeht oder unsachgemäße Auswechslungen durchführt.
- Assistent des Sekretärs: Sitzt am Tisch neben dem Sekretär. Er ist verantwortlich für die elektronische Erfassung der Spielprotokolle bei Wettbewerben, z. B. nach den Vorgaben der CEV (European Volleyball Confederation).
- Linienrichter (2 oder 4): Befinden sich an den Ecken des Feldes; bei nur zwei Linienrichtern stehen diese diagonal gegenüber voneinander. Ihre Aufgabe ist es, zu entscheiden, ob der Ball innerhalb oder außerhalb des Feldes landet, den Ballbesitz lokalistisch zu kontrollieren und den Schiedsrichtern bei Zweifelsfällen über Spieler-Kontakt mit dem Ball zu unterstützen.
Obwohl jeder Schiedsrichter eine bestimmte Funktion erfüllt, hat der erste Schiedsrichter die höchste Entscheidungsbefugnis über das Spielgeschehen.
Jede Mannschaft spielt mit sechs Spielern auf dem Feld; Spieler können unter bestimmten Bedingungen ausgewechselt werden. Drei der Spieler befinden sich in der Vorderreihe (Angriff), die anderen drei in der Hinterreihe (Abwehr/Empfang).
Das gesamte Team kann aus maximal 14 Personen bestehen (z. B. 12 Spieler plus 2 weitere), sowie einem Trainer, einem Assistenztrainer, einem Masseur/Physiotherapeuten und einem Arzt. Jeder Spieler ist durch eine unterschiedliche Nummer identifiziert (z. B. von 1 bis 20), die vorne und hinten auf dem Trikot angebracht ist. Ein Spieler ist Mannschaftskapitän und trägt in der Regel eine sichtbare Kennzeichnung wie eine Kapitänsbinde. Der Libero kann nicht Mannschaftskapitän sein und ist der einzige Spieler, der ein von der Mannschaftsfarbe abweichendes Trikot tragen darf.
Rotationen
Gewinnt eine Mannschaft einen Punkt und damit das Aufschlagrecht, rotieren die sechs Spieler der Mannschaft im Uhrzeigersinn um genau eine Position. Dadurch wechseln die Spieler zwischen Vorder- und Hinterfeld-Positionen.
Für die korrekte Stellung zu Beginn eines jeden Ballwechsels ist keine bestimmte geometrische Anordnung erforderlich. Entscheidend ist, dass zu Beginn eines jeden Punktes die vorderen Spieler jeweils mit mindestens einem Fuß vor den entsprechenden hinteren Spielern stehen und seitlich die Positionen so eingenommen sind, dass ein Spieler näher zur Seitenlinie steht als der Spieler in der mittleren Position. Ab dem Moment des Aufschlags dürfen sich die Spieler frei auf dem Spielfeld bewegen. Diese Regeln erlauben flexible Aufstellungsvarianten und eröffnen taktische Möglichkeiten.
Vor Beginn eines Spiels übergibt der Trainer dem Schiedsrichter die Liste der Spieler, die eingesetzt werden.
Zur Bezeichnung der Feldzonen werden die Zahlen 1 bis 6 verwendet (z. B. Zone 4).
Libero
In einem Spiel können bis zu zwei spezielle Spieler als Libero benannt werden. Der Libero ist ein defensiver Spezialist und kann beliebig oft und ohne formelle Auswechslung für andere Rückraumspieler ein- und ausgewechselt werden, solange die Rotation berücksichtigt wird. Der Libero darf nicht angreifen, wenn er sich oberhalb der Netzhöhe befindet, und bestimmte weitere Einschränkungen gelten je nach Regelwerk.
Der Zweck des Liberos ist es, die Annahme und Abwehr zu stabilisieren, da die Angreifer häufig hohe Sprünge ausführen und dadurch weniger beständig in der Annahme sind.