Vorrömische Völker auf der Iberischen Halbinsel

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Die vorrömischen Völker

Nach dem langen Paläolithikum, in dem der langwierige Prozess der Humanisierung der Spezies Homo sapiens sapiens abgeschlossen wurde, begann auf der Iberischen Halbinsel die Jungsteinzeit. Die neuen, sesshaften Gemeinden von Bauern schufen dauerhafte Siedlungen.

Tartessos (Tharsis)

Eine brillante Zivilisation entwickelte sich im Südwesten Spaniens in der ersten Hälfte des ersten Jahrtausends v. Chr. Dennoch blieb sie von Geheimnissen umgeben. Griechische und biblische Texte berichten von einer reichen Kultur. Bedeutende archäologische Funde wie das Schatzamt von El Carambolo zeugen von ihrem Reichtum.

Man nahm an, Tartessos (auch als Tharsis überliefert) sei ein wichtiges Handelszentrum gewesen, von dem eine mächtige Aristokratie profitierte. In der Mitte des ersten Jahrtausends v. Chr. zerfiel Tartessos.

Die Iberer: Völker des Südens und Ostens

In den südlichen Mittelmeerküsten ließen sich mehrere Völker und Dörfer nieder (z. B. Indigetes, Turdetani ...), die gemeinsame Merkmale aufwiesen. Möglicherweise verband sie eine gemeinsame Sprache oder Ähnliches.

Der Kontakt mit den mediterranen Siedlern förderte ihre kulturelle Entwicklung. Sie betrieben Acker- und Viehwirtschaft sowie Handel und Bergbau. Kleine Städte entwickelten sich zu gut verteidigten Orten und zeichneten sich durch eine stark hierarchische Gesellschaft aus (Aristokratie – Sklaven). Ein König herrschte über eine Stadt oder mehrere Städte. Die Iberer stellten eine hoch differenzierte Kunst her; das bekannteste Beispiel ist die Dame von Elche.

Die Völker Mittel- und West

Hier war der Einfluss der Mittelmeer-Kolonisten sehr schwach, und die Präsenz keltischer (indoeuropäischer) Völker war bedeutend. Man fasste Gruppen unter Bezeichnungen wie Keltiberer zusammen (z. B. Ilergetes, Carpetani, Lusitanier ...).

Ihre Wirtschaft beruhte überwiegend auf Ackerbau und Viehzucht; der Handel spielte eine geringere Rolle. Gesellschaftlich war ein starker stammeshafter Zusammenhalt typisch, und sie bewohnten befestigte Orte wie Numancia.

In Kunst und Kultur sind besonders die Eber- bzw. Stierskulpturen der Vettones im Tejo-Tal hervorzuheben. Diese großen Tierdarstellungen stehen in Verbindung mit kultischen Praktiken der Landbevölkerung. Das berühmteste Beispiel sind die Stiere von Guisando.

Die Völker des Nordens

Zu den nördlichen Völkern zählen unter anderem Galicier, Asturer, Cantabrier, Varduler und Basken; ihr Gebiet erstreckte sich beständig von Galicien bis zu den Pyrenäen in Aragón.

Diese Gruppen blieben lange isoliert; ihre Wirtschaft basierte auf Landwirtschaft, Ernte und Fischerei. Die Bedeutung der Landwirtschaft war im Vergleich zu anderen Regionen geringer.

Archäologische Stätten zeigen befestigte Siedlungen und runde Häuser, wie sie in Galicien gebaut wurden. Ein gutes Beispiel ist der Castro von Coaña. Unter diesen Völkern waren ausgeprägte magische Praktiken verbreitet und es entwickelte sich die Wahrsagerei (adivinación).

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