Walt Whitman und Charles Baudelaire: Wegbereiter der Moderne
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Walt Whitman: Der Dichter der amerikanischen Nation
Walt Whitman schreibt aus der Sicht der Pioniere, der Gründer der neuen amerikanischen Nation und ihres neuen Raumes. Ihm ist wichtig, dass sein Werk nicht nur das „Poetische“ umfasst, sondern die gesamte amerikanische Gemeinde einbezieht. Er zeigt den Stolz, Teil von etwas Größerem (Heimat, Universum) zu sein, in einer Mitte zwischen dem Epischen – als kollektives Unterfangen – und der intimen Erhöhung sowie Lyrik.
Er vertritt eine optimistische Sicht und hat Vertrauen in die Kraft der Gesellschaft. Er ist vital, energisch und fördert die Gemeinschaft sowie die Natur. In seinen Gedichten verbreitet er den Glauben an die Menschheit und die amerikanische Staatsbürgerschaft. Das Poetische verbindet sein gesamtes Werk.
Grashalme und der freie Vers
In „Grashalme“ nutzt er freie Verse mit einer teils aufwendigen, teils einfachen Sprache, die dem Gesang und einer festlichen Zeremonie nahesteht – fast wie eine Hymne mit einem klaren, starken Rhythmus. Die Themen beschreiben nicht nur das Weltliche, sondern wirklich alles; es gibt keine selektiven ästhetischen Objekte, da alles als ästhetisch betrachtet wird (Mineralien, Pflanzen und Tiere). Er begreift Geschlechtlichkeit als einen vitalen und expressiven Ausdruck der Natur in ihrer Erregung.
Charles Baudelaire: Zwischen Spleen und Ideal
Charles Baudelaire widmet sich drei Hauptthemen:
- Der Ekel vor der Realität und der Gesellschaft: Dies verursacht „Spleen“ (Langeweile) und bringt ihn dazu, durch künstliche Paradiese, das Böse, Erotik, die Anonymität der Masse und schließlich den Tod zu fliehen.
- Die Stadt als etwas Poetisches: Ein Ort, an dem ein Individuum existiert, ohne in der anonymen Menschenmenge auf der Straße unterzugehen.
- Die Reflexion über das künstlerische Schaffen: Die sichtbare Welt spiegelt die unsichtbare wider (Schönheit, Wahrheit, Ideale), und nur der Dichter ist in der Lage, dies zu unterscheiden.
Das Meisterwerk: Die Blumen des Bösen
Sein Hauptwerk ist „Die Blumen des Bösen“, eine Gedichtsammlung, die in sechs Teile gegliedert ist:
- Spleen und Ideal: Hier stehen der Alltag und das Ideal im Konflikt, was letztlich Langeweile erzeugt.
- Pariser Bilder (Tableaux parisiens): Das Eintauchen in die poetische Menge der Stadt, um die Angst zu vergessen.
- Der Wein: Der Versuch, Glück in künstlichen Paradiesen zu finden, was jedoch nur das Poetische degradiert.
- Die Blumen des Bösen: Der Abstieg in die Perversion und das Laster.
- Rebellion: Die Negation von Werten und Überzeugungen sowie die Erhöhung von Symbolen wie Kain oder Satan.
- Der Tod: Der Tod als letzte Ausflucht und Erlösung.
Zudem verfasste er ein weniger berühmtes Buch: „Kleine Gedichte in Prosa“, in dem poetische Prosa ohne festes Argument verwendet wird.