Wärme, Temperatur und biologische Reizverarbeitung
Eingeordnet in Physik
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 7,37 KB
Zusammenfassung: Wärme und Temperatur
Thermisches Gleichgewicht und Temperaturkonzept
Wenn wir sagen, ein Körper sei heiß oder kalt, geben wir damit seine Temperatur an. Ein Thermometer kann dies objektiv belegen.
Das thermische Gleichgewicht
Wir sagen, dass zwei Körper im thermischen Gleichgewicht sind, wenn sie die gleiche Temperatur haben. Thermometer dienen zur Messung der Temperatur, da sie ein thermisches Gleichgewicht mit dem zu messenden Objekt erreichen. Körper werden als heiß oder kalt bezeichnet, wenn ihre Temperatur entsprechend hoch oder niedrig ist. Im thermischen Gleichgewicht weisen alle beteiligten Körper die gleiche Temperatur auf.
Thermisches Ungleichgewicht und das Konzept der Wärme
Zwei Körper befinden sich im thermischen Ungleichgewicht, wenn sie unterschiedliche Temperaturen haben. Wärme fließt dabei immer vom Körper mit der höheren Temperatur zum Körper mit der niedrigeren Temperatur. Hätten beide die gleiche Temperatur, würde kein Wärmeaustausch stattfinden.
Wärme wird in Joule gemessen. Ihr Wert entspricht der Energie, die vom Körper höherer Temperatur auf den Körper niedrigerer Temperatur übertragen wurde.
Besitzen Körper Wärme?
Nein, Körper besitzen Energie. Sie können Energie als Wärme abgeben oder aufnehmen, wenn sie mit anderen, kühleren oder wärmeren Körpern in Kontakt kommen. Man kann sagen, dass Körper heiß sind oder Wärme abgeben, aber sie "besitzen" keine statische Hitze.
Thermische Effekte und Grundlagen der Messung
Die thermische Ausdehnung (Dilatation)
In der Regel dehnen sich Körper bei steigender Temperatur aus. Diese Zunahme des Volumens wird Ausdehnung oder Streckung genannt. Die Ausdehnung ist bei Gasen sehr groß, während sie bei Flüssigkeiten und Feststoffen deutlich geringer ausfällt.
Das Quecksilber-Thermometer
Bei steigender Temperatur dehnt sich das Quecksilber in einem Thermometer aus und steigt in der Kapillarröhre nach oben. Jedem Stand des Quecksilbers entspricht dabei ein spezifischer Temperaturwert.
Arten der Wärmeübertragung
Wärme kann auf drei Arten verbreitet werden:
- Leitung: Wärmeübertragung ohne Stoffaustausch.
- Konvektion: Wärmeübertragung durch die Bewegung von Materie.
- Strahlung: Wärmeübertragung ohne die Notwendigkeit von Materie.
Wahrnehmung und Aggregatzustände
Ob ein Körper als kalt oder warm empfunden wird, hängt von seiner Temperatur im Vergleich zu unserer Haut ab. Die Temperatur eines Stoffes ist unabhängig von der Menge der Materie oder der Art des Materials.
Änderungen des Aggregatzustandes:
- Schmelzpunkt: Die Temperatur, bei der ein Stoff von fest zu flüssig wird.
- Siedepunkt: Die Temperatur, bei der ein Stoff von flüssig zu gasförmig wird.
Bei reinen Substanzen bleibt die Temperatur während des Phasenwechsels konstant. Dennoch ist der Energiegehalt von Dampf höher als der von Flüssigkeit, und der von Flüssigkeit höher als der von Feststoffen, selbst wenn sie die gleiche Temperatur haben.
Biologische Reizverarbeitung
Das Reiz-Reaktions-Schema
- Informationsaufnahme: Sinnesorgane sammeln Informationen aus der Umwelt und dem Körperinneren.
- Informationsverarbeitung: Das Nervensystem verarbeitet diese Daten.
- Reaktion: Muskeln (Bewegung) und Drüsen führen die Antwort aus.
Begriffsdefinitionen:
- Stimulus (Reiz): Eine physikalische oder chemische Änderung der Umgebung, die eine Reaktion auslöst.
- Verhalten: Die Abfolge von Maßnahmen als Reaktion auf einen Reiz (z. B. Heulen).
- Antwort: Der Prozess der Reaktion, gesteuert durch Effektoren (motorisch durch den Bewegungsapparat oder sekretorisch durch Drüsen).
- Rezeptoren: Spezialisierte Strukturen zur Erkennung von Reizen.
- Effektoren: Organe, welche die Antwort ausführen.
- Propriozeptive Sinne: Erkennung von Reizen aus dem Körperinneren (Gleichgewicht, Hunger, Durst).
Arten von Reizen
- Chemisch: Verursacht durch Substanzen (Kontakt: Geschmack; Entfernung: Geruch).
- Thermisch: Bezieht sich auf Wärme und Kälte (Temperaturdifferenzen über die Haut).
- Mechanisch: Durch Berührung, Druck oder Stoß provoziert (Fühlen, Hören, Seitenlinienorgan).
- Lichtreize: Im Zusammenhang mit Licht (Photorezeptoren).
Das Nervensystem und die Kommunikation
Die Kommunikation zwischen Rezeptoren und Effektoren erfolgt über das Nervensystem, bestehend aus Nerven und Nervenzentren. Diese Übertragung ist extrem schnell.
- Zentralnervensystem (ZNS): Empfängt Informationen, produziert Antworten und fungiert als Speicher.
- Neuronen: Zellen des Nervensystems, die Impulse verarbeiten und übertragen.
- Synapse: Verbindungsstelle zwischen Neuronen.
- Nerven: Verbinden Rezeptoren mit den Nervenzentren.
Bei Wirbeltieren besteht das System aus Gehirn und Rückenmark, bei Wirbellosen oft aus einer Ganglienkette.
Typen von Nervenfasern:
- Sensibel: Leiten Informationen vom Rezeptor zum Zentrum.
- Motorisch: Leiten Informationen vom Zentrum zum Effektor (Muskel/Drüse).
- Gemischt: Enthalten beide Arten von Fasern.
Hormonelle Kommunikation
Neben den Nerven gibt es chemische Botenstoffe (Hormone), die über das endokrine System im Blut verteilt werden.
- Endokrine Drüsen: Geben Hormone direkt in die Blutbahn ab (z. B. Hypophyse).
- Exokrine Drüsen: Geben Substanzen über Kanäle nach außen ab (z. B. Schweißdrüsen).
Das Nervensystem und das endokrine System sind über den Hypothalamus perfekt aufeinander abgestimmt.
Reaktionen bei Pflanzen
Pflanzen haben keine Sinnesorgane, reagieren aber dennoch auf Reize.
- Tropismus: Eine langsame Wachstumsbewegung als Reaktion auf einen Reiz.
- Phototropismus: Wachstum zum Licht hin.
- Geotropismus: Reaktion auf die Schwerkraft (Wurzeln wachsen nach unten, Triebe nach oben).
- Hydrotropismus: Wachstum der Wurzeln zum Wasser hin.
Einige Pflanzen (z. B. fleischfressende Pflanzen) reagieren zudem schnell auf Druckreize.
Physikalische Formeln der Bewegung
Verschiebung (Offset): Der Unterschied zwischen der Endposition und der Ausgangsposition eines bewegten Objekts.
Strecke: Die Länge des zurückgelegten Weges eines Objekts.
Formel: Δx = x2 - x1 (x1 = Ausgangsposition, x2 = Endposition)
Geschwindigkeit: Gibt an, wie schnell sich ein Objekt bewegt.
Formel: v = d / t (Distanz pro Zeit)