Webb: Gewerkschaften und Arbeitsbeziehungen

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Webb: Arbeitsbeziehungen und Gewerkschaften

Die Webbs entwickelten keine allgemeine soziale Theorie, sondern ein Konzept der Arbeitsbeziehungen als eigenständigen Bereich der modernen Gesellschaft. Sie kombinierten eine analytische mit einer politischen Perspektive, um eine Theorie über die Rolle der Gewerkschaften in einem demokratischen Staat zu entwickeln.
Die Webbs waren Pioniere bei der Untersuchung industrieller Beziehungen als solche, als Wechselwirkung zwischen Arbeitnehmern und Vertretern der Arbeitgeber, im Gegensatz zu den Klassikern der Soziologie, die diese Beziehungen als ein Element innerhalb größerer Prozesse der gesellschaftlichen Arbeitsteilung oder als Folge kapitalistischer Rationalisierung betrachteten.

Fabian Society und Entstehung

Sie entwickelten ihr Konzept der Gewerkschaften und Tarifverhandlungen im Umfeld der Fabian Society. Dies kann als eine moderate, sogenannte „possibilistic“ Gesellschaft verstanden werden, gegründet im Jahre 1884 von Wissenschaftlern mit Verständnis für die aufstrebende Labour Party; an deren Gründung im Jahr 1883, abgesehen von Webb, andere Fabians teilgenommen haben.

Grundlagen: Geschichte und Praxis

Die Webbs bauten ihre Theorie auf einer gründlichen Analyse der Geschichte der Gewerkschaften und der gewerkschaftlichen Praxis auf. Nach ihnen gilt:

A union is, in our view, a permanent association of wage‑earners for the maintenance or improvement of the conditions of their working life.

Gewerkschaften, Arbeitgeber und Recht

Webb war unsicher, ob relevante Geschäftsprozesse, Organisationen oder das Arbeitsrecht allein die Rechte der Arbeitnehmer garantieren würden. Daraus folgte, dass seine Analyse sich auf einen kollektiven Akteur konzentrieren sollte: die Gewerkschaft, im Wechselspiel mit dem Arbeitgeber. Angesichts des Fehlens eines kollektiven Gesprächspartners versuchen Arbeitgeber, Standards hinsichtlich der Behandlung ihrer Arbeitnehmer durchzusetzen, wodurch Gewerkschaften als Gegenmacht entstehen.

Wesentliche Aspekte

  • Analytische und politische Perspektive: Verbindung beider Blickwinkel in der Analyse der Arbeitsbeziehungen.
  • Fabian Society: Politischer Kontext und moderater Ansatz ('possibilistic').
  • Gewerkschaften als kollektive Akteure: Notwendigkeit kollektiv organisierter Interessenvertretung gegenüber Arbeitgebern und Recht.

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