Weltgeschichte: Von der Aufklärung bis zum Nationalsozialismus
Eingeordnet in Geschichte
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 8,65 KB
Die Unabhängigkeit der USA
Unabhängigkeit der USA: Britische Auswanderer gründeten Kolonien (siehe S. 17–18). Bei ihrer Ankunft im Land vertrieben sie die indigenen Stämme und pflanzten Tabak und Baumwolle an. Die Metropole erhob hohe Steuern und zwang die Kolonisten, ohne Wettbewerb nur mit England Handel zu treiben. Die Kolonisten protestierten, wurden jedoch ignoriert (Boston Tea Party 1773). Die Kolonien schlossen sich zusammen und verabschiedeten die Unabhängigkeitserklärung (4. Juli 1776), was zum Krieg bis 1783 führte. Die britischen Kolonien gaben schließlich nach und verabschiedeten eine Verfassung: „Jede Person hat ihre Rechte – vor dem Gesetz sind alle gleich – das Volk allein kann regieren.“ Zudem wurden Kirche und Staat getrennt.
Die Französische Revolution
Ursachen: Frankreich war wirtschaftlich benachteiligt durch schlechte Ernten, hohe Militärkosten und die Ausgaben des königlichen Hofes sowie die Verbreitung revolutionärer Ideen. Entwicklung: König Ludwig XVI. forderte die Privilegierten auf, Steuern zu zahlen, was diese jedoch verweigerten. Daraufhin wurden die Generalstände der drei Stände einberufen. Das Volk nutzte die Gelegenheit zur Gründung der Verfassungsgebenden Versammlung. In Paris wurde die Bastille gestürmt, was der Monarch schließlich akzeptierte. Im Jahr 1791 wurde die Abschaffung der feudalen Rechte und die Verfassung proklamiert. Folgen: Das alte politische System endete; es folgten die Gleichheit der Bürger, die Bedeutung der Verfassung, die Trennung der Gewalten (Legislative, Judikative, Exekutive) und die Menschenrechte.
Das Ancien Régime
Die europäische Gesellschaft gliederte sich in drei Schichten: Adel (lebte von ererbtem Einkommen, zahlte keine Steuern, bevorzugte Gesetze), Klerus (hoch und niedrig, Privilegien, lebte von Almosen, dem Zehnten und Einkommen) und das Volk (nicht privilegiert, ohne Rechte, mit allen Verpflichtungen; bestehend aus Bauern, Handwerkern, Bourgeoisie und Sklaven).
Wirtschaftliche Aktivitäten
- Landwirtschaft: Der wichtigste, aber rudimentäre Wirtschaftssektor; oft herrschte Hunger.
- Handwerk: Produkte wurden in kleinen Werkstätten mit rudimentären Techniken hergestellt. Handwerker waren in Zünften organisiert.
- Handel: Es gab kaum kommerzielle Netze. Die Bourgeoisie vermarktete Waren in den Städten. Der Seehandel zwischen den Kontinenten nahm zu, da er nicht durch Zünfte kontrolliert wurde.
Das liberale Modell
Ein neues politisches Regime entstand: Die Souveränität liegt nicht mehr beim König, sondern bei der Nation. Der König steht nicht über dem Gesetz. Die Ständeordnung wurde aufgehoben und die wirtschaftliche Aktivität ist frei; es gibt keine Monopole oder Zünfte mehr.
Kolonialismus und Imperialismus
Faktoren: Wirtschaftlich und sozial dienten neue Gebiete als exklusive Märkte und lieferten Lebensmittel für die Metropolen. Kolonien boten Investitionsmöglichkeiten und Arbeitsplätze. Politisch ging es um den Aufbau großer Reiche, die Ablenkung von internen Problemen und die Kontrolle strategischer Handelspunkte. Ideologisch glaubten die Europäer, die Kolonien zivilisieren und ihre Religion verbreiten zu müssen.
Arten von Kolonien
- Beherrschungskolonien: Ausbeutung von Ressourcen und eigene Gesetze.
- Protektorate: Die lokale Regierung bleibt bestehen.
- Siedlungskolonien: Getrennte Viertel für Weiße und Indigene, oft starker Rassismus (Reservate).
- Konzessionen: Wirtschaftliche Einheiten in Häfen.
Folgen: Wirtschaftliche Ausbeutung der Kolonien. Sozial: Marginalisierung der Indigenen. Politisch: Künstliche Grenzen, fehlende Unabhängigkeit und die Entstehung militärischer Bündnisse, die zum Weltkrieg führten.
Die Industrielle Revolution
Begann im 18. Jahrhundert in England und verbreitete sich in Europa, den USA und Japan. Die Wirtschaft verlagerte sich von der Landwirtschaft zur Industrie unter Nutzung wissenschaftlicher Methoden und neuer Technologien (Massenverkehrsmittel).
Faktoren und Sektoren
- Physisch: Viele Mineral- und Energieressourcen (Wasserkraft).
- Sozial: Medizinischer Fortschritt senkte die Sterblichkeit, was den Bedarf an Ressourcen erhöhte.
- Politisch: Freie Marktwirtschaft.
- Landwirtschaft: Neue Techniken und Pflanzen.
Leitsektoren: Textilien (Dampfmaschinen erhöhten die Produktion), Transport (Dampfeisenbahn und Schiffe für Personen und Waren), Siderurgie (Hochöfen zur Stahl- und Eisenproduktion mittels Kohle).
Konsequenzen: Entstehung von Reichtum, Versicherungen und Banken. Das Handwerk verschwand, Großstädte entstanden. Es bildeten sich zwei soziale Gruppen: Kapitalisten (Bourgeoisie) und Arbeiter (Proletariat).
Die Internationale und politische Theorien
Die Verbreitung sozialistischer und anarchistischer Ideen begünstigte die Gründung der Internationalen Arbeiterassoziation zur Stärkung der Solidarität gegen den Kapitalismus. Marxistische Theorien führten zur Gründung von Gewerkschaften und Parteien. Konflikte zwischen Anarchisten und Marxisten provozierten 1872 den Zerfall der Internationalen; 1889 gab es eine Neugründung, die jedoch nie eine einheitliche Bewegung wurde.
Marxistischer Sozialismus
Karl Marx hielt utopische Lehren für unerreichbar und entwarf den wissenschaftlichen Sozialismus. Kernpunkte: Klassenkampf (Proletariat gegen Eigentümer), Mehrwert (Profit der Bourgeoisie aus der Arbeit), Revolution der Arbeiter (Eroberung des Staates) und Sozialismus (Diktatur des Proletariats, Staat wird Eigentümer der Produktion).
Anarchismus
Michail Bakunin und Pjotr Kropotkin betrachteten den Staat als Barriere für die Freiheit. Hauptfeinde: Kirche, Schule und Armee. Die Souveränität kann nicht ersetzt werden; der revolutionäre Streik ist der einzige Weg, den Staat zu beenden.
Der Erste Weltkrieg (1914–1918)
Otto von Bismarck wollte Frankreich isolieren. Spannungen durch Nationalismus und wirtschaftliche Rivalität führten zu Bündnissen: Dreibund (Deutschland, Italien, Österreich-Ungarn) und Triple Entente (Frankreich, Russland, Großbritannien). Unmittelbare Ursache: Ermordung des österreichischen Thronfolgers in Sarajevo durch einen serbischen Studenten.
Entwicklung: Stellungskrieg an nahezu unveränderten Grenzen, Einsatz tödlicher Waffen (Maschinengewehre, Gas, Tanks, Flugzeuge). Die USA traten den Alliierten bei. Deutschland unterzeichnete den Waffenstillstand aus Angst vor einer kommunistischen Revolution. Folgen: Deutschland wurde die Kriegsschuld zugewiesen (Versailler Vertrag), verlor Kolonien und musste Entschädigungen zahlen. Gründung des Völkerbundes; die USA wurden zur Weltmacht.
Die Russische Revolution
Russlands Teilnahme am Ersten Weltkrieg führte zu Elend und Niederlagen. Im Februar 1917 erzwangen Streiks den Rücktritt von Zar Nikolaus II. Die Sowjets (Arbeiterräte) forderten Land und Kontrolle. Im Oktober 1917 übernahmen die Bolschewiki die Macht.
Bildung der Sowjetunion: Nach einem Bürgerkrieg (1918–1920) wurde 1922 die UdSSR gegründet. Merkmale: Selbstbestimmung, Diktatur des Proletariats, Abschaffung des Privateigentums und Kollektivierung. Nach Lenins Tod errichtete Stalin eine persönliche Diktatur.
Faschismus und Nationalsozialismus
Italienischer Faschismus: Benito Mussolini gründete die Faschistische Partei. 1922 erfolgte der „Marsch auf Rom“. Das System basierte auf Gewalt, Repression, Propaganda und der Verherrlichung des „Duce“.
Deutscher Nationalsozialismus: Die Weimarer Republik litt unter Wirtschaftskrisen. Adolf Hitler (NSDAP) schrieb „Mein Kampf“ (Antisemitismus, Nationalismus, Diktatur). 1933 wurde er gewählt, verbot andere Parteien und begann die Militarisierung sowie die Verfolgung der Juden, was zum Zweiten Weltkrieg führte.
Allgemeine Definitionen
- Generalstände: Versammlung der Vertreter der drei Stände.
- Abstimmung: Politischer Ausdruck der nationalen Souveränität.
- Frauenstimmrecht: Bewegung für das Wahlrecht der Frauen.