Zweiter Weltkrieg: Ursachen, Verlauf und Folgen (1939–1945)
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Zweiter Weltkrieg: Überblick und Ursachen
Der Zweite Weltkrieg war ein ideologischer Krieg, in dem sich vor allem antifaschistische Kräfte, Kommunisten und Demokraten auf der einen Seite und die faschistischen Mächte auf der anderen Seite gegenüberstanden. In der Zwischenkriegszeit verfolgten die Staaten sehr unterschiedliche Ziele, die schließlich zum Ausbruch eines neuen Weltkriegs führten:
- Deutschland: strebte nach wirtschaftlicher und militärischer Wiedererstarkung und versuchte, die Beschränkungen des Versailler Vertrags zu überwinden.
- Italien: wollte Gebiete erhalten, die nach dem Ersten Weltkrieg nicht zugeteilt worden waren, etwa Teile Afrikas und Einfluss am Balkan.
- Japan: setzte auf militärisches und industrielles Wachstum sowie territoriale Expansion in China und im Pazifikraum.
- Großbritannien und Frankreich: waren nach dem Ersten Weltkrieg geschwächt und wollten einen neuen bewaffneten Konflikt möglichst vermeiden.
- USA: verfolgten anfänglich eine Politik der Isolation.
- Sowjetunion (UdSSR): durchlief eine Phase des beschleunigten wirtschaftlichen Wiederaufbaus und strebte danach, eine moderne industrielle und militärische Macht zu werden.
Die Achsenmächte Japan, Deutschland und Italien lehnten das Friedenssystem von Paris ab und trotzten dem Völkerbund. Schließlich unterzeichneten Deutschland und die Sowjetunion 1939 den Nichtangriffspakt (Molotow-Ribbentrop-Pakt), ein Abkommen, das es Deutschland erlaubte, am 1. September 1939 in Polen einzumarschieren und damit den Zweiten Weltkrieg zu beginnen.
Verlauf und Phasen des Krieges
Ursprünglich begann der Krieg in Europa als Konflikt zwischen Deutschland auf der einen Seite und Frankreich und Großbritannien auf der anderen, die sich zur Verteidigung Polens zusammenschlossen. Im Verlauf weitete sich der Krieg jedoch zu einem globalen Konflikt aus.
Phase 1: 1939–1942 – Offensive der Achsenmächte
In der ersten Phase (1939–1942) waren die Achsenmächte zunächst in der Offensive. Deutschland, Japan und in geringerem Umfang Italien eroberten große Teile Kontinentaleuropas, Nordafrikas und Ostasiens. Deutschland setzte auf die Taktik des Blitzkriegs, also schnelle Angriffsoperationen mit kombinierten Panzern, mechanisierten Verbänden und systematischen Luftangriffen, um Gegner in kurzer Zeit zu besiegen.
Phase 2: 1942–1945 – Gegenoffensive der Alliierten
Die zweite Phase (1942–1945) begann mit den Gegenangriffen der Alliierten. Die Initiative ging nun an die Vereinigten Staaten, die Sowjetunion und Großbritannien über. Die Alliierten starteten eine Reihe von Gegenoffensiven, die schließlich mit der Kapitulation Deutschlands im Jahr 1945 endeten.
Widerstand und Kollaboration
Der Zweite Weltkrieg war nicht nur ein Krieg zwischen Staaten, sondern auch ein ideologischer und politischer Kampf. Widerstand und Kollaboration spielten eine große Rolle:
- Widerstand: Saboteure und Partisanen leisteten erheblichen Widerstand; internationale Solidarität und lokale Widerstandsbewegungen trugen zur Befreiung von Ländern wie Frankreich und Italien bei und spielten ebenso eine Rolle in Jugoslawien und Albanien.
- Kollaboration: Kollaborateurregime unterstützten Deutschland durch wirtschaftliche, finanzielle und militärische Hilfe während des Krieges.
Folgen des Zweiten Weltkriegs
Der Zweite Weltkrieg hatte weitreichende Folgen in menschlicher, wirtschaftlicher, wissenschaftlicher, territorialer und politischer Hinsicht:
- Menschen: Zwischen 40 und 50 Millionen Tote an den Fronten, rund 40 Millionen Vertriebene sowie etwa 6 Millionen Tote aus ethnischen Minderheiten.
- Wirtschaft: Die Vereinigten Staaten wurden der größte Nutznießer; Europa lag wirtschaftlich am Boden und viele Staaten waren hoch verschuldet.
- Wissenschaft: Es gab bedeutende Fortschritte in Bereichen wie Luftfahrt, Raumfahrt, Elektrotechnik und Kerntechnik.
- Regional: Deutschland wurde geteilt, die europäischen Kolonialreiche wurden in vielen Fällen demontiert, und Osteuropa geriet weitgehend in den sowjetischen Machtbereich.
- Politik: Die USA und die UdSSR etablierten sich als Supermächte. In vielen Ländern musste die Politik neu geordnet werden; außerdem wurden Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verfolgt, etwa durch Prozesse gegen führende Nationalsozialisten und ihre Mitstreiter.
Der Zweite Weltkrieg veränderte die politische, wirtschaftliche und soziale Weltordnung grundlegend und legte die Grundlage für viele Entwicklungen des 20. Jahrhunderts.