Erster Weltkrieg: Ursachen, Verlauf und Folgen

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1. Weltkrieg

1.1 Ursachen des Krieges

Territoriale Ursachen: Es blieb der Konflikt um die deutsche Annexion von Elsaß‑Lothringen. Außerdem war Polen eine Quelle des Konflikts, da es zwischen drei Reichen aufgeteilt war: der Westen gehörte dem Deutschen Reich, der Osten dem Russischen Reich, während die Region Galizien zum österreichisch‑ungarischen Kaiserreich gehörte. Die Existenz vieler Nationalitäten innerhalb der Reiche war eine weitere Quelle von Spannungen.

Balkan und militärische Ursachen: Die Politik auf dem Balkan verursachte zahlreiche militärische Spannungen und Konflikte, an denen Russland und die Habsburgermonarchie beteiligt waren. Die verschiedenen Staaten unterhielten große stehende Heere und verfolgten oft eine aggressive Außenpolitik. Die deutsch‑französische Rivalität war stark, ebenso die Konkurrenz zwischen Deutschland und Großbritannien um die Seeherrschaft.

Wettrüsten und wirtschaftliche Ursachen: Spannungen durch imperialistische Expansion führten zu einem beispiellosen Wettrüsten. Wirtschaftlich stellte Deutschland eine ernsthafte Konkurrenz dar, vor allem für das Vereinigte Königreich.

Ideologische Ursachen: In der Zeit vor dem Krieg waren Patriotismus und Nationalismus stark ausgeprägt. Auch viele sozialistische Parteien waren in den Jahren vor 1914 geteilter Ansicht, zeigten sich aber teilweise kriegsvorbereitend.

Zyklische und unmittelbare Auslöser: Zyklische Krisen und die Julikrise von 1914 lösten den Krieg aus. Der unmittelbarere Anlass war die Ermordung des österreichischen Erzherzogs Franz Ferdinand am 28. Juni 1914 in Sarajevo.

1.2 Entwicklung des Ersten Weltkriegs

Auslöser und Mobilisierung: Am 28. Juni 1914 wurde der österreichische Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand in Sarajevo von einem jungen Attentäter ermordet. Österreich‑Ungarn stellte Serbien ein Ultimatum mit nahezu unannehmbaren Forderungen. Als Serbien nicht vollständig zustimmte, erklärte Österreich‑Ungarn Serbien den Krieg. Russland mobilisierte teilweise zur Unterstützung Serbiens; daraufhin erklärte Deutschland Russland den Krieg und eröffnete damit einen Kaskadenprozess von Kriegserklärungen, in dessen Folge auch Frankreich, Großbritannien und die übrigen Bündnispartner in den Konflikt gezogen wurden.

Bündnissysteme: Die große Kriegsparteien bestanden im Wesentlichen aus der Entente (Vereinigtes Königreich, Frankreich, Russland) und den Mittelmächten bzw. dem Dreibund (Österreich‑Ungarn, Deutsches Reich und später das Osmanische Reich).

Kriegsphasen:

  • Krieg der Bewegung (1914): Der deutsche Schlieffen‑Plan sah vor, Frankreich innerhalb weniger Wochen zu besiegen und danach Russland anzugreifen. Dieser Plan scheiterte, die französischen Armeen und die Westfront stabilisierten sich.
  • Krieg der Positionen und Verschleiß (1915–1917): Der Stellungskrieg an der Westfront führte zu blutigen Schlachten wie der Somme und Verdun. Die Seekriegsführung und Blockaden schadeten der Kriegswirtschaft, und die Mittelmächte gerieten zunehmend in eine wirtschaftliche und soziale Krise.
  • Abschlussphase (1917–1918): 1917 traten die Vereinigten Staaten auf Seiten der Entente in den Krieg ein. Russland erlitt die bolschewistische Revolution und begann Friedensverhandlungen, die im Vertrag von Brest‑Litowsk mündeten. Deutschland war schließlich wirtschaftlich und militärisch erschöpft; im November 1918 wurde ein Waffenstillstand unterzeichnet.

1.3 Folgen und Friedens‑ sowie Konfliktforschung

Die Auswirkungen des Krieges waren verheerend und vielfach untersucht worden. Die Verluste sind kaum vorstellbar: zwischen etwa 8,5 und 10 Millionen Tote sowie große Zahlen Verwundeter, Verwaister und Hinterbliebener. In vielen Regionen wurden Infrastruktur, Siedlungen und Ackerland völlig verwüstet.

Langfristige Folgen: Die politischen Landkarten Europas veränderten sich, Imperien zerfielen, neue Staaten entstanden, und die wirtschaftlichen und sozialen Folgen prägten das 20. Jahrhundert. Die Friedens‑ und Konfliktforschung untersucht seither Ursachen, Verläufe und Nachwirkungen des Krieges, um Erkenntnisse für die Vermeidung künftiger Konflikte zu gewinnen.

Quellenhinweis: Dieser Text fasst die wesentlichen Ursachen, die Hauptphasen und die Folgen des Ersten Weltkriegs zusammen und behält dabei alle genannten Punkte und Ereignisse des ursprünglichen Dokuments bei.

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