Die Weltwirtschaftskrise 1929 und der Aufstieg des Faschismus

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Ursachen der Weltwirtschaftskrise von 1929

Zwischen 1914 und 1918 stoppte die europäische Produktion aufgrund des Krieges. Die USA sowie Länder wie Spanien oder Argentinien erhöhten ihre industrielle Produktion, um Europa zu beliefern. Nach Ende des Krieges stiegen die USA zur großen Industriemacht auf und liehen Europa Geld. In ihrem eigenen Land wurden neue Finanzprodukte, Kreditkarten und der Ratenkauf populär, was es den Menschen ermöglichte, Autos und Haushaltstechnik zu erwerben. Der Konsum in den USA wurde durch Darlehen befeuert, Aktienkurse stiegen und Investitionen in den Aktienmarkt wurden massenhaft popularisiert. Der Einstieg kleiner Investoren trieb die Preise in die Höhe und riss immer mehr Menschen mit.

Währenddessen erholte sich in Europa die industrielle Kapazität und Infrastruktur. Die Aktienmärkte blickten zwar auf die Industrie, spiegelten die reale Situation jedoch nicht korrekt wider. Am Donnerstag, den 24. Oktober 1929, dem sogenannten „Schwarzen Donnerstag“, wurden plötzlich mehr als 13 Millionen Aktien zum Verkauf angeboten. Der Konsum verlangsamte sich schlagartig, die Schulden wuchsen und US-Banken forderten die Rückzahlung ihrer Darlehen aus Europa. Dies weitete die Krise auf den weltweiten Export aus. Die Länder versuchten, individuelle Lösungen zu finden, indem sie keine Produkte aus anderen Ländern mehr kauften, was die Krise weiter verschärfte.

Konsequenzen der Krise

Die Folgen waren verheerend: Das Bevölkerungswachstum stagnierte und die Immigration wurde begrenzt. Die industrielle Produktion sowie der Agrarhandel brachen ein, da das Kreditsystem kollabierte. Die Arbeitslosigkeit wuchs auf Millionen ungeschützte Menschen an, und die Mittelschicht verlor massiv an Macht.

Die traditionellen Politiker waren unfähig, die Probleme zu lösen. Dies machte den Weg frei für neue, radikale Reden des Kommunismus und des Faschismus, die zunehmend Unterstützung in der Bevölkerung fanden.

Der New Deal in den USA

Die USA reagierten auf die Krise mit einem ehrgeizigen wirtschaftlichen und sozialen Plan, dem New Deal. Der Staat trat als Arbeitgeber auf und konzentrierte sich auf den Ausbau von Straßen und Schienen, um die Arbeitslosigkeit zu verringern und die wirtschaftliche Aktivität zu steigern. Es wurden neue Maßnahmen eingeführt, um Arbeitslosigkeit und Armut zu vermeiden und eine vorteilhafte Sozialpolitik zu etablieren.

Der Aufstieg totalitärer Systeme

Die Krise von 1929 erreichte in den 1930er Jahren ihren Tiefpunkt und wurde zum Auslöser für den Zusammenbruch der Wirtschaft. Die Preise stiegen, und die traditionellen Parteien der Linken und Mitte waren unfähig zu handeln. Die Demokratie schien als System veraltet oder nutzlos zu sein. Dies ermöglichte es Anti-System-Gruppen, Unterstützung zu gewinnen.

In Westeuropa scheiterten kommunistische Revolutionsversuche (wie in Deutschland nach dem Vorbild Russlands). Dies alarmierte Industrielle und Eigentümer, die daraufhin rechtsextreme Bewegungen unterstützten. Diese erstrebten einen starken, geeinten und autoritären Staat ohne politische Freiheit. Inmitten von Wahlen entwickelten sich diese Systeme zu Diktaturen.

Die staatliche Kontrolle erstreckte sich auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Mittels Erziehung und Propaganda wurde das Denken der industriellen Massengesellschaft kontrolliert. Diese Gruppen lehnten soziale Gleichheit ab, da sie nicht ihrer Ideologie entsprach. Es kam zur Verfolgung und Ermordung von Juden und Sinti und Roma. Diese ultranationalistischen Bewegungen setzten auf Militarismus: Länder benötigten eine starke Armee, und die Gesellschaft investierte enorme Summen in das Militär, wobei die Schwächeren den Befehlen der Stärkeren folgen mussten.

Der italienische Faschismus

Der italienische Faschismus wurde 1919 von Mussolini gegründet. Seine Anhänger, die „Schwarzhemden“, erinnerten an das kaiserliche Rom. Diese militärisch gekleideten Gruppen wurden ab 1922 durch Angriffe auf Gewerkschaften bekannt und genossen das Mitleid von Behörden, Ökonomen und dem König. Im Jahr 1922 organisierten sie den Marsch auf Rom. König Viktor Emanuel III. übergab Mussolini die Regierungsgewalt. Daraufhin beseitigte die faschistische Regierung die Opposition und festigte ihr System.

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