Die Weltwirtschaftskrise 1929 und der New Deal

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Die Weltwirtschaftskrise von 1929

Die Krise von 1929 begann mit dem massiven Verfall von Aktienkursen an der New Yorker Börse. Aktien von Unternehmen und Banken stürzten ab, was einen sogenannten Domino-Effekt auslöste – ein Teufelskreis setzte ein. Es entstand eine Krise in der US-Wirtschaft, die sich schnell zur Weltwirtschaftskrise ausweitete, da sie überterritoriale Auswirkungen hatte. Bald erreichte die Krise einen globalen Maßstab. In Europa wurden infolge der Krise Fabriken geschlossen, was die Arbeitslosigkeit drastisch erhöhte. Dies führte zu sozialen Spannungen und dem Aufstieg rechtsextremer Parteien, welche die Demokratie ablehnten. Sie suggerierten, dass die deutsche Demokratie für die Arbeitslosigkeit verantwortlich sei und das Elend der Menschen die Schuld der Juden wäre.

Zusammenbruch des Finanzsektors

Im Finanzsektor brachen die Zahlungsketten zusammen, was zu einem Ungleichgewicht, einer Zahlungsrezession und einem Ausbleiben von Investitionen führte. Die Kreditvergabe an Deutschland, das bereits durch Schulden nach dem Ersten Weltkrieg belastet war, wurde eingestellt, woraufhin das deutsche Finanzsystem zerfiel.

Globale Auswirkungen und Protektionismus

Diese Krise betraf auch Rohstoffproduzenten wie unter anderem Brasilien, Argentinien und Japan. Viele europäische Länder reagierten mit Protektionismus und schränkten Importe ein, um die inländische Produktion zu fördern. Ein Land blieb jedoch weitgehend unberührt: die UdSSR. Da die Krise nur Auswirkungen auf kapitalistische Länder hatte und die Sowjetunion ein kommunistisches System war, das keine Darlehen oder Beteiligungen erhielt, war dies das einzige Land, das während der Krise unter Stalin und dem totalitären Modell wuchs.

Abkehr vom Wirtschaftsliberalismus

Vor der Krise basierte die Wirtschaftspolitik der Länder auf dem Wirtschaftsliberalismus, der auf offenen Märkten beruhte und den Goldstandard mit sich brachte. Infolge der Krise isolierten sich die Länder jedoch und verließen das multilaterale System.

Der New Deal und der Keynesianismus

Präsident Roosevelt führte in den USA im Jahr 1930 einen bis dahin unbekannten wirtschaftspolitischen Plan ein, den sogenannten New Deal. Dieser stützte seine Ideen auf den Keynesianismus, eine vom britischen Ökonomen J.M. Keynes vorgeschlagene Wirtschaftslehre. Die zentrale Idee war, dass der Staat aktiv in die Wirtschaft eingreifen sollte, um Fehlentwicklungen in der Marktwirtschaft zu korrigieren. Der Staat sollte die Nachfrage stützen, um die Krise von 1929 zu überwinden. Durch Anreize für Investitionen, Beschäftigungsprogramme und öffentliche Arbeiten sollte die Arbeitslosigkeit bekämpft, ein hoher Konsum sowie die Kaufkraft der Bevölkerung gefördert und der Schutz der Arbeitnehmer gestärkt werden.

Die vier Säulen des New Deal

Der New Deal basierte auf vier Arten von Maßnahmen:

  • Finanziell: Unterstützung von Banken sowie Abwertung von Kapital und Währung.
  • Landwirtschaft: Entschädigungen für Landwirte, damit der Staat die Produktion besser steuern kann.
  • Verarbeitendes Gewerbe: Erhöhung der Löhne und Reduzierung der Arbeitszeit, damit die Industrie mehr Arbeiter einstellt und die Arbeitslosigkeit sinkt.
  • Sozial: Investitionen in öffentliche Arbeiten zur Schaffung von Arbeitsplätzen sowie Investitionen in den Sozialschutz zur Steigerung des Verbrauchs.

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