Weltwirtschaftskrise 1929 und Stalins Sowjetunion: Ursachen, Folgen, Terror
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Der Crash von 1929 und die Große Depression
Ursachen der Weltwirtschaftskrise
Die Krise traditioneller Industriesektoren verschärfte sich in den Jahren vor dem Zusammenbruch. Das Gleiche geschah in der Landwirtschaft (Agrikultur). Bereits 1927 erlebten inklusive Branchen die Folgen: Die Kaufkraft der Löhne sank, ebenso wie die Einkommen. Auch der Bausektor geriet in die Krise, begünstigt durch Spekulationen und den Schwarzmarkt.
Der Börsenkrach (Black Thursday)
Der Untergang der Börse: Am 24. Oktober wurden 13 Millionen Aktien zum Verkauf angeboten, doch die Nachfrage war fast gleich Null. Die Panik verbreitete sich. Am 29. Oktober begann der Verkauf weiterer 16,5 Millionen Aktien, was den Markt zusammenbrechen ließ. Die Werte sanken kontinuierlich bis 1933.
Merkmale der Großen Depression
Der Zusammenbruch des Aktienmarktes führte zu einer langwierigen Krise, bekannt als die Große Depression, gekennzeichnet durch:
- Zerstörung der Wirtschaft und drastische Kürzung von Kredit, Konsum und Investitionen.
- Banken brachen zusammen, da die Menschen ihre Ersparnisse abzogen und viele Kredite nicht zurückgezahlt wurden.
- Der Einbruch von Nachfrage und Investitionen war die Folge der Industriekrise und enormer Arbeitslosenquoten.
- Das reichste Land der Welt (die USA) verfügte über kein Hilfssystem für Arbeitslose, die in die Armut stürzten.
- Die Agrarkrise verschärfte sich durch den Preisverfall und die sinkende Kaufkraft der Bauern. Die Not auf dem Land war größer als in den Städten.
Soziale Folgen der Krise
Die kapitalistische Wirtschaft erlebte einen beispiellosen Rückschlag. Man schätzt, dass es 1932 in der industrialisierten Welt etwa 30 Millionen Arbeitslose gab. Elend, Hunger und Angst verbreiteten sich unter Arbeitern und ehemaligen Bauern. Ein tiefes Gefühl der Ungerechtigkeit gegenüber der Macht und dem Wirtschaftssystem durchdrang die kapitalistischen Gesellschaften und führte zu Streiks.
Die UdSSR unter Stalins Diktatur
Merkmale der Stalinistischen Herrschaft
Die Diktatur von Josef Stalin war gekennzeichnet durch:
- Personenkult um den Führer.
- Eliminierung und Bestrafung von Dissens: Stalin beendete jegliche Opposition innerhalb der KPdSU und zwang die Menschen zur Loyalität.
1936 wurde eine De-facto-Verfassung verabschiedet, die die Diktatur legalisierte. Die Sowjetunion bestand aus 11 Republiken und 20 autonomen Regionen. Nach und nach bildete sich aus den Kadern der Kommunistischen Partei eine privilegierte Bürokratie, die sogenannte Nomenklatura.
Der Große Terror und die Säuberungen
Stalin etablierte die neue politische Polizei NKWD (Volkskommissariat für Innere Angelegenheiten) als Instrument des politischen Terrors und der Repression, angewandt durch Säuberungen (Purgas). Der Höhepunkt der Säuberungen lag zwischen 1936 und 1938 mit den Moskauer Prozessen, bei denen Opponenten von links und rechts eliminiert wurden. Schätzungen zufolge wurden zwischen 1937 und 1938 700.000 Menschen hingerichtet und ebenso viele in die Gulags (Arbeitslager) geschickt, wo sie unter grauenhaften Lebensbedingungen litten.
Staatliche Kontrolle der Wirtschaft
1928 beendete Stalin die Unterstützung für die NEP (Neue Ökonomische Politik) und wandte sich der Lösung seiner einstigen Gegner zu: der Stärkung der staatlichen Planung und Kontrolle der Wirtschaft.
Die Kollektivierung der Landwirtschaft
Die Regierung beendete das Privateigentum an Grund und Boden und zwang die Bauern, Kolchosen (Kollektivbetriebe) oder Sowchosen (Staatsbetriebe) beizutreten. Die Demoralisierung führte dazu, dass viele Betriebe ineffizient waren. 1932 kam es zu einer weiteren Hungersnot mit Millionen von Opfern. Das Regime schob die Schuld auf die Bauern, die daraufhin deportiert oder getötet wurden.
Die Fünf-Jahres-Pläne
Stalins Industriepolitik hatte zwei Ziele: 1. Schaffung einer Schwerindustrie. 2. Erreichung wirtschaftlicher, technologischer und militärischer Unabhängigkeit. Zur Erreichung dieses Ziels wurden Fünfjahrespläne aufgestellt, deren Hauptziele waren:
- Mobilisierung aller verfügbaren Ressourcen für die Schwerindustrie.
- Stärkung der Rüstungsindustrie (bis 1941).
Das Ergebnis war eine spektakuläre Entwicklung der Schwerindustrie und des Militärs, während die Konsumgüterindustrie vernachlässigt wurde.