Weltwirtschaftskrise und das Ende der Weimarer Republik

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Die Weltwirtschaftskrise und das Ende der Koalition

In den Jahren der Weimarer Republik vollzog sich ein wirtschaftlicher Wandel: Die Produktnachfrage war gestillt, und viele Arbeitsplätze fielen der Rationalisierung zum Opfer. Am 24. und 25. Oktober 1929 stürzte der sogenannte Schwarze Freitag die US-Wirtschaft in eine tiefe Krise. Amerikanische Unternehmen, die deutschen Firmen nach Kriegsende Kredite gewährt hatten, zogen diese abrupt zurück. So weitete sich die amerikanische Wirtschaftskrise schnell zu einer Weltwirtschaftskrise aus, was in Deutschland zu massiver Arbeitslosigkeit führte.

Das Scheitern der Großen Koalition (1930)

Die Große Koalition, bestehend aus SPD, Zentrum, BVP, DDP und DVP, stand vor einer Zerreißprobe. Die SPD forderte, die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung um 0,5 % auf 4 % zu erhöhen. Die DVP lehnte diese Erhöhung ab und verlangte stattdessen die Kürzung von Sozialleistungen. Da kein Kompromiss gefunden werden konnte, scheiterte die letzte parlamentarisch getragene Regierungskoalition.

Die Ära der Präsidialkabinette und der Aufstieg der NSDAP

Brüning und die Deflationspolitik

Reichspräsident Paul von Hindenburg (seit 1925 im Amt) ernannte daraufhin Heinrich Brüning zum neuen Reichskanzler. Dieser bildete ein Minderheitskabinett, das nur durch das Vertrauen des Reichspräsidenten bestehen konnte – man sprach von einem Präsidialkabinett.

Brüning strebte eine Deflationspolitik an, es gelang ihm jedoch nicht, die wachsenden Wirtschaftsprobleme zu überwinden. Durch die Auflösung des Reichstages und die darauf folgenden Neuwahlen (14. September 1930) verschob sich das politische Gleichgewicht dramatisch:

  • Die KPD erhöhte die Zahl ihrer Sitze von 54 auf 77.
  • Die NSDAP erhöhte die Zahl ihrer Sitze von 12 auf 107.

Die Nationalsozialisten waren die eigentlichen Gewinner dieser Wahl. Im Oktober 1931 formierten sich die DNVP, die NSDAP und andere rechtsgerichtete Parteien zur Harzburger Front, einem taktischen Bündnis gegen die Republik.

Papen und das Kabinett der Barone

Aus einer Wirtschaftskrise wurde eine Krise der Weimarer Republik, als Hindenburg 1932 Brüning das Vertrauen entzog und dieser entlassen wurde. Als sein Nachfolger wurde Franz von Papen bestimmt, der eine konservative Regierung mit fast nur adligen Ministern ohne parlamentarischen Rückhalt bildete – das sogenannte „Kabinett der Barone“.

Die NSDAP tolerierte Papens Regierung, die daraufhin das SA-Verbot rückgängig machte und Neuwahlen ansetzte. Bei diesen Neuwahlen wurde die NSDAP mit 37,4 % stärkste Partei. Innenpolitisch verließ Papen die Deflationspolitik und bemühte sich um aktive Arbeitsbeschaffung, wozu auch der Bau eines Autobahnnetzes gehörte.

Hitler forderte mehrmals die Reichskanzlerschaft, die ihm Hindenburg aber verwehrte. Papen war ohne die Unterstützung der Nationalsozialisten politisch völlig isoliert, da er im Reichstag keine Mehrheit hinter sich hatte. Franz von Papen strebte eine Präsidialdiktatur an, dies wurde aber von Kurt von Schleicher verhindert, der daraufhin Reichskanzler wurde.

Die Machtergreifung: Hitler wird Reichskanzler

Anfang des Jahres 1933 verhandelte der abgesetzte Reichskanzler Papen hinter dem Rücken von Schleicher mit Hitler. Papen wollte Hitler zähmen, indem er ihn mithilfe anderer konservativer Kräfte einrahmen wollte – Hitler sollte als Führer eine Regierung aller nationaler Kräfte bilden.

Hindenburg ließ seine Vorbehalte gegen den „böhmischen Gefreiten“ fallen und ernannte ihn am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler. In der Regierung stellte die NSDAP mit Hitler nur zwei weitere von 13 Ministern. Adolf Hitler schien tatsächlich eingerahmt, doch dieser Eindruck täuschte.

Außerkraftsetzung der Grundrechte

Durch die vom Reichspräsidenten am 28. Februar 1933, aufgrund des Reichstagsbrandes am 27. Februar, erlassene Notverordnung wurden die Grundrechte der Weimarer Verfassung außer Kraft gesetzt. Als Hindenburg am 2. August 1934 starb, vereinigte Hitler die Ämter des Reichspräsidenten und des Kanzlers. Die Nationalsozialisten waren nicht mehr aufzuhalten.

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