Die Wende zur Neuzeit: Entdeckungen, Humanismus und Reformation (15./16. Jh.)

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Die Weltanschauung der Europäer im 15. Jahrhundert

Zu Beginn des 15. Jahrhunderts war das Wissen der Europäer über die Welt begrenzt auf Europa und die Gebiete rund um das Mittelmeer und das Schwarze Meer. Dank Marco Polo wusste man jedoch von der Existenz Indiens, Chinas und Japans.

Ursachen der Entdeckungsreisen

Wirtschaftliche und politische Gründe:

  • Die Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen im Jahr 1453 und die Übernahme des Byzantinischen Reiches machten neue Handelswege nach Asien notwendig.
  • Man suchte neue Routen über den Atlantik.

Technologische Fortschritte:

  • Neue Karten, der Kompass und das Astrolabium wurden entwickelt.
  • Das Astrolabium diente zur Bestimmung der Position der Sterne.
  • Der Quadrant war ein Instrument zur Messung von Winkeln und zur Erstellung von Karten.
  • Neue Schiffstypen wie die Karavelle wurden eingeführt.

Die Entdeckung Amerikas

Die Entdecker versuchten, Asien zu erreichen, indem sie den Atlantik überquerten.

Wirtschaftliche und soziale Erholung (14. und 15. Jahrhundert)

Bevölkerungserholung nach Krisen

Die Bevölkerung erholte sich von Krankheiten (insbesondere der Schwarze Tod von 1348), schlechten Ernten und Nahrungsmittelknappheit. Diese Periode war geprägt von ständigen Unruhen und Kriegen, und die Landwirtschaft produzierte nicht ausreichend.

Wirtschaftswachstum

Es setzte wirtschaftlicher Wohlstand ein. Die wachsende Bevölkerung benötigte immer mehr landwirtschaftliche Erzeugnisse und Handwerkswaren.

Soziale Transformation

Die Gesellschaft war weiterhin in Stände unterteilt:

  • Privilegierte Stände: Adel und Klerus (zahlten keine Steuern).
  • Nicht-Privilegierte Stände: Die Bourgeoisie (die zwar an Einfluss gewann, aber keine politische Vormachtstellung erreichte) und die Bauern.

Die Entstehung des modernen Staates

Die Geburt des modernen Staates war durch folgende Merkmale gekennzeichnet:

  • Bürokratie: Es wurde eine zentralisierte Verwaltung durch vom König abhängige Fachleute geschaffen.
  • Militär: Das vom König bezahlte Heer wurde gestärkt.
  • Finanzen: Die Steuern wurden erhöht.

Große Nationalstaaten (wie Frankreich, England, Spanien und Russland) entstanden aus ehemals kleineren, fragmentierten Gebieten.

Kultureller Wandel: Humanismus und Renaissance

Merkmale und Bedeutung des Humanismus (15. und 16. Jahrhundert)

Der Humanismus war eine zentrale kulturelle und soziale Veränderung des 15. und 16. Jahrhunderts.

Wichtige Merkmale:

  1. Die Sorge um das menschliche Wesen (*Anthropozentrik*).
  2. Die Inspiration durch die antike Philosophie und Kultur.
  3. Das Streben nach Wissen und Weisheit.

Hauptvertreter: Erasmus von Rotterdam, Thomas More, Joan Lluis Vives.

Innovationen:

  • Der Buchdruck (Johannes Gutenberg, 1440) war eine entscheidende Erfindung, die die Verbreitung von Büchern erleichterte.
  • Akademien dienten als Treffpunkte für Gelehrte, um Studien zu entwickeln und zu verbreiten.
  • Persönlichkeiten wie Leonardo da Vinci zeichneten sich durch ihre Intelligenz und zahlreiche Erfindungen aus.

Wissenschaftliche Entwicklung

  • Nikolaus Kopernikus entwickelte die heliozentrische Theorie, die besagt, dass die Sonne das Zentrum des Universums ist.
  • Michael Servetus forschte zur Durchblutung.

Religiöser Wandel: Die Reformation

Die lutherische Reform

Der Ablass war ein Dokument, das vom Papst gegen Bezahlung zur Vergebung der Sünden erworben werden konnte. Martin Luther reagierte mit der Lutherischen Reformation, in der er den Ablass und die Autorität des Papstes kritisierte. Daraufhin wurde er exkommuniziert.

Die Gegenreformation

Die Gegenreformation war eine interne Reformbewegung der katholischen Kirche. Sie entstand, um die Ausbreitung der evangelischen (protestantischen) Reformation einzudämmen und die Funktionsweise der Kirche zu verbessern.

Im Jahre 1545 trat das Konzil von Trient zusammen, das folgende Beschlüsse fasste:

  1. Bestätigung der katholischen Lehre.
  2. Einrichtung von Seminaren zur Priesterausbildung.
  3. Schaffung neuer Wege zur Verbreitung der katholischen Lehre.

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