Wesen und Merkmale der Staatsbürgerschaft
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Staatsbürgerschaft
Wesentliche Merkmale der Bürgerschaft
- Eine Reihe von Rechten und Pflichten
- Eine besondere Form der Gemeinschaft
- Einige Regeln für die Koexistenz
Die Zugehörigkeit zu einer Gesellschaft oder Gemeinschaft
Bürgerschaft bezeichnet eine besondere Form der kollektiven Identität, deren Beitritt mehr oder weniger breit oder integrativ sein kann.
Es lassen sich zwei weitere Hinweise zur Definition der insbesondere heute in der philosophisch-politischen Debatte relevanten Mitgliedschaft ableiten:
- Die Identität: Bürgerschaft geht über die Menge der Rechte hinaus, die sie gewährt, und beinhaltet ein Bewusstsein der Identität.
- Die Gemeinschaft vor dem politischen Pakt: Die Staatsbürgerschaft ist nicht rein konventionell; sie verlässt sich nicht nur auf den guten Willen der Partner, wie es die Befürworter des Kontraktualismus tun.
Konflikte des Zugehörigkeitsbegriffs
- Ein erster Konflikt ist die Spannung zwischen der universalistischen und der partikularistischen Konzeption der Idee der Staatsbürgerschaft.
- Ein anderer ist die allgegenwärtige Spannung zwischen Homogenität und Differenz. Es ist das Problem der Minderheiten, die nicht Teil der Mehrheitsgruppe sind.
- Die volle Integration der Frauen als Bürgerinnen in allen Dimensionen.
Bürger als Träger von Rechten und Freiheiten
Marshall, der Theoretiker, der die Grundlagen der modernen Debatte über die Staatsbürgerschaft gelegt hat, unterscheidet drei Arten von Rechten:
- Zivilrechte: Sie gewährleisten die individuelle Freiheit (Meinungs-, Gedanken-, Gewissensfreiheit usw.).
- Politische Rechte: Sie sorgen für die Kontrolle politischer Macht und die Beteiligung an Entscheidungsprozessen sowie die aktive Teilnahme im politischen Raum.
- Soziale Rechte: Das Recht auf Mindestvorschriften für Sicherheit und Wohlstand, um Menschen ein Leben in Würde und Unabhängigkeit zu ermöglichen, das zur freien und verantwortlichen Ausübung ihrer Staatsbürgerschaft genügt.
Von dieser Perspektive aus ist die Freiheit das wesentliche Merkmal der Staatsbürgerschaft. Frei zu sein bedeutet eine ausreichende wirtschaftliche Unabhängigkeit und die Freiheit von äußeren Zwängen.
Die Beteiligung am öffentlichen Leben
Wenn die Beteiligung am öffentlichen Leben ursprünglich aus dem Triumph des Liberalismus resultierte, so gilt diese Ansicht heute aus zwei Gründen als überholt:
- Die Unmöglichkeit der direkten Beteiligung aller Bürger in so umfangreichen Volksgruppen wie heute.
- Die Forderung nach einem starken Engagement für bürgerliche Tugenden erscheint heute oft als ein fernes Ideal.
Nach diesem Entwurf ist der Bürger nicht direkt in der Lage zu regieren. Ihm wird jedoch das Recht garantiert, von einem Staat regiert zu werden, der Konsens und die Achtung der Rechte genießt. So kann er nach eigenem Geschmack und eigenen Möglichkeiten sein Lebensprojekt ohne Einmischung entwickeln.
Pluralismus und soziale Gerechtigkeit
Aus dieser Perspektive ist der Entwurf einer Bürgerschaft nicht einfach. Die liberale Herausforderung besteht darin, gleichzeitig die Verteidigung individueller Perspektiven (Ethik des Maximums) und bürgerschaftliches Engagement (Ethik des Minimums) zu ermöglichen. Dies war bereits Gegenstand bürgerlicher Theorien.
Der Wert des Individuums: Habermas und Rawls
Der Liberalismus verteidigt den Vorrang des Individuums gegenüber einer ganzheitlichen oder kommunitaristischen Option. Die Aufgabe politischer Institutionen ist es, die Koexistenz individueller Präferenzen zu ermöglichen. Die Demokratie verteidigt so die Interessen aller Individuen. Der Liberalismus ordnet bürgerschaftliches Engagement dem Erreichen individueller Ziele unter.
Habermas wirft dem Liberalismus vor, demokratische Prozesse durch eine zu strikte Trennung von öffentlicher und privater Sphäre zu untergraben. Für ihn setzen die öffentliche und die private Autonomie einander voraus. Wir brauchen eine Gesellschaft, die Garantien für die individuelle Freiheit gibt, da es ohne diese Freiheit zugleich keine gerechte Gesellschaft gibt.
Die moralischen Grundlagen des politischen Lebens
Rawls beantwortet diese Frage, indem er einen Entwurf vorlegt...