Wettbewerbsformen, Wertschöpfung und Standortwahl
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Wettbewerbsintensität und Marktkonzentration
Die Intensität des Wettbewerbs drückt sich im Grad der Konzentration oder der Anzahl der Wettbewerber in einem Markt aus. Je geringer die Anzahl der Konkurrenten ist, desto stärker konzentriert gilt die Industrie. Wenn es hingegen mehr Wettbewerber in einem Markt gibt, bedeutet dies, dass dieser Markt stärker fragmentiert ist.
Monopol und vollkommener Wettbewerb
An den Extremen finden wir mit null Konkurrenten das Monopol und auf der anderen Seite den vollständigen Wettbewerb mit sehr viel Konkurrenz (wo niemand die Macht hat, den Preis des Produktes zu beeinflussen). In einer Monopolsituation gibt es nur einen Anbieter und viele Nachfrager. In dieser Situation ist der Anbieter der Einzige, der Preise, Mengen und Qualitäten bestimmt. Da die Preise hoch sind, ist dies eine vorteilhafte Entscheidung für das Monopol. Aus der Sicht des Verbrauchers ist dies jedoch die schlechteste Marktform, da er keine Wahlfreiheit zwischen verschiedenen Produkten und Preisen hat.
Vollkommener Wettbewerb und Oligopol
Im anderen Extrem, dem vollkommenen Wettbewerb, gibt es viele Anbieter und Nachfrager und somit eng kalkulierte, wettbewerbsfähige Preise. Das Produkt ist homogen, da es für alle gleich ist und sich nicht oder nur wenig unterscheidet (Beispiel: Orangenmarkt). Ein weiteres Merkmal ist die Informationsfreiheit, bei der alle Informationen für jeden verfügbar sind (perfekte Information).
Dazwischen finden wir das Oligopol, bei dem es nur wenige Anbieter und viele Nachfrager gibt. Hier besteht die Gefahr von Kartellbildungen (abgesprochene Preise für den Markt). Beispiele für ein Oligopol sind: Diamanten, Telefonie oder Öl.
Die Wertschöpfungskette im Unternehmen
Die Wertschöpfungskette dient dazu, die einzelnen Aktivitäten eines Unternehmens bei der Herstellung und dem Verkauf eines bestimmten Produkts oder einer Dienstleistung zu analysieren. Es gilt daher, den Wert und die Kosten jeder Tätigkeit separat zu betrachten, da jede Aktivität einen Wert generiert, der mit dem Endprodukt verbunden ist, und gleichzeitig einen Teil der gesamten Produktionskosten darstellt.
Das Konzept des Wettbewerbsvorteils
Ein Wettbewerbsvorteil umfasst die Summe der internen Merkmale, die ein Unternehmen aufbauen und aufrechterhalten muss, um eine Position der Überlegenheit gegenüber seinen Wettbewerbern zu erlangen. Dieser Vorteil kann durch Kostenführerschaft oder Produktdifferenzierung entstehen.
- Kostenvorteil: Das Unternehmen stellt dem Verbraucher Waren oder Dienstleistungen durch Senkung der Kosten günstiger zur Verfügung, sodass die Marge steigt.
- Differenzierungsvorteil: Das Unternehmen schafft beim Verbraucher die Wahrnehmung eines besonderen Merkmals der Ware oder Dienstleistung, was zu einer Steigerung der Nachfrage führen kann.
Unternehmensentwicklung vs. Unternehmenswachstum
Die unternehmerische Entwicklung sollte nicht mit dem Unternehmenswachstum verwechselt werden. Wir sprechen von Entwicklung, wenn ein Unternehmen qualitative Veränderungen in seinen Eigenschaften vornimmt. Wachstum hingegen bezieht sich auf quantitative Änderungen der Kapazität oder Dimension.
Einflussfaktoren auf die Standortwahl
Die Entscheidung über den Standort eines Unternehmens hängt von verschiedenen Faktoren ab:
Nähe zu Rohstoffen
Je nach Art des Produkts möchte ein Unternehmen in der Nähe der Rohstoffe angesiedelt sein, um Transportkosten zu reduzieren oder Abfälle zu minimieren. Fischverarbeitende Betriebe liegen beispielsweise oft in der Nähe von Häfen, um Transportkosten zu sparen.
Nähe zum Kunden
Ein weiterer Faktor ist die Nähe zum Kunden. Apotheken und Postämter suchen Standorte, die gut erreichbar sind, um Kunden anzuziehen.
Nähe zu Lieferanten und Synergieeffekte
Die Nähe zu Anbietern ist ebenfalls ein Faktor, nicht nur bei Rohstofflieferanten, sondern auch bei Dienstleistungen. Unternehmen neigen dazu, sich in Industriegebieten oder Technologieparks (wie dem Silicon Valley in den USA) zu konzentrieren, um von positiven Synergien durch den Austausch von Technologie oder Know-how zu profitieren.
Synergie kann als Vorteil der Zusammenarbeit definiert werden, der größer ist als die Summe der Einzelteile (1 + 1 = 3). Know-how ist die Menge des Wissens und der Erfahrung eines Unternehmens, die einen hohen Wert darstellt. Ein Unternehmen wie Coca-Cola nutzt seine umfangreiche Erfahrung, um einen Mehrwert zu schaffen.
Lohnkosten, Technologie und Gesetzgebung
Ein weiterer Aspekt sind niedrige Lohnkosten; Branchen mit hohem Bedarf an einfachen Arbeitskräften werden hiervon stark beeinflusst. Zudem spielen die Verfügbarkeit von Technologie und Wissen eine Rolle. Unternehmen in Hochtechnologiesektoren (Chemie, Informatik, Pharma, Fahrzeugbau) siedeln sich bevorzugt in führenden Ländern wie Deutschland, den USA oder Japan an.
Schließlich sind Gesetze, Rechtsvorschriften oder Steuern entscheidend. Diese können Markteintrittsbarrieren darstellen oder Standorte attraktiv machen, sodass Unternehmen bevorzugt leicht zugängliche Regionen wählen.