Wichtige Kommunikations- und Medientheorien im Überblick
Gesendet von Anonym und eingeordnet in Lehre und Ausbildung
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 4,08 KB
Wichtige Kommunikations- und Medientheorien
Klassische Kommunikationsmodelle
- Shannon-Weaver-Modell: Lineares Sender-Kanal-Empfänger-Modell mit Störungen (Rauschen).
- Watzlawick (Fünf Axiome): Kommunikation ist unvermeidlich, mehrdimensional & interdependent.
- Schulz von Thun (Kommunikationsquadrat): Jede Nachricht enthält vier Seiten: Sache, Appell, Beziehung, Selbstoffenbarung.
- Lasswell-Formel: Strukturmodell der Massenkommunikation: Wer sagt was über welchen Kanal zu wem mit welcher Wirkung?
- Zwei-Stufen-Fluss (Katz & Lazarsfeld): Medien → Meinungsführer:innen → Publikum.
- Gatekeeper-Modell (White): Redaktionen wählen gezielt Inhalte aus.
- Uses and Gratifications Approach: Nutzer:innen wählen Medien aktiv zur Bedürfnisbefriedigung.
- Agenda-Setting-Theorie: Medien bestimmen, worüber gedacht wird – nicht, was gedacht wird.
Öffentlich-rechtlicher vs. Privater Rundfunk
| Merkmal | Öffentlich-rechtlich | Privat |
|---|---|---|
| Ziel | Gemeinwohlorientiert | Gewinnorientiert |
| Finanzierung | Rundfunkbeitrag | Werbefinanziert |
| Beispiele | ARD, ZDF, Deutschlandfunk | RTL, ProSiebenSat.1 |
Funktionen von Medien (nach Burkart)
- Informationsfunktion: Bereitstellung von Fakten/Wissen.
- Meinungsbildungsfunktion: Diskurs ermöglichen.
- Kritik- & Kontrollfunktion: Journalistische Überwachung („vierte Gewalt“).
- Sozialisationsfunktion: Vermittlung gesellschaftlicher Werte & Normen.
- Unterhaltungsfunktion: Freizeitgestaltung, Entspannung.
- Erziehungsfunktion: Bildungsaufgabe.
- Integrationsfunktion: Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts.
Mediengeschichtliche Etappen
Epochen und Schlüsselmedien
| Epoche | Schlüsselmedium | Wirkung |
|---|---|---|
| Antike | Sprache, Handschrift | Lokale Öffentlichkeit |
| Mittelalter | Manuskript | Kirchlich dominierte Kommunikation |
| Neuzeit | Buchdruck (15. Jh.) | Massenverbreitung von Wissen |
| 20. Jh. | Radio, Fernsehen | Nationale Öffentlichkeit |
| 21. Jh. | Internet, Social Media | Digitale Öffentlichkeit, Partizipation, Fragmentierung |
Forschungsmethoden
Methoden der Kommunikations- und Medienforschung
- Quantitativ: Standardisierte Befragung, standardisierte Inhaltsanalyse, Experiment.
- Qualitativ: Offene Interviews, teilnehmende Beobachtung, qualitative Inhaltsanalyse.
Lasswell-Formel im Detail
Frage: „Who says what in which channel to whom with what effect?“
- Wer? Kommunikatorforschung
- Was? Inhaltsanalyse
- Welcher Kanal? Medienanalyse
- Zu wem? Rezipientenforschung
- Mit welchem Effekt? Wirkungsforschung
Abgrenzung der Wissenschaftsdisziplinen
Medienwissenschaft (MeWi)
- Disziplin: Sozialwissenschaftlich.
- Fokus: Medieninhalte, -ästhetik, -geschichte.
- Methode: Interpretativ, historisch.
- Ziel: Verständnis & Deutung.
Kommunikationswissenschaft (KoWi)
- Disziplin: Sozialwissenschaftlich.
- Fokus: Kommunikationsprozesse, Medien als Vermittler.
- Methode: Empirisch (quantitativ & qualitativ).
- Ziel: Erklärung & Analyse.