Wichtige Philosophische Strömungen: Marxismus, Nihilismus, Platonismus und Rationalismus

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Fortsetzung Anthropologie: Marx und der Kommunismus

Marx' Vision einer neuen Gesellschaftsordnung

Karl Marx postulierte eine neue soziale Ordnung, den Kommunismus. Diese Ordnung soll jenseits des Kapitalismus entstehen, indem sie dessen Widersprüche auflöst. Der Kommunismus strebt eine Gesellschaft ohne Staat, ohne Klassen und ohne Privateigentum an. Dies würde den Menschen letztlich befreien, da die Ursache für Konflikte – der Klassenkampf, der in allen kapitalistischen Gesellschaften existiert – entfällt. Die Diktatur des Proletariats ist ein Übergangsstadium zur Auflösung dieser Widersprüche.

Marxismus: Philosophie und Historischer Materialismus

Grundlagen des Marxismus

Der Marxismus ist eine Philosophie, die sich eng an den Wissenschaften, insbesondere den Sozialwissenschaften, entwickelt hat. Er ist keine spekulative Philosophie, sondern eine materialistische Philosophie. Sein Begründer war Karl Marx.

Historische Entwicklung und Entfremdung

  • Der Marxismus untersucht die historische Entwicklung menschlicher Gesellschaften, was zum Historischen Materialismus führte.
  • Dieser basiert auf der Untersuchung der verschiedenen „Produktionsweisen“.
  • Die Analyse vertieft die Definition des Menschen durch die Arbeit bis hin zum Konzept der „Entfremdung“, welches den Menschen kennzeichnet.

Der Nihilismus: Wertezerfall und Nietzsches Diagnose

Definition und Bedeutung des Nihilismus

Der Nihilismus bezeichnet allgemein jede Lehre, die Realitäten oder Werte als unwichtig oder falsch abwertet. Nietzsche diagnostizierte damit den Zusammenbruch der westlichen Kultur, indem er die traditionellen Werte wie Wahrheit, Gut und Tugend diskreditierte und sie als falsche, nur auf einen einzigen Instinkt zurückgeführte Werte ansah.

Folgen des Nihilismus

Wenn die höchsten Werte der westlichen Gesellschaft für ungültig erklärt werden, verfallen die Menschen in einen Zustand der Erschöpfung und des Verfalls. Nietzsches Denken zum Nihilismus wurde später von Heidegger aufgegriffen, insbesondere im Hinblick auf die Zerstörung der abendländischen Metaphysik.

Platonismus: Platons Lehren und ihre Weiterentwicklung

Interpretation der Platonischen Lehren

Der Platonismus interpretiert die Lehren Platons. Man unterscheidet verschiedene Phasen und Richtungen:

1. Frühe und Mittlere Akademie

  • Erste Phase (Speusippus, Xenokrates): Interesse an pythagoreischen und platonischen Dialogen sowie an Problemen der individuellen Moral.
  • Zweite Periode (Arkesilaus): Hier dominierte ein skeptischer Trend.

2. Außerhalb der Akademie

Andere platonische Strömungen, die nicht direkt an die Akademie gebunden waren, prägten die westliche Philosophie:

Neoplatonismus

Der Neoplatonismus war eine Erneuerung der Philosophie Platons, durchgeführt von Plotin im dritten Jahrhundert n. Chr. Er spiegelte die religiösen und mystischen Vorstellungen der Epoche wider. Das System basiert auf dem Einen, von dem aus die vielfältige Welt generiert wird: die verständliche Welt, die Welt der Seele und die materielle Welt. Der Neoplatonismus wirkte stark in der christlichen Welt durch Heiligen Augustinus, der eine Synthese zwischen Christentum und Platonismus vollzog.

Rationalismus: Die Vernunft als Erkenntnisquelle

Merkmale der Kontinentaleuropäischen Bewegung

Der Rationalismus war eine philosophische Bewegung, die sich im 17. Jahrhundert in Kontinentaleuropa entwickelte. Er postulierte, dass die Vernunft die primäre Quelle menschlicher Erkenntnis sei.

Hauptvertreter und Prinzipien

Zu den Hauptvertretern zählen Descartes, Leibniz und Spinoza. Die zentralen Merkmale sind:

  1. Die Vernunft ist die einzige Kraft, die den Menschen zur Wahrheit führen kann.
  2. Die Kraft der Vernunft beruht auf angeborenen Ideen, aus denen alle weiteren Erkenntnisse abgeleitet werden.
  3. Der Ursprung der Ideen liegt nicht in der Erfahrung, sondern im Verstand.
  4. Die bevorzugte Methode ist die deduktive Entwicklung.

Weiterentwicklung

Die bedeutendste Weiterentwicklung des Rationalismus fand im 19. Jahrhundert im Deutschen Idealismus bei Hegel statt.

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