Wichtige psychologische Theorien zu Angst und Neurose

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Miller und Mowrer: Konditionierungstheorie der Angst

Sie nehmen als Ausgangspunkt die Konditionierungstheorie von Watson, die besagt, dass das Vermeiden schmerzhafter Reize ein motiviertes Verhalten ist, das auf schädlichen Erfahrungen basiert. Angstauslösende Reize (*anxiogene Reize*) stehen zwischen dem Individuum und der schädlichen Situation und dienen als räumlicher und zeitlicher Schutz.

Miller führt weiter aus, dass anxiogene Reize von ihrer ursprünglichen Position unabhängig werden können. Dadurch erlangen sie Eigenständigkeit und Automatisierung, sodass Angst, die ursprünglich adaptiv war, zu einer pathologischen Situation führen kann.

Mandler: Angst durch Verhaltensunterbrechung

Mandler behauptet, dass Angst durch die Unterbrechung des Verhaltensprozesses verursacht wird. Er definiert diesen Prozess nicht als Barriere oder Hindernis für das Verhalten. Nach seiner Theorie umfasst der Prozess die folgenden Schritte:

  1. Die Verhaltensstörung führt zu einer erhöhten, beunruhigenden Aktivierung.
  2. Die Desorganisation des Aktionsplans erzeugt einen Angstprozess.
  3. Diese Angst führt wiederum zu dem Versuch, alternative Antworten zu finden.
  4. Wenn solche Alternativen nicht lebensfähig sind, bewirkt dies eine Zunahme der Angst und erzeugt einen Zustand der Hilflosigkeit.

Spence: Neurotische Angst als semi-motivationale Variable

Spence, der der Iowa-Schule angehört, schätzt, dass neurotische Angst „eine semi-motivationale Variable ist und weitgehend von situativen Elementen abhängt“. Diese Erklärung findet ihre Grundlage in der Entwicklung von Messinstrumenten für Angst, wie der Manifest Anxiety Scale (MAS).

Basierend auf diesen Annahmen konfigurierte auch Eysenck das Merkmal Neurotizismus als Bestandteil der Persönlichkeit, angesichts der hohen Korrelation zwischen den mit der MAS gemessenen Angstniveaus und den Fragebögen zum Neurotizismus.

Cattell: Zweifache Erklärung der neurotischen Angst

Cattell vertritt eine zweifache Erklärung:

  • Einerseits ist neurotische Angst das Produkt der Unsicherheit angesichts der stressauslösenden emotionalen Wirkung.
  • Andererseits könnte man sie als ein Angstphänomen verstehen, das aus der Erwartung einer bestimmten Situation resultiert.

Mischel: Interaktionistische Sicht auf Neurose und Stress

Im Rahmen seiner interaktionistischen Haltung argumentiert Mischel, dass die Neurose direkt mit der Dauer und Schwere der Bedrohung oder des hohen Stresses zusammenhängt. Dies hängt in erster Linie von den situativen Bedingungen ab, unter denen die Gefahr konfiguriert ist.

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