Die wichtigsten Schulen und Methoden der Psychologie: Ein Überblick

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Grundlegende Schulen und Methoden der Psychologie

I. Wichtige Schulen der Psychologie

Strukturalismus

Begründet von Wilhelm Wundt. Wundt und sein Vater Wilhelm wollten die grundlegende Struktur des Geistes, der Gefühle, Bilder und Empfindungen untersuchen. Dabei verwendeten sie Messwerkzeuge, um beispielsweise die Zeit in Bezug auf flackerndes Licht zu messen.

Funktionalismus

Vertreten durch John Dewey, gilt als das erste psychologische System Amerikas. Der Funktionalismus besagt, dass die Akkumulation von Wissen auf das Leben angewandt werden kann. Er untersucht, wie sich Menschen an die Umwelt anpassen und wie der Geist funktioniert und welche Aufgaben er erfüllt.

Gestaltpsychologie

Im 20. Jahrhundert von Deutschen gegründet. Sie betont, dass das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile und legt Wert auf die Bedeutung des Bewusstseins.

Psychoanalyse

Begründet von Sigmund Freud. Freud konzentrierte sich auf abnormales Verhalten und glaubte, dass biologische Impulse, insbesondere sexueller Natur, das Verhalten von Menschen beeinflussen.

Behaviorismus

Vertreten durch John Watson. Der Behaviorismus führt menschliches Verhalten auf die Entwicklung tierischen Verhaltens zurück. Durch die Untersuchung der Reaktion auf Reize konnte bestimmt werden, welche Reaktion ein Individuum zeigen würde, was als wichtiger Einblick in seinen Geist galt.

Humanistische Psychologie

Entstand in den frühen 50er Jahren. Carl Rogers und Abraham Maslow arbeiteten an dieser Psychologie, die sich auf Themen wie das verbleibende Leben (Selbstverwirklichung) konzentriert.

Kognitive Psychologie

Ihre Hauptfunktion besteht darin, die Denkprozesse zu erforschen, die in der Psyche stattfinden. Sie versucht zu verstehen, wie Informationen aufgenommen, verarbeitet, erinnert und verwendet werden.

II. Forschungsmethoden in der Psychologie

Die Experimentelle Methode

Ziel ist es, Beschreibungen von Ereignissen zu erhalten, indem die Bedingungen, unter denen diese Ereignisse eintreten, kontrolliert werden.

Beobachtung (Observation)

Die sorgfältige Beobachtung einer Situation ist eine nützliche Methode, um Aspekte des Verhaltens eingehend zu untersuchen.

Introspektion

Die Inspektion und Beschreibung mentaler Zustände, die von der Person selbst erlebt werden, um direkte Informationen über Gefühle, Bedürfnisse, Motive und Emotionen zu erhalten.

Die Biografische Methode

Dient dazu, die Ursachen des individuellen Verhaltens und der Persönlichkeit zu verstehen, die durch ökologische und soziale Einflüsse geformt werden.

III. Bedeutende Psychologen und Theorien

  • Sir Francis Galton: Fokussierte auf individuelle Unterschiede und begründete seine Studien auf der Vererbung geistiger Eigenschaften.
  • Jean-Martin Charcot: Betrachtete Hypnose als ein physiologisches Phänomen, das bei Fällen von Hysterie auftrat.
  • Carl Jung: Interessierte sich für Freuds Theorie, behauptete jedoch, dass die Libido eine Kraft sei, die Energie für das Leben und Wachstum liefert.
  • Alfred Adler: Vertrat die Individualpsychologie, in der die grundlegende Ausrichtung eines Menschen die Suche nach Sicherheit war.

Reflexologentheorie (Ivan Pavlov)

Ivan Pavlov definierte den Reflex als eine unwillkürliche, automatische Reaktion des Nervensystems, ausgelöst durch eine schnelle Muskelkontraktion oder Sekretion.

Phänomenologie

Ziel ist die Beschreibung psychischer Phänomene in der konkreten Wirklichkeit. Edmund Husserl interpretierte sie als reines Bewusstsein oder psychisches Phänomen.

IV. Der Mensch als Forschungsobjekt

Für die Erforschung des Menschen sind folgende Aspekte wichtig:

  • Der Mensch als soziales Wesen: Der Mensch interagiert von Geburt an mit anderen. Er gehört zu einer Gruppe oder Kultur, was die Formen des Zusammenlebens prägt und sein Verhalten verändert.
  • Der Mensch als historisches Wesen: Der Mensch verändert sich im Laufe der Zeit. Mit fortschreitenden Epochen verhält sich der Mensch anders, da er neuen Bedürfnissen ausgesetzt ist.
  • Der Mensch als Organismus: Der Mensch nimmt an den Prozessen der Natur teil. Biologische Veränderungen beeinflussen sein Verhalten.

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