Wiederbesiedlung und kulturelle Vielfalt im Mittelalter

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Wiederbesiedlung, Muster und soziale Organisation

Die Besiedlungsmaßnahmen im Mittelalter können in vier Perioden eingeteilt werden:

  • Frühes Mittelalter (8. bis 10. Jahrhundert): Die Landnahme verlief sehr langsam und erstreckte sich über Galicien, das Gebiet nördlich des Duero und den oberen Ebro. Die Könige verordneten, dass Bauern Land besetzen durften, was als Presura bezeichnet wurde. Dies geschah vor allem im Königreich León und in den katalanischen Regionen. Die neuen Besitzer gruppierten sich in Dörfern, wählten ihre Vorsteher und bildeten eine militärische Struktur.
  • 1. Teil des Hochmittelalters: Die Gebiete zwischen dem Duero und dem Tajo wurden erobert. Die Wiederbesiedlung erfolgte durch Stadträte, denen Freibriefe (Fueros) gewährt wurden. Die Parzellen hatten eine mittlere Größe. An einigen Stellen blieben Muslime, Mozaraber und Juden zusammen.
  • 2. Teil des Hochmittelalters: Aufgrund des Mangels an Siedlern entstanden die ersten Latifundien (Großgrundbesitze). Die Wiederbesiedlung war nun Aufgabe der Stadträte, die oft über hunderte Quadratkilometer (Alfoz) verfügten, sowie militärischer Orden in den unbewohnten Gebieten.
  • Spätmittelalter: Die maurische Bevölkerung war besonders in Valencia und Murcia zahlreich. Als Neuerung vergaben die Könige riesige Flächen an große Adelsfamilien, was zur Entstehung von Großsiedlungen führte. Die geschichtete Gesellschaft bildete sich durch Stände mit eigenen Privilegien und Verpflichtungen.

Kulturelle Vielfalt (Christen, Juden und Muslime)

Im mittelalterlichen Spanien lebten die Anhänger der drei Religionen – Christentum, Judentum und Islam – weitgehend friedlich zusammen. Der kulturelle Austausch war konstant, wobei die christliche Kultur stark von den anderen beeinflusst wurde. Die muslimische Kultur galt als überlegen und offener für alle Wissensgebiete als die christliche.

Über den Jakobsweg gelangten kulturelle Einflüsse aus Europa über die Pyrenäen, was die Abhängigkeit von der arabischen Kultur verringerte und zu einem besseren Gleichgewicht zwischen den Kulturen führte. Latein war zwar nicht mehr die gesprochene Sprache, blieb aber die Schriftsprache, bevor die romanischen Sprachen entstanden.

In Toledo entwickelte sich durch die Übersetzerschule ein Prozess der Assimilation der hispanischen Kultur, aus dem später die ersten Universitäten hervorgingen. Im 13. Jahrhundert zeichnete sich die galicisch-portugiesische Lyrik ab, gefördert durch König Alfons X. den Weisen. Später löste das Kastilische das Galicische als poetische Sprache ab, was sich in den Werken des Erzpriesters von Hita und des Marquis von Santillana widerspiegelt.

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