Wilson-Zyklus: Kontinentale Drift und Plattentektonik

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Der Wilson-Zyklus

Der Wilson-Zyklus beschreibt eine Theorie, die erklärt, wie sich Kontinente entlang der Erdgeschichte aufspalten und wiedervereinigen. Der Zyklus lässt sich in acht Phasen unterteilen:

  1. Thermische Aufwölbung: Die unter den Kontinenten aufsteigende Wärme verursacht eine Ausdehnung und Aufwölbung der kontinentalen Kruste.
  2. Kontinentales Rift: Große Brüche führen zur Bildung eines Grabensystems (Rift).
  3. Bildung eines schmalen Meeres: Die vollständige Trennung der kontinentalen Kruste führt zur Bildung eines schmalen Meeres und eines mittelozeanischen Rückens (Beispiel: Rotes Meer).
  4. Ozeanbildung: Die Ausdehnung des Meeresbodens schreitet fort und es entsteht ein Ozean (Beispiel: Atlantischer Ozean).
  5. Ruhephase des Ozeans: Die ozeanische Lithosphäre beginnt zu brechen und es bilden sich Tiefseegräben. Die Kontinente beginnen sich wieder anzunähern.
  6. Fast vollständige Schließung: Die Kontinente nähern sich weiter an, und zwischen ihnen befinden sich die maximalen Elemente der Subduktion.
  7. Kontinentale Kollision: Die Ränder der beiden Kontinente kollidieren und verändern die Sedimente.
  8. Endphase: Die kontinentalen Massen verschmelzen und bilden Gebirge durch kontinentale Kollision.

Aktuelles Verständnis der Plattentektonik

Neue Techniken haben unser Wissen über den Erdmantel erweitert. Zwei wichtige Punkte sind:

  1. Die Asthenosphäre ist nicht der einzige Ort, an dem Konvektionsströme erkannt werden. Der gesamte Mantel ist an der Entwicklung beteiligt. Unter den Subduktionszonen zeigen sich kalte Strömungen, die Fragmente der abtauchenden Platte bis zur Kern-Mantel-Grenze transportieren. Heiße Aufströme entstehen nicht nur aus den mittelozeanischen Rücken, sondern auch aus sogenannten "Hot Spots".
  2. Die Lithosphäre scheint eine aktive Rolle bei ihrer eigenen Verschiebung zu spielen. Zwei Kräfte wirken dabei:
    • Da die Lithosphäre an den mittelozeanischen Rücken erhöht ist, neigt sie dazu, aufgrund der Schwerkraft auf beiden Seiten abzurutschen.
    • Wenn die Platte abzutauchen beginnt, zieht das Gewicht der sinkenden Platte den Rest der Platte mit sich. Platten mit Subduktionszonen bewegen sich schneller als solche ohne.

Die innere Hitze der Erde ist verantwortlich für das plastische und duktile Verhalten der tektonischen Platten. Diese innere Wärme ermöglicht Konvektionsströme, welche die Verschiebung der Platten verursachen.

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