Wirtschaft und Gesellschaft in der Extremadura (18. Jh.)
Eingeordnet in Geographie
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 2,57 KB
Wirtschaft: Landwirtschaft und Viehzucht
Die Wirtschaft der Extremadura basierte im 18. Jahrhundert primär auf der Landwirtschaft, wobei die Viehzucht dominierte. Die landwirtschaftliche Ertragslage war aufgrund historisch gewachsener Strukturen schlecht.
- Fruchtbare Böden: Trotz fruchtbarer Felder war die Landwirtschaft unterentwickelt.
- Landbesitz: Die Struktur war durch den Landadel geprägt.
- Privilegien: Der Rat der Mesta genoss große Privilegien, wodurch weite Flächen als Weideland genutzt wurden und nicht für den Ackerbau zur Verfügung standen.
Dies verschlechterte die Situation der Tagelöhner und Pächter massiv. Die Extremadura war in dieser Zeit ein isoliertes und wirtschaftlich unterentwickeltes Gebiet.
Sonstige wirtschaftliche Aktivitäten
Aufgrund der Dominanz des Primärsektors spielten andere Aktivitäten nur eine untergeordnete Rolle. Dennoch gab es in einigen Gebieten wie Zafra, Ceclavin oder Zarza la Mayor intensivere Geschäftstätigkeiten. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts erlebte das Handwerk einen Rückgang, wenngleich in Orten wie Fuente del Maestre, Cabeza del Buey, Azuaga, Berlanga, Torrejoncillo oder Salvatierra noch Spuren alter Fabriken und Produktionen existierten. Wie im restlichen ländlichen Spanien gab es keine starre Trennung zwischen Landwirtschaft, Viehzucht, Handwerk und Handel; oft wurden mehrere Berufe gleichzeitig ausgeübt.
Demografie
Die Volkszählung von Floridablanca belegt den Mangel an menschlichen Arbeitskräften bei einer Gesamtbevölkerung von 412.000 Einwohnern. Die Geburtenrate lag zwischen 35 und 45 Promille, begünstigt durch frühe Eheschließungen. Diese hohe Rate wurde jedoch durch eine ebenso hohe Sterblichkeitsrate – insbesondere bei Kindern – wieder ausgeglichen. Die am dichtesten besiedelten Gebiete waren die fruchtbarsten Regionen.
Soziale Aspekte
Im 18. Jahrhundert waren 75 % der Bevölkerung der Extremadura Arbeiter. Die restliche ländliche Bevölkerung bestand aus einer Minderheit mittlerer Bauern, während der Großteil des Landes im Besitz des hohen Adels und der Kirche war. Viele Ländereien wurden nicht bewirtschaftet oder von Pächtern bestellt, die hohe Mieten zahlen mussten. Landwirte klagten häufig darüber, dass das Vieh der Mesta ihre Ernten ruinierte. Zudem gab es eine kleine Produktion von Textilien und Keramik für den lokalen Markt, die auf Messen wie denen in Zafra, Cáceres und Trujillo vertrieben wurden.