Wirtschaftskrise und politische Umbrüche (1920er-1930er)
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Stalinismus und Diktatur
Stalin übte eine echte Diktatur aus, in der die Kommunistische Partei alle Organe des Staates kontrollierte. Seine Führung wurde durch den Personenkult, der um ihn betrieben wurde, weiter verstärkt. Jeder Verdacht gegen Stalin wurde als Feindseligkeit gegenüber dem Sozialismus gewertet. In Moskau wurden durch einen gewalttätigen Polizeiapparat in Schauprozessen Dissidenten gesäubert; viele von ihnen wurden hingerichtet, eingesperrt oder in Arbeitslager deportiert.
Die Folgen des Ersten Weltkriegs
Die Vereinigten Staaten profitierten enorm vom Ersten Weltkrieg. Während des Konflikts verkauften sie Nahrungsmittel, Waffen und Industrieprodukte an die Alliierten, sammelten Währungsreserven an und kontrollierten schließlich die Hälfte der weltweiten Goldreserven, was den Dollar stärkte. Als der Krieg endete, waren die Vereinigten Staaten zur ersten wirtschaftlichen Weltmacht aufgestiegen. Viele europäische Länder standen nach dem Krieg bei den USA in der Schuld, da sie Kredite aufgenommen hatten, um die kriegsbedingte Verarmung, den Rückgang der landwirtschaftlichen und industriellen Produktion sowie die Abwertung ihrer Währungen zu bewältigen.
Überproduktionskrise
Bauern waren die ersten Opfer, da sie während des Krieges Kredite aufgenommen hatten, um Maschinen und neues Land zu erwerben. Nach dem Konflikt gingen die Exporte zurück, und der amerikanische Markt konnte die gesamte Produktion nicht aufnehmen. Mit der Zunahme des Angebots und den angesammelten Vorräten sanken die Preise schnell, und die Bauern konnten ihre Kredite nicht zurückzahlen. Dies führte zum Ruin Tausender Betriebe, die ihr Land und ihre Maschinen verloren; viele wanderten in die Städte ab.
In der Industrie kam es zu einem ähnlichen Phänomen: Die Produktion wuchs schneller als der Markt, und die Fabriken stellten mehr her, als sie verkaufen konnten. Die Ansammlung von Beständen drückte die Preise, viele Firmen gingen bankrott und schlossen ihre Türen. Die steigende Arbeitslosigkeit ließ den Konsum weiter sinken. Die „Roaring Twenties“ neigten sich dem Ende zu.
Börsenkrach und die Große Depression
Viele Aktionäre waren sich bewusst, dass der Aktienkurs wesentlich höher war als der tatsächliche Wert. Das Vertrauen der Investoren schwand, und am 24. Oktober 1929 kam es an der New Yorker Börse zu einer massiven Verkaufswelle. Alle wollten ihre Aktien verkaufen, doch niemand wollte kaufen. Der drastische Wertverlust der Aktien löste den Börsenkrach von 1929 aus.
- Folgen des Crashs:
- Viele Anleger waren ruiniert, was Panik unter den Bürgern auslöste.
- Banken mussten schließen, da sie aufgrund des Geldmangels keine Kredite mehr an Kunden und Unternehmen vergeben konnten.
- Der Börsenkrach führte zum Bankrott vieler Banken.
- Die Krise breitete sich von der Landwirtschaft auf die Industrie und den Handel aus, was zu einer weit verbreiteten wirtschaftlichen Rezession führte.
- Der Konsum sank, Fabriken schlossen, die Arbeitslosigkeit stieg und viele Familien verarmten und waren auf Wohltätigkeit angewiesen.
Von den USA aus verbreitete sich die Krise auf den Rest der Welt, da US-Banken ihre Gelder aus europäischen Banken abzogen und amerikanische Unternehmen ihre Investitionen im Ausland reduzierten. Die amerikanischen Importe sanken, und der Welthandel erlitt eine schwere Rezession.