Wirtschaftsliberalismus und Arbeiterbewegung: Geschichte und Entwicklung
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Der ökonomische Liberalismus
Es entstand ein neues System zur Regulierung der Wirtschaft: der wirtschaftliche Liberalismus. Dieser basierte auf der Handlungsfreiheit in allen Bereichen nach dem Prinzip Laissez-faire (Nicht-Einmischung).
Grundprinzipien des Liberalismus
- Arbeit ist die einzige Quelle des Reichtums.
- Das persönliche Interesse liegt im Interesse der Gemeinschaft.
- Die wirtschaftliche Tätigkeit wird durch das Gesetz von Angebot und Nachfrage geregelt.
- Regierungen sollen sich nicht in Produktions- und Austauschprozesse einmischen. Private Unternehmen müssen frei arbeiten und maximale individuelle Initiative haben können.
- Der Austausch von Waren muss frei sein (Freihandel).
Die Anwendung des ökonomischen Liberalismus begünstigte die Kapitalisten und förderte das Unternehmertum (Venture).
Die Arbeiterbewegung
Das Verschwinden alter Organisationsformen und der fehlende Schutz der Arbeitnehmer ließen die Arbeiter dem Willen der Arbeitgeber ausgeliefert zurück, was durch den wirtschaftlichen Liberalismus noch verstärkt wurde. Die Arbeitsbedingungen waren katastrophal:
Schlechte Arbeitsbedingungen
- Sehr lange Arbeitszeiten unter harter Disziplin.
- Völliger Mangel an Sicherheit und Hygiene am Arbeitsplatz, was zu Krankheit und Unfällen führte.
- Kinderarbeit in Bergwerken und Fabriken.
- Niedrige Löhne, besonders für Frauen und Kinder.
- Kostenlose Entlassung ohne Anspruch auf Entschädigung.
- Kein Urlaub und keine soziale Sicherheit.
- Verbot für Arbeitnehmer, sich zur Verteidigung ihrer Rechte zusammenzuschließen.
Die Anfänge der Arbeiterbewegung
Die Arbeiter erkannten die Notwendigkeit, sich zu vereinigen und zu handeln, um ihre schlechten Arbeitsbedingungen zu ändern.
Erste Reaktionen: Luddismus
Die ersten Reaktionen ereigneten sich im Vereinigten Königreich durch organisierte Gruppen von Arbeitnehmern, die Maschinen zerstörten. Diese Bewegung nannte man Luddismus. Als Reaktion darauf wurde ein Gesetz erlassen, das diese Bewegung mit der Todesstrafe belegte.
Gründung von Gewerkschaften und Chartismus
Mit der Gründung von Gewerkschaften, lokalen Vereinigungen von Arbeitnehmern gleicher Branche, wurde eine Verbesserung angestrebt.
Die Forderungen der Arbeiter nach Reformen wurden dem britischen Parlament vorgelegt. Dies geschah im Rahmen der Chartistenbewegung, benannt nach einer Petition an das Parlament mit politischen Forderungen zugunsten der Arbeitnehmer. Das Parlament lehnte diese Forderungen ab.
Utopischer Sozialismus
Es gab auch andere Bewegungen, darunter der utopische Sozialismus. Dies war eine ideologische Strömung als Gegensatz zum Kapitalismus, die versuchte, die Bedingungen durch staatliches Eingreifen in die Wirtschaft zu verbessern.
Ideen einiger utopischer Sozialisten
- Saint-Simon schlug eine Revolution zur Verbesserung der Lebensbedingungen der bescheidenen Schichten vor.
- Charles Fourier schlug eine neue Gesellschaft vor, die auf Produktionsgenossenschaften basierte.
- Robert Owen gründete in seiner Fabrik in Schottland Schulen und führte eine verkürzte Arbeitszeit für die Arbeitnehmer ein.
Die Entwicklung der Arbeiterbewegung
Seit der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts machte die Arbeiterbewegung große Fortschritte durch neue Kampfformen und die Entstehung neuer kapitalistischer Ideologien.
Wichtige Entwicklungen
Von all diesen Entwicklungen standen folgende im Vordergrund:
- Der Fortschritt der Gewerkschaften: Die Arbeiter organisierten sich, um Verhandlungen mit Arbeitgebern und dem Staat über bessere Arbeitsbedingungen zu führen.
- Der Einsatz des Generalstreiks als Druckmittel. Sowohl Streiks als auch Gewerkschaften wurden zunächst als illegal betrachtet.
- Die Entstehung und Verbreitung von zwei revolutionären Ideologien: Marxismus und Anarchismus.