Wirtschaftspolitik in Peru: Orthodoxe vs. Heterodoxe Ansätze
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Orthodoxe Wirtschaftspolitik
Der IWF zwang die Regierung Belaúnde, den Haushalt zu reduzieren, die Preise der städtischen Dienstleistungen zu erhöhen und die nationale Währung, den Sol, abzuwerten. Dadurch wurde die Währung weniger wert, und es musste mehr für Importe ausgegeben werden. Die IWF-Maßnahmen führten zu einer schweren Rezession (Nachfragekontraktion), die sich in den Taschen der Bürger bemerkbar machte. Da die Bürger ärmer wurden und weniger konsumierten, zahlten sie auch weniger Steuern. Im Jahr 1984 geriet die Regierung Belaúnde mit der Zahlung der Auslandsschulden in Verzug.
Heterodoxe Wirtschaftspolitik
Die Zahlung der Auslandsschulden wurde auf 10 % der peruanischen Exporte begrenzt. Eine neue Währung, der Inti, wurde eingeführt, die den abgewerteten Sol ersetzte. Die Regierung fror die Grundpreise, Löhne und den Wechselkurs zum Dollar ein, um zu verhindern, dass höhere Preise die Verbraucher dazu veranlassten, mehr Geld auszugeben und andere Sektoren zur wirtschaftlichen Erholung beizutragen.
Grundlage der Heterodoxen Politik
Die Reaktivierung der Wirtschaft wurde als notwendig erachtet, um die Schulden zurückzuzahlen. In diesem Zusammenhang wäre eine vom IWF vorgeschlagene Reduzierung der Importe kontraproduktiv, da die peruanische Industrieproduktion weitgehend von importierten Maschinen und Rohstoffen abhängt. Die Zahlung der Auslandsschulden wäre ebenfalls kontraproduktiv, da sie die Rückführung von Wirtschaftskapital, das für Exporte benötigt wird, beeinträchtigen würde. Während der IWF glaubte, dass die Inflation in Peru auf eine zu hohe Nachfrage zurückzuführen sei, die durch staatliche Ausgaben über ihre Einnahmen hinaus angeheizt wurde, glaubten Alan García und sein Wirtschaftsteam, dass es in der peruanischen Wirtschaft genügend Potenzial gab, um das Angebot deutlich zu erhöhen. Mit anderen Worten: Der IWF glaubte, dass der Staat versuchte, das Haushaltsdefizit durch die Ausgabe von Geld zu decken und dadurch Inflation zu erzeugen.
Auswirkungen der Heterodoxen Politik
Trotz der wirtschaftlichen Erholung sah der Staat kaum Einnahmen. Es waren Investitionen erforderlich, um neue Kapazitäten zu schaffen und die Wiederbelebung der nationalen Industrie voranzutreiben. Die Handelsbilanz wurde Ende 1986 wieder negativ. Das geringe Vertrauen der Öffentlichkeit in das Wirtschaftsmodell führte dazu, dass viele Peruaner Ende 1986 ihre Intis in Dollar umtauschten.