Wirtschaftszyklen, Kapital und Einkommen im Kapitalismus
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Business Cycles: Die Konjunkturuhr
Ein Konjunkturzyklus beschreibt eine Reihe wirtschaftlicher Phänomene, die in einem bestimmten Zeitraum auftreten. Die Phasen eines Zyklus sind:
- Krise: Viele Unternehmen scheitern, was zu erhöhter Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung führt.
- Rezession: Ein relativer Rückgang der allgemeinen wirtschaftlichen Tätigkeit.
- Depression: Ein tatsächlicher Einbruch oder Zusammenbruch der Wirtschaft.
- Erholung: Gekennzeichnet durch die Wiederbelebung aller wirtschaftlichen Aktivitäten.
- Boom: Eine Phase des Wohlstands und der Hochkonjunktur.
Historische Studien klassifizieren Konjunkturzyklen im kapitalistischen System wie folgt:
- Kondratieff-Zyklen (Große Zyklen): Dauer von etwa 60 Jahren.
- Juglar-Zyklen (Mittlere Zyklen): Dauer von etwa 15 bis 17 Jahren.
- Kitchin-Zyklen: Dauer von etwa 40 Monaten.
Wirtschaftskrisen
Krisen sind zyklisch und hängen von der Reifung neuen Investitionskapitals ab. Wenn Investitionen in Arbeitskräfte verringert werden und neue Maschinen die Arbeit ersetzen, entsteht ein Widerspruch, der zur Krise führt.
Arten von Krisen
- Krise der Überproduktion
- Finanzkrise
- Krise der Unverhältnismäßigkeit
- Chronische Realisierungskrise
- Krise des Akkumulationsprozesses
- Agrarkrise
- Krise des Kapitalismus
Theorien des Arbeitslohns
Objektive Theorie
Die gesellschaftlich notwendige Arbeit der erwerbstätigen Bevölkerung schafft ein gesellschaftliches Produkt, das zwischen den sozialen Klassen aufgeteilt wird.
Subjektive Theorie (Marginaltheorie)
Argumentiert, dass der Lohn die Vergütung der Arbeit darstellt und die Entlohnung der Produktionsfaktoren gemäß ihrer Grenzproduktivität erfolgt.
Kapital
Kapital umfasst alle Produktionsmittel. Waren, die im Produktionsprozess eingesetzt werden, nennt man Investitions- oder Produktionsgüter. Buchhalterisch definiert sich Kapital als Differenz zwischen Aktiva und Passiva:
Kapital = Vermögen - Schulden
Der Prozess der Kapitalakkumulation ist der Motor der kapitalistischen Entwicklung. Nach der subjektiven Theorie wird Kapital klassifiziert in:
- Konstantes Kapital: Repräsentiert durch Produktionsmittel.
- Variables Kapital: Investiert in die Anschaffung von Arbeitskräften.
Zudem wird Kapital nach seiner Sphäre klassifiziert (z. B. Handelskapital, Industriekapital, Finanzkapital). Die Rendite bezeichnet den Gewinn aus einer Investition.
Gewinn und Einkommen
Der Gewinn ist das verfügbare Einkommen, das ein Kapitalist aus seiner Investition erzielt. Das Einkommen einer Gesellschaft teilt sich in Arbeitslohn und Mehrwert auf. Investitionen werden aus einem Teil der Gewinne finanziert.
Zinsen
Zinsen sind der Preis für die Nutzung von Fremdkapital. Sie werden klassifiziert nach:
- Kurzfristige Zinsen: Laufzeit bis zu einem Jahr.
- Langfristige Zinsen: Laufzeit über einem Jahr.
Nach der Berechnungsmethode unterscheidet man:
- Einfache Zinsen: Basieren auf dem ursprünglichen Kapital.
- Zinseszins: Zinsen werden dem Kapital zugeschlagen und in der nächsten Periode mitverzinst.
Grundrente
Die Grundrente ist die Zahlung für die Nutzung von Boden. Sie entsteht durch das Monopol der Landbesitzer und die begrenzte Verfügbarkeit von Land unterschiedlicher Qualität. Die Miete ist Teil des wirtschaftlichen Überschusses, der von produktiven Arbeitern geschaffen wird.