Wissenschaft und Technik: Definition und Fortschritt
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Definition und Grundlagen der Technik
Technik ist eine Form von Wissen, das zur Lösung praktischer Fragen angewendet wird. Die systematische Organisation dieses praktischen Wissens bildet die Grundlage der Technik. Die Technowissenschaft stellt die Technologie immer wieder vor neue Herausforderungen; im Gegenzug bietet sie neue Materialien und Techniken für die wissenschaftliche Entwicklung. Es handelt sich hierbei um eine bidirektionale Beziehung.
Historische Entwicklung und Werkzeuggebrauch
Der Begriff Technologie bezieht sich nicht nur auf unsere heutige Zeit, sondern begleitet den Menschen seit seiner Entstehung. Die Fähigkeit zur Technologie ist jedoch nicht nur dem Menschen vorbehalten: Auch andere Arten wie Schimpansen oder Bonobos besitzen eine begrenzte Fähigkeit, einfache Werkzeuge aus Materialien ihrer Umgebung zu entwickeln, um Nahrung zu beschaffen oder zur Notwehr.
Die Schrift als Technologie wird durch Codes wie das Alphabet oder die Blindenschrift ausgedrückt. Sie wird auf physischen Medien wie Tontafeln, Papier oder CDs festgehalten und mit Instrumenten wie Meißeln oder Bleistiften erstellt.
Technischer Fortschritt im 20. Jahrhundert
Betrachtet man die technischen Elemente, die im 20. Jahrhundert in den entwickelten Ländern eingeführt wurden, wird das Ausmaß des Wandels deutlich:
- Kernenergie und Elektrizität
- Moderne Medizin
- Automobilindustrie und Luftfahrt
Es ist erstaunlich, welche enormen Veränderungen Wissenschaft und Technologie in nur hundert Jahren bewirkt haben. Im Gegensatz dazu existieren Gesellschaften, die von Basistechnologien umgangen wurden. Diese leiden unter schwerwiegenden Folgen wie Trinkwassermangel, Kindersterblichkeit, Krankheiten und Hunger.
Auswirkungen auf Lebensqualität und Umwelt
Die Auswirkungen der Wissenschaft führen zur Verbesserung der Lebensqualität, beispielsweise durch Heilmittel für Krankheiten oder die industrielle Nahrungsmittelproduktion. Diesen Vorteilen stehen jedoch neue Probleme gegenüber:
- Umweltauswirkungen (Abholzung, Artensterben)
- Globalisierung von Krankheiten
- Ausbeutung der Dritten Welt
- Zunehmende Belastung der entwickelten Länder
Theorien des wissenschaftlichen Fortschritts
Wissenschaftlicher Fortschritt ermöglicht es uns, Naturphänomene immer besser zu erklären. Keine Technologie ist per se besser oder schlechter; die wissenschaftliche und technologische Entwicklung reagiert primär auf die Anpassung an die sich ändernden Bedürfnisse unserer Umgebung.
Falsifikationismus nach Karl Popper
Der Falsifikationismus von Karl Popper besagt, dass die Wissenschaft kontinuierlich wächst, da sie der Wahrheit immer näher kommt. Alte Theorien werden schrittweise durch neue, genauere oder zusätzliche Erklärungen ersetzt.
Erkenntnistheoretischer Anarchismus und Paradigmen
Diese Vision des Fortschritts wurde von mehreren Autoren kritisiert. Paul Feyerabend meint, dass die Wissenschaft keine validere Form des Wissens als andere sei. Die wissenschaftliche Methode sei problematisch, da sie die Freiheit der Wissenschaft einschränke. Feyerabend verteidigt den erkenntnistheoretischen Anarchismus („Anything goes“), in dem Wissenschaftler die Freiheit haben sollten, die Natur zu erkunden und zu innovieren.
Thomas Kuhn hingegen argumentiert, dass Wissenschaft mehr als nur Regeln und Methoden ist. Sie ist eine Tätigkeit einer Gruppe von Wissenschaftlern, die durch historische Momente und soziale Standards geprägt sind. Jede Epoche wird dabei von einem bestimmten wissenschaftlichen Paradigma geregelt.