Die Wissenschaftliche Methode: Grundzüge, Kritik und Ethik
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Die Wissenschaftliche Arbeit und ihre Grundzüge
Wir können die Arbeit von Wissenschaftlern anhand einer Reihe von Grundzügen charakterisieren:
Fragestellung
Es ist wichtig, die entscheidende Frage zu wählen, die uns nicht in eine Sackgasse führt. Wir müssen Fragen stellen, die eine bescheidene, aber nützliche Antwort ermöglichen.
Formulierung der Hypothese
Dies beinhaltet die Entwicklung einer Idee oder Hypothese über natürliche Phänomene und deren Ablauf. Die Formulierung von Annahmen ist ein entscheidender und kreativster Moment im wissenschaftlichen Erkenntnisprozess.
Prüfung der Hypothese
Hier wird gezeigt, ob die Idee oder Hypothese wissenschaftliche Gültigkeit besitzt. Experimente können durchgeführt werden, um die Hypothese zu testen.
Formulierung von Gesetzen und Theorien
Allgemeine Naturgesetze werden in der Regel als wichtige Theorien formuliert, die einheitlich und nachweisbar sein müssen.
Überlegungen zur Wissenschaftlichen Praxis
Keine neutrale Beobachtung
Beobachtungen sind nicht ohne vorherige Vorstellungen möglich. Sie werden vom Gehirn im Einklang mit dem vorhandenen Wissen interpretiert.
Beobachtungen allein
Beobachtungen allein führen nicht zur Ausarbeitung von Hypothesen.
Theorien sind nicht statisch
Theorien dürfen nicht nur durch die Schaffung von Szenarien aufgebaut werden. Die Geschichte der Wissenschaft zeigt große Revolutionen oder Paradigmenwechsel, die erforderten, dass bestehende Regeln gebrochen wurden.
Kritisches Hinterfragen
Aktuelles Wissen darf nicht ohne Weiteres angenommen werden. Kritikfähigkeit ist wichtig, um zu wissen und zu verstehen, was geschieht.
Wahrheit und Sicherheit in der Wissenschaft
Die Philosophie der Wissenschaft untersucht, wie wissenschaftliche Erkenntnisse entstehen und ob diese mit der Realität übereinstimmen.
Karl Poppers Ansatz zur Falsifikation
Keine endgültigen Erkenntnisse: Es gibt nur vorläufige Annahmen.
Falsifikation als Sicherheit: Der beste Weg, um Sicherheit in der Wissenschaft zu erlangen, ist der Versuch, eine Hypothese zu widerlegen.
Wenn die Unrichtigkeit einer Hypothese nachgewiesen wird, wird diese verworfen. Dieser Prozess führt höchstwahrscheinlich zur Suche nach einer neuen, alternativen Hypothese.
Jede Hypothese muss falsifizierbar sein, d.h., sie muss die Möglichkeit bieten, widerlegt zu werden. Wenn eine Hypothese nicht widerlegt werden kann, gilt sie nur als vorübergehend gesichert.
Die Ethischen Herausforderungen der Wissenschaft
Die Geschichte der Wissenschaft zeigt auch Beispiele für tragische oder schädliche Anwendungen (sowohl vorsätzlich als auch unvorsätzlich), die dem Menschen Schaden zufügen (z.B. Kriegs-Technologie, biologische Kampfstoffe, Pestizide). Diese von Wissenschaftlern und Technikern verursachten Probleme können nur gelöst werden, indem, wie Einstein sagte, die Wissenschaft selbst die Methoden, Muster und Werte hinterfragt, die zu ihrer Entstehung geführt haben.
Edgar Morin betont die Notwendigkeit, das Bewusstsein zu schärfen, dass wissenschaftliche Zusammenarbeit Wissenschaftler und Technologen vor dogmatischen Positionen schützt und sie ihrer sozialen Verantwortung bewusst macht.
Serendipität
Serendipität ist die Fähigkeit, glückliche und unerwartete Entdeckungen durch Zufall zu machen.