Die Wissenschaftliche Methode: Schritte, Induktivismus und Poppers Falsifikationismus

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Die Hypothetisch-Deduktive Methode (H-D Methode)

Die Anwendung der hypothetisch-deduktiven Methode lässt sich anhand der Entdeckung des Planeten Neptun durch die Astronomen Adams und Le Verrier im 19. Jahrhundert veranschaulichen. Sie bemerkten, dass die Umlaufbahn des Planeten Uranus nicht den Vorhersagen der Newtonschen Gesetze folgte.

Schritte der H-D Methode am Beispiel Neptun

  1. Problem erkennen

    Die Astronomen Adams und Le Verrier stellten im 19. Jahrhundert fest, dass die Umlaufbahn des Uranus von der durch die Newtonschen Gesetze vorhergesagten Bahn abwich.

  2. Hypothese formulieren

    Es wurde angenommen, dass diese Unregelmäßigkeiten in der Umlaufbahn durch die Anziehungskraft eines äußeren, noch unbekannten Planeten verursacht wurden.

  3. Beobachtbare Konsequenzen ableiten (Deduktion)

    Wenn ein solcher Planet existiert, muss er eine bestimmte Masse und Position haben. Er müsste daher an einer bestimmten Stelle am Himmel mit einem Teleskop beobachtbar sein.

  4. Experimente und Beobachtung (Bestätigung)

    Der Astronom Galle nutzte ein leistungsstarkes Teleskop und fand den Planeten an der vorhergesagten Stelle. Dieser Planet wurde Neptun genannt. Die Hypothese wurde somit durch die Erfahrung bestätigt.

Wissenschaftstheorien: Induktivismus und Falsifikationismus

Die wissenschaftliche Erkenntnis wird durch verschiedene Theorien beleuchtet, insbesondere durch den Induktivismus und den kritischen Rationalismus (Falsifikationismus).

Die Induktivistische Sichtweise

Nach induktivistischen Theorien werden allgemeine Gesetze durch induktives Denken entdeckt. Dies basiert auf der Feststellung, dass die Natur einheitlich ist und sich immer gleich verhält. Die Gesetze werden durch die Beobachtung und das Experimentierung vieler Fälle bewiesen, bei denen die Vorhersagen zutreffen.

Kritik am Induktivismus (Karl Popper)

  • Fokus auf das Problem

    Popper kritisiert die induktivistische Vision, indem er argumentiert, dass wissenschaftliche Forschung nicht mit der bloßen Beobachtung beginnt, sondern immer dann, wenn ein Problem oder eine Diskrepanz auftritt.

  • Asymmetrie von Wahrheit und Falschheit

    Popper vertritt die kritische Ansicht, dass die Wissenschaft die Wahrheit nicht endgültig beweisen kann, aber sehr wohl die Falschheit. Wenn auch nur ein einziger Fall einem allgemeinen Gesetz widerspricht, ist dieses Gesetz nicht universell gültig.

Die Falsifikationistische Vision und die Schritte der Methode

Der Falsifikationismus besagt, dass wissenschaftliche Theorien nur dann gültig sind, wenn sie prinzipiell widerlegbar (falsifizierbar) sind. Die Schritte der hypothetisch-deduktiven Methode im Sinne des kritischen Rationalismus sind:

  1. Ansatz eines Problems.
  2. Formulierung eines glaubwürdigen Szenarios / einer Hypothese.
  3. Ableitung von Konsequenzen aus dieser Hypothese.
  4. Konfrontation mit der Erfahrung (Experiment): Bestätigung oder vorläufige Falsifikation.

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