Wissenschaftliche Paradigmen nach Boaventura de Sousa Santos

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Das dominierende Paradigma

Die dominante wissenschaftliche Ordnung, die das Werk als "das dominierende Paradigma" behandelt, bezieht sich auf das Modell der Rationalität, das aus dem 16. Jahrhundert stammt und im 19. Jahrhundert konsolidiert wurde. Diese neue wissenschaftliche Rationalität sieht nur einen Weg, um wahre Erkenntnis zu erreichen: durch die Anwendung eigener erkenntnistheoretischer Prinzipien und methodologischer Regeln.

Die Krise des Paradigmas

Die Krise des hegemonialen Modells ergibt sich aus dem Zusammenspiel einer Reihe von theoretischen und sozialen Bedingungen. Der Autor weist zunächst auf vier theoretische Voraussetzungen hin, die zur Krise des herrschenden Paradigmas beigetragen haben:

  • Einsteins Relativitätstheorie
  • Die Quantenmechanik
  • Die Infragestellung mathematischer Strenge
  • Die Weiterentwicklung des Wissens in den Bereichen Mikrophysik, Chemie und Biologie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts

In den letzten Absätzen des Kapitels stellt der Autor allgemeine Aspekte dar, etwa die sozialen Bedingungen, die durch die Krise des herrschenden Paradigmas entstanden sind.

Das emergente Paradigma

Der Autor schlägt ein Modell vor, das ein "Paradigma des Wissens für ein menschenwürdiges Leben" (8) ausdrückt. Dieses Modell ist als wissenschaftliches Paradigma eines umsichtigen Wissens und als soziales Paradigma für ein menschenwürdiges Leben strukturiert.

Die vier Prinzipien des Wissens

Zur Rechtfertigung des Modells nutzt Boaventura vier Prinzipien des Wissens:

  1. Alle wissenschaftliche Erkenntnis ist sowohl Natur- als auch Sozialwissenschaft.
  2. Alles Wissen ist lokal und zugleich total.
  3. Alle Erkenntnis ist Selbsterkenntnis.
  4. Alle wissenschaftliche Erkenntnis strebt danach, sich als gesunder Menschenverstand zu etablieren.

Boaventura de Sousa Santos schlägt ein neues Modell der Wissenschaft vor, das auf den Wechselbeziehungen zwischen Natur- und Sozialwissenschaften basiert und das totalitäre Modell der Naturwissenschaften als einzig möglichen Weg zu einer "universellen Wahrheit" aufbricht.

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