Wissenschaftstheorie des 20. Jahrhunderts: Physik & Methoden

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Wissenschaftstheorie des 20. Jahrhunderts

Die wissenschaftliche Weltsicht des 20. Jahrhunderts: Die Physik nach Newton schien ein Weltmodell zu liefern — einfach, organisiert und effizient in den Rechnungen. Aber neue Erkenntnisse erschütterten das Bild des Universums. Die klassische Relativitätstheorie von Einstein und die Quantenmechanik sind Schlüssel zum Verständnis einer Welt der Unsicherheit: eine fundamentale Eigenschaft der Natur, die das laplacesche Determinismusbild beendet.

Indeterminismus und Ende des Laplaceschen Weltbilds

Die indeterministische Lehre besagt: Nichts ist vollständig vorgegeben; stattdessen spielt Zufall eine Rolle. Dieser Wandel hat philosophische Fragen aufgeworfen: Welche Bedeutung haben wissenschaftliche Theorien? In welchem Verhältnis stehen Vorhersage, Erklärung und Wirklichkeit?

Wert und Fragen wissenschaftlicher Theorien

Aus dieser Entwicklung ergeben sich grundlegende Fragen: Wie gehen Wissenschaftler vor? Wie wurden diese Theorien entwickelt? Welche Kriterien entscheiden über die wissenschaftliche Gültigkeit einer Theorie?

Einflussreiche Philosophen der Wissenschaft

Die einflussreichsten Philosophen der Wissenschaft im 20. Jahrhundert sind: Karl Hempel, Karl Popper, Thomas Kuhn und Paul Feyerabend.

Karl Hempel

Hempel: Nach Hempel muss eine Hypothese durch Erfahrung gestützt werden. Er betont die Rolle von Erklärung und Bestätigung; man unterscheidet dabei Formen der Verifikation (Bestätigung) und die Bedeutung deduktiv-nomologischer Erklärungen. In der Diskussion stehen Verifikation und Falsifikation oft gegenüber.

Karl Popper

Popper: Im Gegensatz zu Hempel schlug Popper die Falsifikation als Abgrenzungskriterium vor, um zu entscheiden, ob eine Aussage wissenschaftlich ist. Nur potentiell falsifizierbare Thesen gelten im strengen Sinne als wissenschaftlich; nicht-wissenschaftliche Aussagen bleiben z. B. religiös. Nach Popper sind zwei Grundprinzipien zentral: 1) das Prinzip der Ökonomie und 2) das Prinzip der Falsifizierbarkeit als Alternative zur bloßen Verifikation.

Thomas Kuhn

Kuhn: In seinem Buch „The Structure of Scientific Revolutions“ erklärt Kuhn den Fortschritt der Wissenschaft mit dem Begriff des Paradigmas:

  • Normale Wissenschaft: Wissenschaft arbeitet innerhalb eines Paradigmas mit den dort geltenden Theorien und Gesetzen. So entsteht eine gemeinschaftliche Denkweise einer Epoche.
  • Revolutionäre Wissenschaft: Versagt eine Theorie, kann eine wissenschaftliche Revolution entstehen. Eine neue Theorie wird angenommen, wenn sie bessere Erklärungen liefert, einfacher oder nützlicher ist und sich durchsetzt.

Paul Feyerabend

Feyerabend: In seinem Buch „Against Method“ plädiert Feyerabend für eine Vielfalt von Methoden, weil es keine einzige Methode gibt, die den wissenschaftlichen Fortschritt vollständig garantiert. Diese Vielfalt ist förderlich für die Entwicklung der Wissenschaft: Forscher sollen suchen, verändern und erfinden. Laut Feyerabend muss der Wissenschaftler von Inspiration mitgerissen werden.

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