Working Capital: Liquidität, Rentabilität & Verschuldung
Eingeordnet in Wirtschaft
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 5,88 KB
Working Capital: Grundlagen und Bedeutung
Working Capital: Fragen der Liquidität. Analyse des Working Capitals (WC) und Messung der Fähigkeit zur Zahlung der kurzfristigen Verbindlichkeiten aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (für das operative Geschäft).
FM = AC - PC
Erklärung: Wenn AC > PC → FM (Working Capital) ist positiv. Das bedeutet, dass die Aktiva (AC) größer sind als die Passiva (PC) und das Potenzial haben, kurzfristige Verpflichtungen zu decken. Ein zu hoher positiver Wert kann jedoch bedeuten, dass Mittel unproduktiv gebunden sind.
- FM sollte nicht dauerhaft zu hoch sein (als Faustregel: nicht deutlich über ~10 % bezogen auf relevante Basis), da sonst Kapital im Leerlauf ist (schlecht angelegtes Geld).
- Analysepunkt: Ein positives FM ist nicht immer ausschließlich gut.
Wenn AC < PC → FM negativ: Das kann die Aussetzung von Zahlungen oder sogar Insolvenz signalisieren. Normalerweise deutet ein negatives FM auf Missmanagement bei Verhandlungen oder auf Probleme im operativen Geschäft hin. Es muss jedoch nicht immer katastrophal sein; die Ursachen sind zu analysieren.
Acid Test (Quick Ratio)
Acid Test: Gibt an, ob ein Unternehmen in der Lage ist, in einer kurzfristigen Notsituation alle seine kurzfristigen Schulden ohne Verkauf von Vorräten zu erfüllen.
Callable CP - Treasury
Callable CP-Treasury (verfügbar): Sofortige Liquidität, wenn vorhanden (+), oder keine Liquidität, wenn nicht vorhanden (–).
Rentabilität: Messgrößen und Perspektiven
Rentabilität: Kennzahlen, die das Ergebnis im Verhältnis zum eingesetzten Kapital bzw. Investment messen (Return). Ergebnisse sollten aus mehreren Perspektiven analysiert werden.
Typische 2-Perspektiven-Analyse:
- Gesamtkapitalbezogen: (CS + Reservierungen +/- Ergebnis) / Gesamtkapital — misst die Rentabilität bezogen auf das gesamte Eigen- und Fremdkapital (repräsentiert die Ertragskraft des patrimonialen Investments).
- Eigenkapitalbezogen: (CS / Ergebnis & L) — repräsentiert den Anteil und die Performance des Eigenkapitals in Bezug auf die gewöhnlichen Geschäftsergebnisse der Firma.
R. Treasury (Cash / Kurzfristige Verbindlichkeiten)
R. Treasury: Zur Messung der prozentualen Solvabilitätsfähigkeit eines Unternehmens bei Zahlungsvorfällen oder ausstehenden Verpflichtungen. Typische Kennzahl: Cash / Kurzfristige Verbindlichkeiten. Diese Verhältnisse und ihre Entwicklung sollten kontinuierlich verfolgt werden. Orientierungswerte sind kontextabhängig (z. B. Werte unter 0,8 bis über 1,2 sind je nach Branche unterschiedlich zu bewerten).
R. Liquidität (AC / PC)
R. Liquidität: Kennzahl AC / PC — beschreibt, inwieweit das Umlaufvermögen (AC) die kurzfristigen Verbindlichkeiten (PC) decken kann. Interpretation:
- AC / PC > 1: grundsätzlich ausreichend Deckung durch Umlaufvermögen.
- AC / PC < 1: mögliche Liquiditätsengpässe; man ist auf den Verkauf von Vorräten oder externe Mittel angewiesen.
- Detailbetrachtung: Unterscheiden zwischen sofort verfügbaren Mitteln (Cash), schnell liquidierbaren Forderungen und Vorräten.
EBIT
EBIT: Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (Operating Profit). Wesentliche Kennzahl zur Beurteilung der operativen Leistung ohne Finanzierungseffekte und Steuereinflüsse.
R. der Kaution und Sicherheiten
R.de Kaution: Kennzahl, die durch Dritte analysiert werden kann und Aussagen darüber erlaubt, ob das Unternehmen in der Lage ist, zu zahlen. Beispiel: Realvermögen (ohne immaterielle Werte und ohne Rückstellungen) / Total Callable (Summe der verfallbaren Schulden: LP + CP).
R. Autonomie
Rd Autonomie: Fähigkeit eines Unternehmens, auch ohne externe Fremdmittel zu bestehen. Kennzahl-Beispiel: Net / Total Callable (Nettovermögen im Verhältnis zu verfallbaren Verbindlichkeiten).
R. Immobilisierung
Rd Immobilisierung: Anteil des Anlagevermögens, der mit langfristigem und permanentem Kapital finanziert werden muss. Hier gilt als Orientierung, dass der Anteil passend zur Struktur des Unternehmens sein sollte (häufig wird ein Wert <= 1 angestrebt). Mögliche Kennzahlen: Anlagevermögen / (Netto + permanentes Kapital) oder Act NoCorr / Net + P NoCorr (je nach verwendeter Bilanzgliederung).
R. Verschuldung
R. Verschuldung: Analysiert die Gesamtverschuldung des Unternehmens. Ziel ist ein möglichst niedriger Anteil der kurzfristig verfallbaren Schulden (Callable). Typische Kennzahl: Total Debt / Net Equity (Gesamtschulden im Verhältnis zum Netto-Eigenkapital).
Hinweis: Die in diesem Dokument verwendeten Abkürzungen (z. B. AC, PC, CP, CS, FM) wurden beibehalten und dort erläutert, wo es sinnvoll war. Für eine konkrete Analyse sollten alle Kennzahlen in der jeweiligen Branchen- und Unternehmensspezifik betrachtet und mit Benchmarks verglichen werden.