World-2 und World-3: Die Grenzen des Wachstums erklärt

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Das World-2-Modell von Jay Forrester

Das Modell World-2 (entwickelt von Jay Forrester) beschreibt fünf Variablen oder Elemente, die das Verhalten der Welt bestimmen: die Bevölkerung, Investitionen in natürliche Ressourcen (nicht erneuerbare), produzierte Nahrungsmittel, Umweltverschmutzung und der Kapitalstock.

Die Startwerte sind realitätsgetreu für das Jahr 1900 angesetzt und bilden die Entwicklung bis zum Jahr 2100 ab. Die Ergebnisse wurden 1972 in der Studie Grenzen des Wachstums veröffentlicht:

  • Wir können unser derzeitiges Wachstumstempo, sowohl in Bezug auf die Bevölkerung als auch auf die Wirtschaft, nicht unbegrenzt aufrechterhalten.
  • Es ist eine Reihe von Kürzungen aller Eingangsparameter erforderlich:
  • 50 % der Geburtenrate
  • 75 % des Verbrauchs natürlicher Ressourcen
  • 25 % der Menge an erzeugten Nahrungsmitteln
  • Eine Reduzierung der Verschmutzung um 50 %
  • Eine Rate von 40 % bei der Kapitalanlage

Das World-3-Modell und seine Weiterentwicklung

Das Modell World-3 diente dazu, das Vorgängermodell zu verfeinern und zu bereichern. Es zeigt die verschiedenen Wege auf, welche die unterschiedlichen Verhaltensweisen der Bevölkerung in Reaktion auf simulierte Szenarien repräsentieren. Diese Szenarien basieren auf verschiedenen politischen Entscheidungen bezüglich des Verbrauchs natürlicher Ressourcen.

Die Schlussfolgerungen im Bericht Beyond the Limits to Growth (1991) lauten:

  • Sollte der aktuelle Trend des globalen Bevölkerungswachstums, der Industrialisierung, der Umweltverschmutzung, der Nahrungsmittelproduktion und des Ressourcenverbrauchs fortgesetzt werden, wird der Planet seine Grenzen innerhalb der nächsten hundert Jahre erreichen. Die Folge wäre ein plötzlicher Rückgang der Bevölkerung und der industriellen Kapazitäten. Wenn die Variablen jedoch angepasst werden, kann sich das System stabilisieren.
  • Man kann die Wachstumstrends ändern und Standards der ökologischen sowie ökonomischen Stabilität setzen, die auch in Zukunft beibehalten werden können.
  • Wenn sich die Menschen auf der Erde für die zweite Alternative entscheiden, gilt: Je früher mit der Arbeit dafür begonnen wird, desto besser sind die Erfolgsaussichten.

Kritik an den Modellen

Die Kritik an den Modellen umfasst folgende Punkte:

  • Sie gelten als malthusianisch: Dem Bevölkerungswachstum wird die Schuld an allen Umweltproblemen gegeben. Dadurch rücken die Entwicklungsländer in den Fokus, obwohl diese auf der anderen Seite deutlich weniger Ressourcen verbrauchen.
  • Es handelt sich um Modelle, das heißt um vereinfachte Versionen der Realität, die keine tatsächlichen Entwicklungstendenzen exakt vorhersagen, sondern lediglich Szenarien darstellen.

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