Woyzeck Szenenanalyse: Zusammenfassung der Szenen 22 bis 26
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Szene 22: Kinder und die Sensationslust
Woyzecks Tat hat mittlerweile die Runde gemacht, denn ein Kind erzählt einem anderen, dass vor der Stadt eine Frau ermordet wurde. Das zweite Kind reagiert nicht etwa geschockt, sondern will schnell zum Tatort, um die Leiche noch zu sehen. Dieses Verhalten ist symptomatisch für die ganze Gesellschaft. Statt einfühlsam zu sein, sind alle verroht und sensationslüstern.
Szene 23: Die Suche nach dem Messer
Woyzeck ist in der Zwischenzeit eingefallen, dass es noch ein verräterisches Indiz gibt, das auf ihn hinweisen könnte, nämlich das Messer. Er ist daher an den Tatort zurückgekehrt, um es zu suchen und verschwinden zu lassen. Als er sich Marie nähert, meint er etwas zu hören. Im ersten Moment denkt er, es sei Marie. Dann sieht er sie jedoch tot daliegen und alles ist wieder still. Ihr Anblick erinnert ihn an ihren Betrug und bestätigt ihm, das Richtige getan zu haben. Als er das Messer neben ihr erblickt, nimmt er es an sich und verlässt schnell den Tatort, da er hört, dass sich Leute nähern.
Szene 24: Beseitigung der Tatwaffe
Woyzeck geht an einen Teich und wirft das Messer hinein. Als er bemerkt, dass er es nicht weit genug hineingeworfen hat, watet er ins Wasser und wirft es weiter weg. Danach bedauert er, es nicht zerbrochen zu haben, und beginnt, sich die Blutflecke abzuwaschen, damit nichts mehr an ihm auf die Tat hindeutet. Auch in dieser Szene merkt man wieder, wie schlecht vorbereitet Woyzeck ist.
Szene 25: Die abgestumpfte Gesellschaft
Ein Gerichtsdiener, ein Barbier, ein Arzt und ein Richter sind zusammen, und der Polizeidiener stellt fest, dass man schon lange keinen „so schönen Mord“ hatte. Es gibt kein Mitleid mit dem Opfer oder den Angehörigen. Genau wie in Szene 22 sieht man hier, wie abgestumpft die Gesellschaft auf allen Ebenen ist.
Szene 26: Das bittere Ende und die Isolation
In der Schlussszene ist Woyzeck bei seinem Sohn und dem Idioten Karl, der Christian auf dem Schoß hält. Scheinbar ist Woyzeck noch nass, da Karl mehrfach sagt, er sei ins Wasser gefallen. Dies ist aber auch vorausdeutend in Bezug auf Woyzecks Schicksal zu sehen. Er ist enttarnt und wird für seine Tat hingerichtet werden. Als Woyzeck seinen Sohn streicheln will, wendet sich dieser jedoch ab und schreit. Verzweifelt verspricht Woyzeck, dass er ihm Lebkuchen kauft. Als sein Sohn aber auch das nicht will, gibt er Karl das Geld dafür und dieser läuft jauchzend mit Christian davon. Woyzeck bleibt allein und traurig zurück (vgl. Szene 18, Märchen der Großmutter).