Zahngesundheit: Plaque, Karies und Parodontitis

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Die drei Stufen der Plaque-Bildung

1. Stufe: Etwa 3 Stunden nach der Nahrungsaufnahme bildet sich eine Platte aus Speiseresten (alimentarios), an der sich Bakterien ansiedeln.

2. Stufe: Nach 24 Stunden verfestigt sich die Schicht aus Speiseresten und zahlreichen Mikroorganismen.

3. Stufe: Am 3. Tag bilden sich Bakterienkolonien, die sich interbakteriell vermehren und die Plaque stabilisieren.

Unterschied zwischen Plaque und Zahnstein

Plaque (Zahnbelag): Die Plaque ist nahezu unsichtbar. Der Patient kann sie selbst mit Zahnbürste und Zahnseide entfernen. Ursachen: Mangelnde Mundhygiene, zuckerreiche Ernährung und die Invasion von Bakterien.

Zahnstein: Dieser ist auf der Zahnoberfläche sichtbar. Er wird vom Zahnarzt mittels Ultraschall entfernt. Ursachen: Die gleichen Ursachen wie bei Plaque, wenn diese über längere Zeit nicht entfernt wird.

Orale Pathologie: Karies

Karies ist eine sehr häufige, chronische Erkrankung der Zähne, die zur Zerstörung des Gewebes führt. Sie betrifft nur durchgebrochene Zähne.

Lage und Ursachen

Lage: Häufig in der Krone (Kauflächen der Molaren und Prämolaren), seltener interproximal (Zahnzwischenräume) oder am Zahnhals.

Ursachen: Mangelnde Hygiene, zuckerreiche Ernährung und Mikroorganismen wie Streptococcus mutans, die in Verbindung mit Zahnstein auftreten.

Evolution der Karies

  1. Demineralisierung des Schmelzes.
  2. Befall des Dentins.
  3. Befall der Pulpa (Zahnpulpa).
  4. Ausbreitung in Richtung der Wurzelspitze, Bildung eines periapikalen Abszesses (Eiteransammlung).
  5. Befall des parodontalen Gewebes und des Zements.

Symptome und Behandlung

Problembeschreibung: Karies ist zu Beginn meist asymptomatisch. Erste Anzeichen können Farbveränderungen und eine Erweichung der Zahnsubstanz sein. Später treten Schmerzen (zunächst unregelmäßig), Empfindlichkeit gegen Kälte und Hitze sowie Dauerschmerz auf. Es kann zu Abszessen und Fieber kommen.

Behandlung: Bei Befall von Schmelz und Dentin wird das infizierte Gewebe (mit oder ohne Anästhesie) entfernt. Der Hohlraum wird mit Composite (weiß) oder Amalgam (grau) gefüllt. Bei tiefen Defekten, die die Pulpa betreffen, sind Antibiotika und eine Wurzelbehandlung erforderlich.

Endodontie und Klassifikation

Endodontie: Eine zahnärztliche Technik zur Entfernung der infizierten Pulpa.

Klassifikation von Karies

  • Nach Situation: bukkal, lingual, okklusal oder proximal.
  • Nach Ausdehnung: Einfach (1 Fläche), zusammengesetzt (2 Flächen) oder komplex.

Gingivitis und Parodontitis

Gingivitis (Zahnfleischentzündung)

Eine parodontale Erkrankung, die durch eine Entzündung des Zahnfleisches gekennzeichnet ist. Eine Sonderform ist die akute nekrotisierende ulzeröse Gingivitis (ANUG), verursacht durch schlechte Mundhygiene. Symptome sind stark gerötetes Zahnfleisch, Blutungen und nekrotisierende Geschwüre.

Parodontitis (Zahnbettentzündung)

Eine Entzündung des gesamten parodontalen Gewebes (Bänder und Gingiva). Ursachen: Schlechte Mundhygiene, Plaque, Zahnstein, Zahnfehlstellungen oder überstehende Amalgamfüllungen, die eine Reinigung erschweren.

Klinische Symptome: Entzündetes Desmodont, Eiterbildung, Infektionen, Zahnfleischrückgang (Rezession) und Gingivorrhagie (Zahnfleischbluten).

Diagnose: Einsatz einer Parodontalsonde, um die Tiefe der Zahnfleischtaschen und Eiteransammlungen zwischen Zahn und Zahnfleisch zu messen.

Behandlung: Prophylaxe durch gute Mundhygiene, Korrektur von Fehlstellungen oder überstehenden Füllungen. Die Behandlung erfolgt oft durch Kürettage (Reinigung der Taschen) mit einer Kürette, um infiziertes Gewebe zu entfernen.

Erkrankungen der Mundschleimhaut

Leukoplakie: Weiße Flecken oder Platten auf der Mundschleimhaut, die nicht wegwischbar sind. Ursachen: Übermäßiger Alkohol- und Tabakkonsum, schlechte Mundhygiene oder Reizungen durch schlecht sitzende Prothesen. Sie gilt als präkanzerös und wird oft chirurgisch entfernt.

Mundhöhlenkrebs: Ein bösartiger Tumor der Schleimhaut. Ursachen: Tabak, Alkohol oder eine entartete Leukoplakie. Die Behandlung umfasst Chirurgie, Antimitotika und Strahlentherapie.

Candidiasis (Soor): Eine Pilzinfektion durch Candida albicans. Ursachen: Schlecht sitzende Prothesen, Langzeit-Antibiotika oder Diabetes. Die Beläge lassen sich abschaben. Häufig bei immunsupprimierten Patienten und Neugeborenen; Behandlung mit Antimykotika.

Pharmakologie: Lokalanästhesie

Anästhetika: Dienen der Reduktion von Empfindlichkeit und Schmerzempfinden.

Lokalanästhesie

Wirkt in einem begrenzten Gebiet durch Unterbrechung der Nervenimpulse. Sie hat eine begrenzte Wirkungsdauer und ist reversibel. Bekannte Wirkstoffe sind Lidocain und Mepivacain.

Verabreichungsformen

  • Topisch (Kontaktanästhesie): Zur Schmerzlinderung vor der Injektion, z. B. als Spray oder Aerosol. Anwendung auf trockener Schleimhaut.
  • Injektion: Verabreichung mittels Spritze. Es gibt Präparate mit oder ohne Vasokonstriktor (Gefäßverenger). Bei Patienten mit Bluthochdruck oder Diabetes wird oft auf Vasokonstriktoren verzichtet.

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