Das Zeitalter des Imperialismus (1870–1914): Ursachen und Folgen
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Das Zeitalter des Imperialismus (1870–1914)
Der Zeitraum des Imperialismus erstreckte sich von 1870 bis 1914 und konzentrierte sich hauptsächlich auf die Aufteilung von Asien und Afrika.
Merkmale der Epoche
- Spaltung und Rivalität: Es herrschte eine tiefe Spaltung zwischen den westlichen Großmächten.
- Fragiler Frieden: Während dieser Epoche war der Frieden fragil, da die zunehmende Rivalität zwischen den europäischen Mächten eine der Hauptursachen für den Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde.
Definition und Ziele des Imperialismus
Imperialismus bezeichnet die politische und wirtschaftliche Kontrolle, die einige Länder über andere ausüben.
Der imperialistische Wettlauf
Die großen Industrienationen Europas lieferten sich einen imperialistischen Wettlauf mit dem Ziel, ihre politische und wirtschaftliche Dominanz auf andere Regionen des Planeten auszudehnen.
Imperialismus und aggressiver Nationalismus
Der Begriff des Imperialismus ist eng mit dem Nationalismus verwandt. Er steht jedoch nicht im Zusammenhang mit dem kräftigen und demokratischen Nationalismus des frühen 19. Jahrhunderts, sondern mit einem aggressiven Nationalismus, der die Idee der Heimat expansiv trägt und versucht, die Welt zu erobern.
Beteiligte außereuropäische Mächte
Zu den außereuropäischen Ländern, die sich an dieser Politik beteiligten, gehörten die Vereinigten Staaten und Japan.
Die Ursachen der Expansion
Ökonomische Ursachen
Die ökonomischen Motive waren zentral für die Expansion:
- Protektionismus: Die entwickelten Länder begannen, protektionistische Barrieren im internationalen Handel zu errichten.
- Neue Märkte: Die Industrienationen suchten dringend neue Märkte, um ihre Produkte zu verkaufen. In nicht-industrialisierten Ländern konnten Waren ohne starke Konkurrenz abgesetzt werden.
- Rohstoffversorgung: Die Kolonien spielten die entscheidende Rolle als Lieferanten von Rohmaterialien für die wachsende Industrie.
Politische und soziale Motive
Die koloniale Expansion war auch ein Ergebnis des Machtkampfes zwischen den Großmächten Europas:
- Machtdemonstration: Die Mächte benötigten strategische Basen auf verschiedenen Kontinenten, um ihre globale Stärke zu demonstrieren.
- Sicherheitsventil: Herrscher betrachteten Kolonien als „Sicherheitsventil“ für politische und soziale Probleme in ihren Heimatländern. Beispielsweise konnten politisch ambitionierte Militärs von den Machtzentren ferngehalten werden.
Die Aufteilung der Welt und Reaktionen
Die Aufteilung Afrikas und Asiens
Die europäischen Mächte, insbesondere die Engländer und Franzosen, übernahmen große Teile Afrikas.
Die Berliner Konferenz (1884/85)
Die von Bismarck organisierte Konferenz in Berlin war von großer Bedeutung, da sich die Mächte dort auf Regeln einigten, welche die koloniale Aufteilung Afrikas organisieren sollten.
Wichtige Kolonialgebiete
- Für England war das Indische Reich in Asien von zentraler Bedeutung und bildete das Zentrum der britischen Politik.
- Frankreich konsolidierte seine Dominanz in Französisch-Indochina.
Reaktionen der Kolonisierten auf die Expansion
Es gab drei typische Reaktionsmuster auf die ausländische Invasion:
- Widerstand: In Regionen, in denen die Staaten Stärke und Einheit besaßen, leisteten sie Widerstand.
- Akzeptanz: Andere Regionen akzeptierten die ausländische Präsenz, um Vorteile wie Geld und Waffen zu erhalten.
- Ohnmacht: Die dritte Form fand sich in den einheimischen Gemeinschaften, die dem ausländischen Druck nicht widerstehen konnten.