Die Zwischenkriegszeit: Völkerbund, Hitler und der Weg zum Zweiten Weltkrieg
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Scheitern des Völkerbundes: Mandschurei-Krise (1931)
Die offensichtliche Schwäche des Völkerbundes zeigte sich darin, dass er den chinesisch-japanischen Konflikt in der Mandschurei nicht verhindern konnte. (Hintergrund: Ein Bombenanschlag auf die Südmandschurische Eisenbahn, die gemäß dem Vertrag von 1905 unter japanischer Kontrolle stand, führte zur totalen Besetzung der Mandschurei und zur Einsetzung einer Marionettenregierung.) Japan ignorierte die Beschwerden Chinas und des Völkerbundes (SdN). Die Sanktionen (Nichtanerkennung des Staates Mandschukuo) blieben wirkungslos. Angesichts der Forderung nach Abrüstung traten Japan und Deutschland 1933 aus der Organisation aus.
Abrüstungskonferenz und Hitlers Aufstieg (1933)
(Das Scheitern der Abrüstungskonferenz in diesem Jahr, an der unter anderem die USA, die UdSSR, Großbritannien und Frankreich teilnahmen, gab den Startschuss für die steigenden Spannungen.) Die Weltwirtschaftskrise von 1929 beendete die internationalen Friedenspläne und trug zur Machtübernahme des Nationalsozialismus bei. Hitler kam 1933 an die Macht und verfolgte drei unmittelbare Ziele:
- Die Militarisierung Deutschlands (im Gegensatz zu den Klauseln des Versailler Vertrags).
- Die Vereinigung Deutschlands und Österreichs auf der Grundlage einer gemeinsamen Sprache (Ein Volk = eine Nation).
- Die Eroberung von Lebensraum, oder die Politik der territorialen Expansion.
Die anderen Länder begannen diplomatische Beziehungen aufzunehmen, um die Friedensverträge von Versailles zu sichern und Deutschland zu kontrollieren.
Diplomatie und die Besetzung des Rheinlandes (1936)
1935 trafen sich Frankreich, England und Italien, um die Integrität Österreichs zu gewährleisten. Gleichzeitig garantierten die Sowjetunion und die Tschechoslowakei gegenseitige Unterstützung im Falle einer Aggression. Diese Vereinbarungen nutzte Hitler, um zu erklären, dass die Verträge von Locarno keine Gültigkeit mehr hätten, was er 1936 mit dem Einmarsch seiner Truppen in die entmilitarisierte Zone des Rheinlandes demonstrierte.
Italienische Expansion: Der Abessinienkrieg (1935/36)
Italien, eine weitere faschistische Macht, strebte die Expansion nach Äthiopien an. Die europäischen Mächte waren angesichts der italienischen Forderungen machtlos. Äthiopien wurde 1936 von Italien annektiert, und Viktor Emanuel wurde zum Kaiser dieses Landes ausgerufen. Alle gaben das Minimum nach, um keinen weiteren Weltkonflikt zu riskieren.
Der Spanische Bürgerkrieg als Testgelände (1936–1939)
Die beiden kriegführenden Parteien in Spanien erhielten unterschiedliche internationale Unterstützung.
Unterstützung für General Franco (Nationalisten)
Deutschland und Italien erkannten die Regierung General Francos an und unterstützten sie militärisch. Die Gründe waren:
- Politisch (ideologische Affinität).
- Strategisch (Einfluss im Mittelmeerraum, südlich von Frankreich).
- Wirtschaftlich (Rohstoffe).
Unterstützung für die Republik (Loyalisten)
Die UdSSR beschloss ab Oktober 1936, qualifiziertes Personal der Streitkräfte und Waffenlieferungen an die Regierung in Madrid zu senden. Die Dritte Internationale (Komintern, 1919) unterstützte die Ankunft von Freiwilligen (Internationale Brigaden) zur Unterstützung der Republik.
Die passive Haltung der westlichen Demokratien
Die westlichen Demokratien nahmen eine passive Haltung ein. Sie erkannten die republikanische Regierung bis März 1939 an, lehnten jedoch eine militärische Unterstützung gemäß den Vorgaben des Völkerbundes ab. Das spanische Problem wurde als interne Krise betrachtet, die das europäische Gleichgewicht nicht stören durfte. Großbritannien respektierte die Kontrolle Italiens über die Mittelmeerpassagen im Gegenzug für die Anerkennung seiner Souveränität über Abessinien.
Der Spanische Bürgerkrieg war ein Testgelände für den Zweiten Weltkrieg, der drei Jahre später beginnen sollte. Obwohl das Problem als interne Krise fokussiert wurde, war der ausländische Interventionismus entscheidend für seine Lösung. Es definierten sich zwei klare Blöcke: Deutschland und Italien gegen die Sowjetunion, mit abwartender Haltung Frankreichs und Englands. Die spanische Regierung, die den Interessen der Großmächte immer fremd war, sagte, dass sich die Mächte auf der internationalen Bühne *gegenseitig ignorierten*. Am einflussreichsten waren die Probleme Österreichs und der Tschechoslowakei.
Kurz gesagt, der Spanische Bürgerkrieg diente dazu, die internationalen Mächte weiter zu spalten.