Abraham Maslow und die Bedürfnishierarchie
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Inhalt
- 1. Wer war Abraham Maslow?
- 2. Entwicklung von Konzepten
- 3. Maslows Bedürfnishierarchie
- 3.1 Grundbedürfnisse
- 3.2 Sicherheitsbedürfnisse
- 3.3 Zugehörigkeits- und Zuneigungsbedürfnisse
- 3.4 Wertschätzungsbedürfnisse
- 3.5 Selbstverwirklichung
1. Maslows Biografie
Abraham Maslow wurde am 1. April 1908 in Brooklyn, New York, geboren. Er war das erste von sieben Kindern jüdischer Einwanderer aus Russland. Seine Eltern, die auf ein besseres Leben in der neuen Welt hofften, drängten ihn zu akademischem Erfolg. Abraham war ein eher einsames Kind, das Zuflucht in Büchern suchte. Auf Wunsch seiner Eltern studierte er zunächst Rechtswissenschaften am City College of New York (CCNY). Er heiratete seine Cousine Bertha Goodman gegen den Willen seiner Eltern; sie hatten zwei Töchter.
An der University of Wisconsin entwickelte er ein starkes Interesse an Psychologie. Dort arbeitete er mit Harry Harlow zusammen, der für seine Experimente mit Rhesusaffen und Bindungsverhalten bekannt war. Maslow erhielt 1930 seinen BA, 1931 seinen MA und promovierte 1934 in Psychologie.
Ein Jahr nach seiner Promotion kehrte er nach New York zurück, um mit E.L. Thorndike an der Columbia University zu arbeiten, wo er sein Interesse an der Erforschung der menschlichen Sexualität vertiefte. Er begann seine Lehrtätigkeit am Brooklyn College. In dieser Zeit kam er in Kontakt mit vielen europäischen Einwanderern, darunter Adler, Fromm, Horney sowie Vertretern der Gestaltpsychologie und Psychoanalyse.
Im Jahr 1951 wurde Maslow Leiter der Psychologieabteilung an der Brandeis University. Dort blieb er zehn Jahre lang, traf Kurt Goldstein (der den Begriff der Selbstverwirklichung prägte) und entwickelte seine eigene Theorie. Er begann zudem seinen Einsatz für die humanistische Psychologie. Seine letzten Jahre verbrachte er in Kalifornien, bis er am 8. Juni 1970 nach jahrelanger Krankheit an einem Herzinfarkt verstarb.
2. Entwicklung von Konzepten
- A) Motivation: Das Gefühl der Sehnsucht, des Verlangens oder der Entbehrung.
- B) Metamotivation: Verbunden mit Wünschen, die nicht auf die Verminderung von Spannungen abzielen, sondern diese bei Erfüllung sogar erhöhen können.
- C) Grundbedürfnisse: Triebe oder Dränge nach bestimmten Dingen. Man unterscheidet zwischen D-Werten (Defizitbedürfnisse) und B-Werten (Seins-Werte).
- D) Selbstverwirklichung: Die Realisierung der eigenen Möglichkeiten und die Erlangung der vollen Identität.
- E) Bedürfnisarten:
- Defizitbedürfnisse: Physiologische und psychologische Bedürfnisse, deren Mangel zu Problemen führt.
- Wachstumsbedürfnisse: Höhere Bedürfnisse, die zur Selbstverwirklichung führen.
3. Maslows Bedürfnishierarchie
1) Grundbedürfnisse
Physiologische Bedürfnisse zur Aufrechterhaltung der Homöostase: Atmung, Nahrung, Wasser, Schlaf, Temperaturregulierung und Schmerzvermeidung.
2) Sicherheitsbedürfnisse
Sie entstehen, wenn die physiologischen Bedürfnisse gestillt sind. Es geht um das Bedürfnis nach Sicherheit, Ordnung und Schutz:
- Physische Sicherheit und Gesundheit.
- Arbeitsplatzsicherheit und Ressourcen.
- Moralische Sicherheit, Familie und Privateigentum.
3) Zugehörigkeits- und Zuneigungsbedürfnisse
Bezogen auf die emotionale Entwicklung: Bedürfnisse nach Partnerschaft, Akzeptanz und Gemeinschaft. Dazu gehören Freundschaft, Kameradschaft und Liebe.
4) Wertschätzungsbedürfnisse
Maslow unterschied zwei Arten:
- Hohe Wertschätzung: Selbstachtung, Vertrauen, Kompetenz, Unabhängigkeit und Freiheit.
- Niedrige Wertschätzung: Achtung durch andere, Status, Anerkennung, Ruhm und Würde.
5) Selbstverwirklichung
Die letzte Stufe der Pyramide, auch "Wachstumsmotivation" genannt. Hier geht es um die Entfaltung des eigenen Potenzials.
Was ist ein selbstverwirklichender Mensch?
Maslow identifizierte folgende Qualitäten:
- Fokussierung auf die Realität und Unterscheidung von Fiktion.
- Problemorientierung statt Ich-Bezogenheit.
- Bedürfnis nach Privatsphäre.
- Resistenz gegen soziale Anpassung (Nonkonformismus).
- Kreativität, Originalität und eine intensive Wahrnehmung von Erfahrungen.